Grandioses Bundesligafinale auf dem Aasee in Münster

Bei bestem Wetter und idealen Ruderbedingungen strahlten die Bundesligaachter am Aasee in Münster, dem Austragungsort des letzten Wettkampftages der Saison, mit der Sonne um die Wette.

von Ruder-Bundesliga
05.09.2010 - 17:51 Uhr
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Bei bestem Wetter und idealen Ruderbedingungen strahlten die Bundesligaachter am Aasee in Münster, dem Austragungsort des letzten Wettkampftages der Saison, mit der Sonne um die Wette.
Der Finaltag der flyeralarm Ruder-Bundesliga bot aber nicht nur Kaiserwetter, sondern wie gewohnt auch sportliche Höchstleistungen und spannende Rennen im Kampf um Meisterschaft, Plätze auf dem Treppchen sowie Auf- und Abstieg. Auch einige Überraschungen hielten die Rennen über die knackige 350m-Distanz bereit.

Furioses Finale in der 2. Ruder-Bundesliga

Gleich in den Zeitrennen der 2. Bundesliga der Männer zeigte sich der bis dato Tabellenführer aus Karlsruhe mit einem fünften Platz überraschend schwach, allerdings war das Team auch nur mit der zweiten Mannschaft angereist. Stark trumpfte der RC Hansa Dortmund mit einem Sieg im Zeitfahren auf.
Im Kampf um den letzten verbliebenen Aufstiegsplatz in das Ligaoberhaus lagen die drei Aspiranten Hameln, Rüdersdorf und München bis zum Viertelfinale gut im Rennen. Doch beim Warmfahren zum Viertelfinale kam es zu einem Crash der Boote aus Hameln und Duisburg, bei dem das Hamelner Boot einen Totalschaden erlitt. Zum Glück unverletzt konnten die Mannschaften in Leihbooten weiter machen, doch reichte es für Hameln nicht für den Einzug unter die Final Four. Im Duell zwischen dem Mehrgenerationen-Team aus Rüdersdorf und dem Stern des Südens aus München um den dritten Platz der Gesamtwertung wurde es spannend: beide Achter schafften den Einzug ins erste Finale, das nach knappem Zieleinlauf das Münchener Team für sich entscheiden konnte und so gleichzeitig den Aufstieg in die 1. Liga perfekt machte. Das Treppchen komplettierte die Crew des RC Favorite Hammonia, die den schwächelnden Baden-Achter Karlsruhe in der Gesamtwertung noch auf Platz 2 verdrängen konnte. Wir freuen uns, im nächsten Jahr die Achter der Fari Hamburg, den Baden-Achter Karlsruhe und dem Münchener RC in der 1. Liga begrüßen zu dürfen.

Alsterachter stellt Machtverhältnisse klar

In der ersten Liga der Damen will der Alsterachter heute beweisen, dass der Titel "Deutscher Liga-Champion" auch dieses Jahr wieder an sie gehen soll. Mit dem ersten Platz im Zeitfahren, vor den Konkurrenten Krefeld und Berlin, haben sie den ersten Schritt getan. Auch in den weiteren Rennen zeigen die Hamburger Deerns, dass sie zu alter Stärke zurück gefunden haben. Doch auch die Mädels vom Niederrhein ziehen souverän Runde um Runde weiter. Im Finale kommt es schließlich zum Showdown der beiden Boote um Tages- und Gesamtsieg, den der  Alsterachter für sich entscheidet. Den dritten Platz auf dem Treppchen und in der Gesamtwertung belegen die Mädels aus der Hauptstadt, die als einziger Achter von allen Renntagen mit einer Medaille zurück gekehrt sind. Auf die nächste Saison dürfen wir gespannt sein, denn hier fahren gleich mehrere Boote auf Augenhöhe.

Titelverteidung in der 1. Ruder-Bundesliga der Männer

Auch das Zeitfahren der 1. Liga der Männer bringt gleich eine faustdicke Überraschung: der erstarkte Lokalmatador vom RV Münster nutzt den Heimvorteil und gewinnt das Zeitfahren vor den Achtern aus Krefeld und Hamburg, die heute nicht taktiert haben.
Nach den Achtelfinals steht Krefeld als Deutscher Ligachampion fest, aus dem engen Kampf um Platz 2 der Gesamtwertung zwischen Hamburg, dem Emscher Hammer und Osnabrück verabschieden sich Emscher und Osnabrück nach den Viertelfinals. In den letzten Rennen der Saison setzen sich auch die Achter aus Rauxel mit Platz 8 und die Rhein-Ruhr-Pred8Oars mit dem Einzug in die Final Four gekonnt in Szene.
Das Halbfinale zwischen den Mannen des Hamburger und Germania Ruderclubs und den Pred8Oars entscheiden die Jungs von der Außenalster für sich. Im zweiten Halbfinale zwischen der Heimmannschaft aus Münster und dem Titelverteidiger aus Krefeld kommt es zur Sensation: nach 350 Metern Bord-an-Bord-Kampf kommen beide Boote auf einer Höhe ins Ziel. Nach langer Auswertung des Zielfilms ergibt sich ein totes Rennen, beide Mannschaften sind bis auf die Tausendstel Sekunde zeitgleich. Nach langer Beratung des Schiedsgerichtes mit den betroffenen Trainern wird das Finale mit allen vier Booten ausgetragen, wobei Hamburg eine Garantie auf den ersten bzw. zweiten Platz, die Pred8Oars eine Garantie auf Platz 3 oder 4 bekommen.
Die Crews der vier tagesschnellsten Achter lassen sich dadurch jedoch nicht beirren und lösen die Sache sportlich: in einem Herzschlagfinale siegt Hamburg vor Münster, Krefeld und den Pred8Oars und findet so einen versöhnlichen Abschluss mit dem Saisonverlauf.
Der Titelverteidiger Krefeld ist auch der neue Ligachampion, die Plätze 2 und 3 belegen die Mannschaft aus Hamburg und der Emscher-Express.
Im Abstiegskampf haben der Rhein-Neckar-Achter und der Aufsteiger aus Düsseldorf das Nachsehen und werden in der nächsten Saison die zweite Liga kräftig aufmischen. Ebenfalls abgestiegen ist der Berlin-Achter, der nach Münster nicht angereist war.

RBL-Sprintcup

In den Einlagerennen des RBL-Sprintcups konnten Mannschaften, die einen Einstieg in die Ruder-Bundesliga überlegen, erste RBL-Luft schnuppern. Bei den Frauen setzte sich die Mannschaft aus Osnabrück vor den Bremerinnen durch, die Konkurrenz der Männer gewann der RV Dorsten vor den Teams aus Bremen, den Nord-West-Masters und dem Achter des Rauxeler Fanclubs.

Mit stimmungsvoller Siegerehrung und anschließendem Feuerwerk verabschiedet sich die flyeralarm Ruder-Bundesliga aus der Saison 2010 und freut sich auf ein Wieder sehen in 2011!