WM 2010: Interview mit Florian Mennigen - Deutschlandachter
Bevor am Freitag die Eröffnungsfeier im Land der Kiwis stattfindet und der berühmte Deutschlandachter sich am Sonntag beim Vorlauf mit 10 weiteren Topachtern aus der Welt messen wird, erreichten wir den amtierenden Weltmeister Florian Mennigen (Ratzeburger RC) in 20.000km Entfernung.
RBL: Florian, wie ist die Stimmung im Flaggschiff der DRV-Armada
Mennigen: Die Stimmung im Team ist insgesamt gut und wir sind alle froh, dass wir nach dieser längsten aller Saisons uns nun endlich in die Riemen legen und unseren Saisonhöhepunkt bestreiten dürfen. Im dreiwöchigen Trainingslager haben wir viel an Kraft und Ausdauer geklotzt und feilen im „Feintuning“ nun noch ein wenig an der Sprintfähigkeit.
RBL: Als Zielsetzung kann man als amtierender Weltmeister schlecht sagen, dass man Zweiter werden möchte oder?
Mennigen: Ja das stimmt, wir wollen natürlich unseren Titel verteidigen und sind nach den Siegen in Henley und auf den Worldcups München und Luzern sehr optimistisch. Über 2000m sind wir seit 2 Jahren ungeschlagen und das soll nach Möglichkeit natürlich auch so bleiben. Aber wir werden auch keinen Gegner unterschätzen, denn Australien, Großbritannien und auch Olympiasieger Kanada sind sicherlich sehr stark einzuschätzen. Es werden vermutlich sehr enge und spannende Rennen werden
RBL: Wie verkraften Kopf und Körper die Belastungen des sehr langen Jahres?
Mennigen: Insgesamt sehr gut. Den langen Reisestress rund um die Welt und die knallharten Belastungen im US-Trainingslager haben wir gut überstanden und erholen uns gerade aktiv. Wir wissen, was wir drauf haben, alle sind gesund und die Spannung in den Köpfen, die absolut notwendig ist, baut sich gerade auf.
RBL: Wie sind die Bedingungen vor Ort bei der größten Sportveranstaltung in Neuseeland seit den Commonwealth Games 1990?
Mennigen: Sowohl von der Organisation als auch von der Umgebung ist dies eine WM, die verspricht überragend zu werden. Die Leute hier sind extrem freundlich und wünschen einem auf der Strasse viel Glück fuer die Rennen. Der WM-See (Lake Karapiro) ist sehr idyllisch und die Strecke bzw. der Bootsplatz sind gut ausgebaut. Es wird sogar Mittagessen für alle Sportler direkt an der Strecke angeboten, so dass man auch die anderen Mannschaften und Nationen sieht. Das ist ein bisschen wie bei Olympia, wo auch alle in einer Mensa essen. Die Anlagen sind zwar teilweise nur temporär angelegt, dafür ist an viele Kleinigkeiten und Details gedacht (Ergos zum Warmfahren und Ausrudern, Gymnastikmatten, Aufenthaltslounge fürs Sportler, etc.). Das ist schon toll, was die Kiwis hier auf die Beine gestellt haben.
RBL: Vielen Dank Florian Mennigen und viel Erfolg bei der Operation Titelverteidigung!
