Fachtagung zum Klimawandel in Berlin durchgeführt

  • Franz Brümmer, Vorsitzender des Kuratoriums

    Franz Brümmer, Vorsitzender des Kuratoriums

von Wolfgang Krutzke
19.11.2010 - 14:01 Uhr

Kuratorium „Sport und Natur“ arbeitet ein wichtiges Thema für Natursportler auf

Am 12.11.2010 führte das Kuratorium „Sport und Natur“ in der Vertretung des Freistaates Bayern in Berlin eine Fachtagung zum Thema „Klimawandel und Natursport“ durch.

Dr. Stephan Gruber von der Universität Zürich referiert über den Klimawandel im Hochgebirge. Er stellte die Veränderungen an Grafiken und Fotos eindrucksvoll dar und belegte so, dass im Hochgebirge der Klimawandel zum Anfassen nah ist. Gletscher, Skipisten, Permafrost unterliegen aktuell Veränderungen, an denen der Sport in diesen Gebieten nicht vorbei kommt.

Dr. Georg Heiß vom Museum für Naturkunde in Berlin trug über die Auswirkungen des Klimawandels in den Ozeanen vor. Anstieg des Meeresspiegel, Erhöhung der Wassertemperatur und Veränderung im Kohlendioxydhaushalt der Meere sind die wesentlichen Stichworte seines Vortrages. 

Dr. Ralf Scheibe von der Universität Greifswald sprach über die „Gefahren und Chancen des Klimawandels für den Wassersport an der Ostsee“. Er stellte dar, dass die Küstendynamik ein höheres Tempo erhalten wird. Dazu gehören die Abbrüche an den Steilküsten und die Anlandung der Sände in anderen Bereichen.  Es ist damit zu rechnen, dass der Badetourismus an der Ostsee irgendwann von Februar bis November möglich sein wird.
Für den Wassersport sind extremere Wetterlagen zu beachten. Das heißt aber auch, es wird weniger Niederschläge und Starkwindereignisse im Sommer geben wird und die Verstärkung der Wetterereignisse im Winter erfolgen wird.
Das führt zu der Notwendigkeit, der ständigen Wetterbeobachtung durch den Wasserfahrsport, um gefährliche Situationen rechtzeitig zu erkennen, einzuschätzen und richtig zu handeln.

Genau in diese Richtung argumentierte auch Thomas Graner, Fachbereichsleiter im Bundesamt für Naturschutz. Er  sprach zu dem Thema „“Anliegen des Naturschutzes an den Sport“ und  sagte, dass der Sport die Auswirkungen des Klimawandel erkennen muss und dieses nur kann, wenn seine Vertreter die relevanten Informationen erhalten. Der Klimawandel muss  in die Bildungskonzepte und Bildungspraxis der Sportverbände eingehen. Auch der Sport kann einen Beitrag liefern, schädliche Klimagase zu reduzieren. Hier müssen einfach die Konzepte der Mobilität überprüft werden und dem „Sport vor der Haustür“ die Priorität eingeräumt werden.

Besonders auf den letzten Punkt gingen die Referenten aus  den Reihen des Sports, DOSB-Vizepräsident Walter Schneeloch und Kuratoriums Vorsitzende Prof. Franz Brümmer ein.

Der Klimawandel ist real. Die Fakten sollten sachlich überdacht werden. Hysterie führt zu nichts. Gegenpositionen entstehen in der Regel aus Unwissenheit bzw. kommerziellen Interessen.

Das Fazit der Veranstaltung ist: Es war notwendig sich mit dem Thema zu befassen. Die Sportorganisationen mit ihren 27 Mio. Mitgliedern in Deutschland sind genau die richtige Ebene, um das Thema Klimawandel den Bürgern nahezubringen.