Oskar Loewe sen. verstorben
Am 22. November ist Oskar Loewe im Alter von 82 Jahren verstorben. Das Ehrenmitglied des RV Bochum war ein großer Mann des deutschen Rudersports. Sein Herz galt insbesondere der Jugendarbeit und dem Masters-Rudern. Hierfür genoss er im Deutschen Ruderverband und der FISA hohes Ansehen. Ab 1986 war Oskar Loewe, der sich selbst oft mit „Oskar, der Löwe“ vorstellte, über 15 Jahre Beauftragter für das Altersklassenrudern und hat dieses wichtige Segment im DRV wesentlich geprägt.
Viele nationale und internationale Aktivitäten sind von Oskar Loewe ausgegangen. Mit seinen Ideen und Konzepten ist es ihm maßgeblich gelungen, dass das Masters-Rudern heute weltweite Bedeutung im Rudersport hat. Er stand für den wettkampfmäßig betriebenen Breitensport der Altersklasse von 27-75 Jahren.
Oskar Loewe ist einer der Initiatoren des Jungen- und Mädchenruderns. Ab 1965 hat er maßgeblich das „Kinderrudern“ in Nordrhein-Westfalen gefördert und geprägt. So gingen 1966 Doppelachter mit 8 und 9jährigen Schülern beim DRV-Anrudern in Wanne-Eickel auf das Wasser. 1969 hat er eine Initiative zur Verteilung von 100 Kinderskiffs an die Vereine in Nordrhein-Westfalen gestartet.
Neben seiner Funktionärstätigkeit waren ihm eigene Starts auf den Regatten wichtig. Hier kann er auf mehr als 500 Siege zurückblicken. Am Verbandsgeschehen hatte Oskar Loewe großes Interesse und galt als interessierter Ansprechpartner und Ratgeber. Seine Auftritte auf Rudertagen sind legendär, wenn er seine Mahnungen mit hohem emotionalem Engagement vortrug.
Früh hatte sich Oskar Loewe in seinem Verein als Jugendwart engagiert. Seine Weitsicht dokumentierte er bereits 1962 mit dem Aufbau eines Altherrenschwerpunktes in seinem Verein. Hierbei hat er Jugendarbeit, Leistungssport und Masters-Rudern vorbildhaft zusammengeführt.
Als Vereinsvorsitzender war Oskar Loewe anlässlich des 50-jährigen Bestehens des RV Bochum 1970 für die Ausrichtung des Deutschen Rudertages verantwortlich. Vielen Ruderfreunden ist er auch als Inhaber einer eigenen Bootswerft bekannt, die den Löwen als Logo trug. Im Jahr 2000 brannte die Werft aufgrund eines technischen Defektes ab,so dass sie trotz guter Zahlen unter Leitung seines Sohnes nicht weitergeführt werden konnte.
Großen Wert legte er auf Umgangsformen. Die Anrede „Hallo“ war im ebenso ein „Graus“ wie unkorrekte Kleidung. Ihn selbst sah man stets im Club-Sacko mit Krawatte und dunkler Hose.
Seine Lebensleistung wurde bereits 2001 mit der Plakette für besondere Verdienste gewürdigt. Der DRV trauert um eine große Persönlichkeit und spricht den Angehörigen seine Anteilnahme aus.
