Sachsen-Anhalt: Ruderjugend und Topathleten in Bewegung - Große Bildungsaktion in den Herbstferien

von Klaus Schindler
21.11.2010 - 22:11 Uhr

Dass jede Sportart gut ausgebildeten Betreuernachwuchs braucht, um erfolgreich zu sein, ist unlängst kein Geheimnis mehr. Grade in der Ausbildung von Kindern und Jugendlichen sind gut qualifizierte Trainer/innen notwendig, denn hier wird der Grundstein eines jeden möglichen Olympiasiegers gelegt.
Die Ruderjugend Sachsen-Anhalt hat in diesem Bereich in den letzten Jahren viele Aktionen erfolgreich durchgeführt. Jährliche Bildungswochenenden, Sportartspezifische Jugendleitercarts, Technikseminare, Team-Rowing-Kurse, Technikstufen und „Steuermannspatente“ in den Ferienfreizeiten und Trainingslagern sollen beispielhaft, für die vielen Aktivitäten der Ruderjugend Sachsen-Anhalt, hier aufgezählt sein.

Die diesjährigen Herbstferien sollten alles bisher da gewesene „Toppen“!

In der Planungsphase sah alles relativ locker aus. Aber In der Praxis musste der Tag für die Teilnehmer/innen dann doch 24 h haben um alles zu bewältigen!
6 volle Tage, zwei Lehrgänge, 6x24 h, das sollte doch reichen!
Der 1. Teil der Trainer-C-Ausbildung und ein Lehrgang zum Erlangen des Sportbootführerscheins waren die beiden Ausbildungsschwerpunkte im diesjährigen Herbst. 19 Teilnehmer am Trainer-C-Schein und 13 Teilnehmer beim Sportbootführerschein, füllten die Lehrgänge mit Leben. Mit dabei diesmal zwei nette Thüringer-Ruderfreunde aus Roßleben und Jena- Nachbarschaftshilfe vom Feinsten für den Thüringer Ruderverband.

Als Ort des Geschehens wählten die Verantwortlichen den „Kitz am Hölzernen See“, welcher der Ruderjugend seit Jahrzehnten optimale Bedingungen für Ferienfreizeiten und Trainingslager bietet. Für den Sportbootführerschein konnte als „Fahrlehre“ der Vorsitzende der Schlauchbootjugend  -Uwe Gerlach- gewonnen werden. Für den Trainer C Lehrgang, unter Leitung des Lehrwartes der Ruderjugend und des Ruderverbandes -Steffen Planer-, waren acht externe und interne Referenten der Ruderjugend im Einsatz. Mit Top aktuellen Inhalten und spannenden Diskussionsthemen wurde die Ausbildung ein voller Erfolg. Die Seminare liefen jeden Tag von 9.00 Uhr bis 21.00 Uhr. Aber Ruderer und Ruderinnen sind ja in der Regel geprägt von Ausdauer und Disziplin, deshalb waren diese langen Tage kein großes Problem für alle Beteiligten. Es wechselte sich immer der Trainer-C-Lehrgang und Sportboot-Lehrgang im Alltagsgeschehen der Lehrgangsteilnehmer/innen ab.  
Praxisstunden im Motorboot, nicht selten im Nieselregen, verlangte den Teilnehmern/innen und Motorboot-Chef Uwe Gerlach eine ganze Menge körperliche und geistige Leistung ab. Hut ab vor Uwe Gerlach, der so manche Tage von früh bis spät im Motorboot unterwegs war, aber Schlauchbootfahrer sind eben auch „fast“ so hart wie Rudere/innen!

Dass die Motorbootestheorie und die Knotenkunde nur mit „Büffeln“ bis spät in die Nacht lernbar war, merkten die Teilnehmer schnell. Aber auch hier kam unser Leitsatz: „Gemeinsam schaffen wir alles, wir müssen nur wollen“ zum Tragen. Es fanden sich schnell Lerngruppen zusammen, die unter der Leitung von Robert Hartmann (Lehramtsstudent aus Halle) den späteren Erfolg der Teilnehmer/innen sicherte.
Der Prüfungskommission vom Deutschem Motorjachtverband e.V. Prüfungsausschuß Potsdam Binnen stellten sich alle Prüflinge mit Bravour und am Ende wurden 13 Sportbootführerscheine übergeben. Herzlichen Glückwunsch!

Rudern lernen – Rudern lehren

Parallel zum Bildungsprogramm fand ein Trainingslager der Ruderjugend mit 30 Sportler und Betreuern/innen statt. Die Rudervereine aus Bernburg, Dessau und Bitterfeld legten am Hölzernen See den Grundstein für die Wintersaison.  Auch die „Anfänger“ des Rudersports feierten ihre ersten Erfolge. Der Landesjugendleiter Klaus Schindler überreichte sechs Technikstufen I Urkunden und fünf Technikstufen II Urkunden. Die Wettkämpfe können nun für diese jungen Talente beginnen. Die „fortgeschrittenen“ Rudersportler/innen konnten die letzen Sonnenstrahlen auf dem Wasser genießen und noch einmal Kraft und „Bootsgefühl“ tanken.

Auch die Nachwuchsleistungssportler/innen (Junior A und B) aus Magdeburg und Halle trainierten parallel im Kiez neben an. Die Athleten/innen sorgten bei den Nachwuchsruderern der Ruderjugend für strahlende Augen, denn konnten erfolgreiche Talente wie Denis Sittel (Juniorenweltmeister 2010 im Doppelvierer) oder auch Martin Gulyas, das ein oder andere Mal auf dem Wasser oder an Land gesichtet werden.
Bleibt aber auch kritisch anzumerken, dass eine intensivere Zusammenarbeit der Trainer/innen der Leistungszentren und der Trainer/innen der Ruderjugend dringend Notwendig ist. Sollte doch hier die Zusammenarbeit mit der „Basis“ wieder mehr an Bedeutung gewinnen. Für die Zukunft sollten Ideen für eine intensivere Zusammenarbeit entwickelt werden, frei nach dem Motto der DRJ: „Vorwärts denken und rückwärts Rudern“!

Fazit des aktionsreichen Programms

Die Einschätzung aller drei Lehrgangsleiter, Steffen Planer (Trainer C), Uwe Gerlach (Sportbootführerschein) und Klaus Schindler (Trainingslager), viel durchweg positiv aus:
Ziel mit einem guten Ergebnis erreicht!
Für den 2. Teil der Trainer C Ausbildung in der Sport- und Begegnungsstätte in Wittenberg wünscht die Ruderjugend Sachsen-Anhalt allen Teilnehmern viel Erfolg und ist froh bald 19 neue Trainer/innen-C für die Arbeit im Kinder- und Jugendbereich der Ruderverbände Thüringen und  Sachsen-Anhalt in ihren Reihen zu haben.
„Schlagfrequenz halten“, kann ihr nur das Ziel aller Verantwortlichen sein.