Berlin erneut ein Ergo-Highlight!

von Landesruderverband Berlin
14.12.2010 - 20:32 Uhr

Karsten Brodowski war der Glanzpunkt der 14. Berlin Indoor Rowing Open

Man kennt das aus diversen Sportarten: die Schwimmer schwärmen vom schnellen Becken, die Marathonläufer loben die schnelle Strecke (z.B. beim Berlin-Marathon), die Kufenflitzer loben das schnelle Eis, die Leichtathleten die exzellente Bahn. Aber Ruderer, die sich in der aktuellen Jahrzeit vor allem auf dem Ergometer mühen und sich dafür diverse journalistische Bezeichnungen von wie „Trockenrudern“ gefallen lassen müssen, denen – meint man - kann es doch egal sein, wo die Geräte aufgestellt werden, die zudem auch in aller Regel immer vom selben Hersteller, nämlich Concept 2, stammen. Für die kann es doch angesichts der insofern identischer Voraussetzungen keinen Standort geben, der sich von anderen ab- und damit heraushebt. Oder?

Die 14. Indoor Berlin Open, die zugleich 2. Lauf zur Deutschen Hallenrudermeisterschaft 2010/2011 waren, gaben am Samstag darauf eine Antwort, die sich auf den Webseiten von DRV und LRV so liest: „Das Ruderzentrum Berlin ist – wie immer – eine Location für Höchstleistungen.“ Beleg für diese Feststellung ist vor allem Männer-Sieger Karsten Brodowski (RK am Wannsee), der die imaginären 2000 Meter in grandiosen, Saisonbestleistung bedeutenden 5:43,9 Minuten zurücklegte. Damit war er nicht fast 20 Sekunden schneller als die beiden nachfolgenden BRC-Ruderer Markus Kuffner (6:02,1) und Simon Gawlik (6:02,4), er unterbot zugleich die Siegerleistung vom Auftaktrennen der Fünfer-Serie bei den 10. Hessisch Open am ersten Dezember-Wochenende um gut 12 Sekunden. Die hatte mit dem einstigen Vorzeige-Einer Marcel Hacker (Frankfurt/Main) kein Namenloser erzielt. Da Meister und Teilnehmer der Hallen-WM am 20. Februar in Boston anhand eines Gesamtrankings der schnellsten Zeiten aus allen fünf Veranstaltungen (außerdem Lübeck, Ludwigshafen und Anfang Februar Kettwig) ermittelt werden, ist Brodowski jetzt erstmal die Nummer 1 und die Konkurrenten werden es schwer haben, ihn noch von dieser Position zu stürzen.

Berlin also erwies sich wieder einmal als eine Art „Wohnzimmer für das deutsche Ergometer-Rudern“. Der Beiname „Ergometer-Arena“ für die Sporthalle im LRV-Ruderleistungszentrum ist mithin durchaus treffend gewählt. „In gewisser Weise haben wir hier ja solche Veranstaltungen erfunden und dürfen uns durchaus als Pioniere fühlen“, sagt Geschäftsführer und Indoor Open-Chef Michael Hehlke in Erinnerung an die erste Gehversuche vor mehr als 20 Jahren. 1990 gab es die Wettkampfpremiere, seitdem ist das Trockenrudern in der Hauptstadt immer heimisch geblieben. „Am Anfang saßen wir noch mit der Stoppuhr neben den Ergos, an komplette Computervernetzung und visuelle Darstellung war nicht zu denken“, blickt Hehlke zurück. In der damaligen Presse staunte man mit Schlagzeilen wie „Rudern ohne kühles Nass, nanu, wie geht denn das?“ Ein bisschen mehr Staunen und Interesse, wenn auch anders angeregt, wünscht sich Hehlke ob der starken gezeigten Leistungen auch heute bei den Medien.

An 16 Ergometern wurde am Samstag in Berlin gerudert. Alles in allem rund 350 Kinder, Jugendliche, die aktuell besten Junioren und Senioren sowie die Masters, waren sechs Stunden lang praktisch nonstop unterwegs, ohne sich von der Stelle zu bewegen. Nicht nur Brodowski brillierte, auch in fast allen anderen Rennen wurden die Bestmarken von Kassel deutlich unterboten. Der Concept2-Verantwortliche Boris Orlowski ist überzeugt: „Neben Brodowski werden wir weitere Athleten der 14. Berliner Indoor Rowing Open im Team für die WM in Boston sehen.“ Bei den Frauen lautete der Einlauf in Berlin übrigens Annika Weisse (SV Energie/6:53,2) vor Magdalena Schmude (FrauenRC Wannsee/6:56,2) und Sophie Dunsing (SV Energie/6:57,3). Bei den Leichtgewichten waren Dominik Vent (RC Tegel/6:22,3) und Sina Burmeister (Treptower RG/7:12,6) die Besten.

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