Rudertag 2010: Bericht des DRV-Vorsitzenden
Rudern ist ein Mannschaftssport
Die Zeit vergeht wie im Flug und der Jubiläumsrudertag in Köln liegt über zwei Jahre hinter uns. Damals hatten die Delegierten die Wahl zwischen zwei Persönlichkeiten, die sich um das Amt des Vorsitzenden bewarben. Was übliche demokratische Praxis ist, wurde gelegentlich als Spaltung des Verbandes bezeichnet. Die vergangenen Jahre haben aber deutlich gezeigt, dass diese Spaltung tatsächlich nie existierte. Vielmehr gab und gibt es unterschiedliche Lösungsansätze in Sachfragen und diese werden kontrovers ausgetragen. Es ist mir dabei ein wichtiges Anliegen, mit allen Ruderkameradinnen und Ruderkameraden, die dazu Willens sind, in den Austausch um den besten Weg für den DRV zu treten. Dabei verstehe ich mich als Mitglied eines Mannschaftsbootes. Zwar gibt auch hier einer den Takt an; ein gutes Ergebnis wird aber nur erreicht, wenn sich jedes Teammitglied – gelegentlich auch unter Zurückstellung eigener Interessen – für das gemeinsame Ziel einsetzt. Dies ist uns im Präsidium überwiegend gelungen. .
Nach dem Ergebnis der Olympischen Regatta galt es, den Leistungssport neu zu ordnen. Mit der Berufung eines Cheftrainers haben wir die sportliche Führung breiter aufgestellt und das Leistungsprinzip und die Entscheidungstransparenz deutlicher in den Vordergrund gestellt. Gleichwohl besteht hier noch Verbesserungsbedarf. Die Ergebnisse im Jahr 2009 waren ermutigend und ich hoffe, dass das auch in der Gesamtbilanz für dieses Jahr gilt. Neben der Globalverantwortung als Vorsitzender habe ich zeitweise die Ressortverantwortung übernommen. Nach dem Rücktritt von Renko Schmidt, dessen Hintergründe ich auch aus heutiger Sicht zutiefst bedaure, ist dieser Bereich direkt bei mir verblieben. Dies war nur möglich, weil mich meine Stellvertreter vielfältig unterstützt haben.
Ein klarer Akzent meiner Arbeit war es, die Kontakte zum DOSB, der Deutschen Sporthilfe, dem Weltruderverband FISA und unseren Geldgebern aus der öffentlichen Hand zu restrukturieren. Meine Berufung in den Wirtschaftsausschuss des DOSB unterstreicht die Bedeutung, die der DRV im Deutschen Sport genießt. Ebenso wichtig ist für mich auch der Austausch mit den Vereinen und ihren Mitgliedern. Neben der Anwesenheit auf den zentralen Veranstaltungen in unserem Verband gelang dies durch die Besuche vor Ort, wobei meist Jubiläen oder Versammlungen der Landesruderverbände den Anlass boten.
Nicht gelungen ist es, einen Hauptsponsor für den DRV zu gewinnen. Die Gründe sind vielfältig und sicher nicht nur in der Wirtschaftskrise zu suchen. Es gelang bisher nicht, die unterschiedlichen Einzelinteressen zu bündeln und so zusätzliche Einnahmen für den Gesamtverband zu generieren. Auf diesem Sektor werden wir weitere Anstrengungen unternehmen müssen.
Insgesamt ist der DRV jedoch in seiner Breite gut aufgestellt. Die Berichte der einzelnen Ressorts, die in der gebotenen Kürze die zentralen Punkte dokumentieren, unterstreichen das. Nach meiner Auffassung wird dabei auch deutlich, warum wir zur Ausübung unseres Sports einen Verband brauchen, der Aufgaben wahrnimmt, die allein vor Ort nicht zu leisten sind. Selbst wenn man im Einzelfall auch ohne den Verband rudern kann, erhält unser Sport insgesamt in den Medien, aber auch bei Behörden und Organisationen, nur die notwendige Aufmerksamkeit durch eine starke Gemeinschaft – den DRV!

