45. DRV-Wanderrudertreffens in Kleve - Erlebnisreiche Tagesfahrt
Am Samstag, morgens um 09.00 Uhr, waren alle zur Stelle in Haffen, bei „Rheinkilometer 831, rechts“. Eine Flotte von Gelenkbussen hatte sie gebracht - all die Ruderer und Helfer. Die 66 Boote lagen fix und fertig ausgerüstet schon da, die Polizei hatte vom Strom aus alle freundlich begrüßt und nun war man auf dem Wasser und legte los. Bei klarem Wetter und mit ein bisschen Sonnenschein ab und an ruderte man fröhlich den Rhein hinab. In Rees grüßten die klassizistischen Kirchtürme herüber, in Emmerich die beiden gotischen Kirchen mit der Rheinpromenade dazwischen, man sah die Kulisse des Kernkraftwerkes bei Kalkar - und vor allem die friedliche niederrheinische Landschaft, soweit die Deiche das zuließen.
Eigentlich wollte man nun in niederländische Gewässer einlaufen und im Wassersportzentrum Bijland Mittagspause machen. So war es abgesprochen, und die Genehmigung lag seit langem vor. Die aber wurde nur Stunden vor dem Start wieder zurückgezogen. Der logistische Super-GAU! „Für mich unverständlich“, murmelte Organisationschef Stefan Verhoeven, wollte sich aber weiter nicht äußern. Jedoch selbst der wurde bravourös gemeistert, und nun traf man sich am Brienener Altrhein - bei Schenkenschanz nahe der Fähre - zum Mittagessen. Ein liebenswürdiger Landwirt hatte kurzfristig eine Wiese zur Verfügung gestellt, Gulaschkanone, Kuchenschiff, Tische und Bänke waren umdirigiert.
Jetzt saßen die Ruderer zusammen, erholten sich bei Gulaschsuppe und Bergen von Kuchen, die die Clubmitglieder selbst gekocht bzw. gebacken hatten. Alles war friedlich und ruhig. Es bot sich ihnen das typische Niederrhein-Bild: Schwarzgefleckte Kühe, teils grasend, teils im Wasser stehend. Die Sonne kam wieder einmal heraus, Möwen und Kormorane umschwirrten die ungewohnt vielen Menschen.
Man diskutierte die Abenteuer auf dem Rhein. Für viele binnenländische Ruderer war der Niederrhein Neuwasser. Die Wellen waren ungewohnt und schienen manch einem gefährlich, wenngleich die Boote alle eine Extraausrüstung besaßen: Abdeckungen vorn und achtern, sowie Luftkammern oder nachträglich unter den Rollsitzen angebrachte Luftkissen. Untergehen konnte keines, aber vor allem, wenn sich Windseen und Heckwellen von großen Schubschiffen addierten, konnte schon mal Wasser ins Boot kommen. Dafür gab es jedoch Özfässer und Pumpen. „Wir sind froh, dass nichts passiert ist“, fasste abends Michael Klütt, der Vorsitzende des CRC, seine Erleichterung zusammen.
“Der Rest der Strecke war eigentlich ein Klacks,” resümiert Ramona de Groot, engagiertes Clubmitglied und Designstudentin – sie hatte das Programmheft gestaltet - “aber gedauert hat die Fahrt bis zum Opschlag dann doch noch mehr als zwei Stunden”. Auf dem Altrhein und vor allem auf dem Spoykanal mussten die Boote wegen ihrer weit ausladenden Riemen und Skulls hintereinander fahren. Die Kette der Boote zog sich in die Länge, ballte sich wieder vor Brienen und musste sich dann in mehreren Gängen in die Schleuse zwängen. “Das dauerte”.
Eine Meisterleistung war dann das Herausnehmen der Boote. “Am Opschlag, mitten in Kleve, gibt es einen Schwimmsteg mit Platz für maximal 4 Boote”, so Paul van Koppen, “das angrenzende Ufer liegt fast einen Meter höher, sodass alles hochgewuchtet werden muss. Die Abstellfläche des angrenzenden Platzes reicht für maximal sechs Boote. Da ist Tempo angesagt!” Und trotzdem: so schnell, wie bei Haffen die Flotte zu Wasser gelassen war, so geschwind kam sie in Kleve wieder heraus. Stefan Verhoeven dirigierte Menschen und Material vor Ort. Die Boote wurden auf Handwagen verladen und im Laufschritt zu den Bootsanhängern auf der großen Wiese an der Bensdorpstraße transportiert. Um 17:30 Uhr war das letzte Boot an Land.
Der Festabend in den beiden Zelten dauerte bis tief in die Nacht. Ein großes Bufett war aufgefahren, man tanzte bis fast in die frühen Morgenstunden. Und kaum jemand dachte daran, dass am nächsten Morgen um 09.00 Uhr der Festakt des DRV beginnen sollte.
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