WM 2010: Interview mit dem Männer-Zweier
Rudern.de: Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung. Eure Kombination war eigentlich die einzige Überraschung. Wie kam es dazu?
Andreas & Eric: Vielen dank für die Glückwünsche!! Aufgrund der starken Erkrankung von Felix Drahotta und der damit verbundenen Tatsache, dass Felix und ich (Andreas) in dieser Kombination nicht an dem Ausscheidungsrennen für den Zweier teilnehmen konnten wurde von Alexander Schmidt (Trainer) nach einer Lösung gesucht. Drei Tage vor dem Rennen kam dann die Überlegung mit mir (Eric) eine Trainingseinheit zu absolvieren. Da der Zweier auf Anhieb gut ins Rutschen kam, wurde festgelegt, dass wir in dieser Kombination das Rennen mitfahren können.
Am 13.10 fand dann das Ausscheidungsrennen gegen zwei weitere Zweier (Adamski/Munski und Neumann/Naruhn) statt. Wir gewannen dieses Rennen mit 4 Sekunden Vorsprung, was für uns eine riesige Überraschung war, und haben uns damit für die WM in Neuseeland als Zweier qualifiziert.
Rudern.de: Eric ist jetzt der dritte Skuller, der gewechselt hat. Andreas war der erste, wie kommt dieser Trend?
Andreas & Eric: Wir würden diesen Wechsel nicht als Trend bezeichnen. Wir sehen dies eher als Flexibilität. Es ist International gang und gebe zu wechseln. Es gibt unzählige Bespiele für Ruderer, die gewechselt haben. Mahe Drysdale, Duncan Free, Itzok Cop oder James Cracknell um ein paar Bekannte zu nennen.
Rudern.de: Sollten ab sofort alle Riemenruderer nur noch Einer fahren?
Andreas & Eric: Nur noch Einer würden wir jetzt nicht sagen, aber ein paar Einheiten im Winter würden unserer Meinung nach auch helfen um die individuelle Leistung zu verbessern und auch Fehlhaltungen im Zweier auszumerzen. Außerdem ist es vielleicht auch eine gute Möglichkeit, um den Kopf frei zu bekommen und mit neuer Frische danach wieder in den Zweier zu steigen.
Rudern.de: Was macht euren Zweier aus und wie kann man einem Laien erklären, wie man in 4 Einheiten sich für eine WM qualifizieren kann.
Andreas & Eric: Wir wussten beide direkt von Anfang an was zu tun ist, um den Zweier laufen zu lassen, und konnten uns so gut auf den Anderen einstellen. Auch die physische Stärke zeichnet uns unserer Meinung nach aus. Durch die Endspurtstärke von Eric konnten wir auch auf der zweiten Streckenhälfte das Rennen zu unseren Gunsten entscheiden und uns damit letztendlich für die WM qualifizieren.
Rudern.de: Andreas, die Saison war bisher ein Auf und Ab. Was sind deine/eure Ziele für die WM?
Andreas: Nachdem ich diese Saison mit Eric den vierten Zweierpartner habe und das immer aus Gründen, die ich nicht zu verantworten hatte, war die Saison psychisch sehr belastend. Letztendlich hat es sich aber ausgezahlt weiter zu kämpfen und der Qualifikationsmarathon war damit endlich beendet. Für die WM haben wir uns das Finale als Ziel gesetzt, was im Zweier durchaus eine sehr schwere Aufgabe ist.
Rudern.de: Hat das Trainingslager in Sacramento eure Erwartungen erfüllt? Lohnt es sich mit der ganzen Mannschaft nach Übersee zu fliegen?
Andreas & Eric: Die Verpflegung und die Trainingsbedingungen auf dem Wasser, wie auch an Land, waren hervorragend und wir konnten den Trainingsplan voll umsetzen. Dieses lag nicht nur an der sehr guten Organisation, sondern auch an den hervorragenden klimatischen Bedingungen. Es lohnt sich auf jeden Fall, mit der ganzen Mannschaft nach Übersee zu fliegen. Die Stimmung ist sehr gut und wir freuen uns alle auf das Land und vor allem die WM in Neuseeland.
Rudern.de: Was hat euch in den USA am besten gefallen?
Andreas & Eric: Am meisten hat uns das gute Wetter hier in den USA gefallen. Im kompletten Oktober bei mindestens 20° bis 30° zu trainieren, war für uns eine einmalige Erfahrung. Auch die riesigen Shopping Malls sind eine Reise wert.
Rudern.de: Worauf freut ihr euch am meisten in Neuseeland?
Andreas & Eric: Aufgrund der wundervollen Landschaft, die man nur aus Film und Fernsehen kennt, dem hohen Bekanntheitsgrad des Rudersports in Neuseeland und der angekündigten Top-Veranstaltung freuen wir uns sehr dies selbst mitzuerleben.
Rudern.de: Vielen Danke für das Interview!
Andreas & Eric: Wir sagen danke und freuen uns auf weitere!
