Hannoverscher RC rudert auf dem Nil

Vom 15. - 17.01.2011 fand die 26. Internationale Nil Regatta in Luxor statt. Der „Hannoversche-Ruder-Club“ wurde zu diesem Ereignis vom Ägyptischen Ruder- und Kanuverband eingeladen. So starteten die Ruderer des HRC unter deutscher Flagge und zeigten sich dieser Herausforderung durchaus würdig.

Am 11. Januar ging es für das zehnköpfige Team mit dem Flugzeug nach Luxor, wo der Bustransfer zum Hotel wartete. In den nächsten zwei Tagen hatten alle Zeit, die vom ägyptischen Ruderverband zur Verfügung gestellten Boote zu testen und vor allem die beeindruckende Regattastrecke auf dem Nil kennen zu lernen. Außerdem wurde ein breitgefächertes Kulturprogramm angeboten, was von den Ruderern aller Nationen gerne wahrgenommen wurde.
Freitag, der erste Regattatag, begann mit einer großen Parade durch die Straßen von Luxor, auf der sich die internationalen Sportler auch untereinander gut kennenlernten. Am Nachmittag standen die Vorläufe der ersten Rennen an. Der Leichte-Männer-Doppelzweier mit Felix Stoll und Till Schmidt-Kleen konnte dem starken Endspurt des zypriotischen Bootes widerstehen und zog so in das Finale am nächsten Tag ein. Im Frauen-Einer trat Anne Gingrich an. Auf den letzten Metern konnte sie sich gegen die Konkurrenz aus den USA und Ägypten durchsetzen und qualifizierte sich ebenfalls für das Finale.
Die drei offiziellen Teambegleiter knüpften in dieser Zeit Kontakte zu anderen Landesverbänden, so dass dem HRC in Zukunft weiterhin spannende Regatta-Einladungen offenstehen.
Der Samstag begann sehr früh mit dem Finale im Leichten-Doppelzweier der Männer. Die Gewichtsbeschränkung wurde in diesem Rennen etwas aufgeweicht, so dass ein Durchschnittsgewicht von 74 Kilogramm – sonst 70kg -  erlaubt war. Allerdings konnte der HRC davon nicht so stark profitieren, wie die ägyptischen und algerischen Boote, die sich Platz 1 - 4 teilten.
Die beiden Ruderer vom HRC  mussten sich mit einem fünften Platz zufrieden geben.
Im Frauen-Einer waren die Favoritenrollen klar verteilt. Zypern, Frankreich und Schweden machten die Platzierungen unter sich aus. Anne Gingrich konnte sich gegen diese starke Konkurrenz nicht durchsetzten und musste sich am Ende mit einem knappen sechsten Platz begnügen.
Am Nachmittag stand dann der Vorlauf zum Männer-Doppelvierer an. Vom Start weg bewiesen die Ägypter ihre Klasse und verwiesen die übrigen Boote deutlich auf die Plätze. Der HRC konnte sich mit einer guten Länge gegen Zypern auf Platz zwei behaupten und zog so in das Finale ein.
Am Sonntag hatten alle Boote mit widrigen Bedingungen zu kämpfen. Zum starken Wind gesellten sich nun auch noch die Wellen der Nil-Kreuzfahrtschiffe, die leider keine Rücksicht auf die Regatta nahmen.
Bereits am Start zeigte sich, wer in der Wintersaison zusammen in einem Boot rudern konnte und wer nur wenig. Ägypten, Algerien und Zypern verließen die Start-Zone als Erste. Der HRC konnte sich erst über die Strecke wieder an die Führenden heranarbeiten und sich dann sogar noch an Zypern vorbeischieben.
Stephan Falke, Nils Pfullmann, Lorenz Quentin und Frederik Stoll freuten sich sehr über den dritten Platz. Bei der Siegerehrung wurde das deutsche Team aufgerufen, welches somit die erste Medaille für den DRV im Jahr 2011 gewann.
Zum Ende der Veranstaltung wurden alle Teams vom ägyptischen Sportminister zum Essen eingeladen, der sich für die gelungene Regatta herzlich bedankte. Neben den vielen Eindrücken von den Tempeln und Gräbern verbleiben vor allem die herzliche Gastfreundschaft und der kameradschafliche Austausch mit den Ruderern aller Länder in Erinnerung.