WM 2010: Interview von Mathias Rocher aus dem Männer-Doppelvierer

  • Hans Gruhne, Tim Grohmann, Lauritz Schoof, Mathias Rocher
  • Hans Gruhne, Tim Grohmann, Lauritz Schoof, Mathias Rocher

    Hans Gruhne, Tim Grohmann, Lauritz Schoof, Mathias Rocher

von Oliver Palme
23.10.2010 - 13:00 Uhr

Rudern.de: Wie läuft der Doppelvierer, bist du zufrieden?

Mathias Rocher: Der Doppelvierer läuft gut, wir sind sehr optimistisch für Neuseeland. Wir hatten einige andere Sitzvarianten ausprobiert und kamen mit jeder Recht gut klar.

Rudern.de: Seid ihr gut im Trainingslager zurecht gekommen?

Mathias Rocher: Ja. Es ist ja auch nicht das erste Mal,dass wir zusammen fahren. Aber wir sehnen alle schon das Ende des Trainingslagers herbei,dass die WM endlich losgeht.

Rudern.de: Heute ist das Meldeergebnis heraus gekommen, wie siehst du die Konkurrenz?

Mathias Rocher: Die Konkurrenz ist wie erwartet anwesend, allerdings überrascht es uns, dass es nur 10 Boote sind, dass es kein Halbfinale geben wird. Das wird den Druck auf den Vorlauf etwas erhöhen. Aber wir kennen die Konkurrenz und können sie in etwa einschätzen, da wir schon gegen jeden von ihnen gefahren sind.

Rudern.de: Was hältst du von vier Finaltagen, einschließlich Adaptives?

Mathias Rocher: Es ist ungewöhnlich. Letztendlich sind wir einige der ersten, die mit der WM durch sind, während andere Mannschaften noch 2 Tage vor sich haben. Das wird interessant von der Teamdynamik her. Ich hoffe nur, dass es nicht auf die Stimmung am letzten Abend nach den Finals schlägt.

Rudern.de: Du warst letztes Jahr im Einer auf der WM. Fehlt dir das, oder bist du froh, dass du im Mannschaftsboot sitzt?

Mathias Rocher: Es ist immer ganz gut als junger Sportler sich nicht auf eine Bootsklasse zu spezialiseren, finde ich. Dazu bleibt noch Zeit, wenn man die Leistungsfähigkeit besitzt ganz vorne mitzufahren. Ich bin vor 2 Jahren bereits Doppelviierer gefahren in der U23-Altersklasse und habe dort sehr gute Erfahrungen gemacht. Damals trainierte mich ebenfalls Marcus Schwarzrock und daher weiß ich schon ganz gut, was er verlangt und wir verstehen auch, was der andere will. Zudem stimmt es menschlich in unserem Boot einfach und das fehlt im Einer eben, die Gesellschaft und das Mannschaftsgefühl.

Rudern.de: Was hast du in der letzten Saison gelernt? - Was waren die entscheidenden Momente?

Mathias Rocher: Gelernt habe ich, dass man mit Mut und Willen zum Kampf viel erreichen kann. Das haben mir die Halbfinals in Luzern und Poznan gezeigt. Auch, dass man mit Spaß an so eine Aufgabe herangehen muss. Das wird auch für Karl Schulze dieses Jahr das Motto sein: Spaß haben und die "Großen" ärgern. Ich denke, dass er in Neuseeland eine gute Figur machen kann.

Rudern.de: Hat das Trainingslager in Sacramento deine Erwartungen erfüllt? Lohnt es sich mit der ganzen Mannschaft nach Übersee zu fliegen?

Mathias Rocher: Ja es ist sicherlich besser für die Eingewöhnung an die Zeitverschiebung, wenn man es in Schritten macht und auch, was das Wetter angeht, hätten wir hier keine besseren Bedingungen haben können, wenn man an das momentane Wetter in Deutschland denkt. Die Organisation hat gestimmt, wir haben gut trainiert und auch etwas vom Land sehen können. Etwas besseres hätte man kaum erwarten können.

Rudern.de: Was hat dir in den USA am besten gefallen?

Mathias Rocher: Die Art, wie die Menschen miteinander umgehen. Hier sind alle sehr offen und interessieren sich auch sehr für uns. Sobald wir in einer kleinen Gruppe auftraten, wurden wir angesprochen, wo wir herkommen und was für Sport wir machen (Basketball und Football waren die häufigsten Vermutungen). Jedenfalls gab es immer Gesprächsstoff. Auch die Leute vom Sacramento Aquatic Center waren sehr freundlich und interessiert. Sie meinten, dass wir dort rudern würden, wäre eine Ehre für sie und sie wären dadurch motiviert besser zu rudern.

Rudern.de: Worauf freust du dich am meisten in Neuseeland?

Mathias Rocher: Auf die Rennen natürlich und wenn die Saison sich am späten Ende endlich auszahlt. Natürlich auch, am anderen Ende der Welt zu sein. Das ist sicher eine tolle Erfahrung.