Brandenburg als Zentrum der Ruderwelt
Das Axxon-Hotel in Brandenburg an der Havel bot ideale Tagungsbedingungen für das diesjährige Joint-Commissions-Meeting der FISA. Der Weltruderverband führt einmal im Jahr alle Fachkommissionen an einem Termin zusammen. Diese beraten für sich und gemeinsam die Themen, die den Weltrudersport in der Zukunft bewegen. Derartige Veranstaltungen bieten auch die Gelegenheit zum internationalen Kontakt und vielen informellen Gesprächen. Der DRV ist in unterschiedlichen Gremien durch Stefanie Palfner (Wettkampfrichter), Lenka Wech (Athleten), Bernd Schuhmacher (Events), Prof. Dr. Jürgen Steinacker (Sportmedizin), Hartmut Buschbacher (Wettkampf), Stefan Piesik (Material) und Dr. Dag Danzglock (Europa-Rudern) vertreten.
Die Arbeit des Weltverbandes steht im Zeichen der Neuausrichtung seiner Aktivitäten. Der Sport soll auch für Sponsoren attraktiver werden, um die Reduzierung der Einnahmen aus der TV-Vermarktung zumindest auszugleichen. Dazu wird im Mai ein neues Branding vorgestellt, wobei die Farbkomposition des Logos (Blau/Grün) aus dem DRV bereits bekannt ist.
FISA wird stadtnahe Sprint-Events einführen, die mit den für die Ruder-Bundesliga bekannten Argumenten, begründet werden. Im Regattaplan ist zudem ab 2013 ein World-Cup in Übersee vorgesehen. Die Europa-Meisterschaft rückt daher auf Ende Mai, zudem werden Sprint-Events zwischen den bisherigen 2000m-Events platziert. Für die World-Cups wird ein neues Format diskutiert, wobei die Frage der Ausrichtung der Regatten auf die Weltspitze oder eher als Vorbereitungsevent auf Weltmeisterschaften noch nicht entschieden ist.
Neu eingeführt wird in diesem Jahr eine Junioren-EM, die allerdings der DRV nicht beschicken wird. Für 2012 ist eine Terminierung Anfang Juni geplant, sodass das Argument der Überschneidung mit der DJM entfällt. Da die U23-WM zur größten Meisterschaft der FISA gewachsen ist, steigt die Nachfrage nach internationalen Regatten für diese Altersgruppe. Im DRV steht daher gemeinsam mit den Regattaausrichtern die Überprüfung des bisherigen Angebotes internationaler Regatten und der Meisterschaften an.
Der Einfluss von Witterungsverhältnissen erhält mit der Überschrift „Fairness“ eine besondere Bedeutung. Dazu sucht man nach Möglichkeiten, die Verhältnisse vor den Rennen zu objektivieren.
Für die Handicap-Sportler wird ein neuer Anlauf unternommen, um geistig behinderten Sportlern ab 2013 eine Startmöglichkeit zu geben.
Neu formiert wurde die Medien-Kommission. Ihr gehören nun Vertreter der zukünftigen WM-Ausrichter an. Seitens der Athletenvertretung wurde der neue Zeitplan für die WM in Bled mit vier Finaltagen begrüßt. Offen steht das Gremium der Erprobung des Time-Trial-Systems während des WC in München gegenüber.
Nach erfolgreicher Tagung wurde ein Empfang der Oberbürgermeisterin der Stadt Brandenburg an der Havel Frau Dr. Dietlind Tiemann, an dem mit Dr. Thomas Bach (IOC-Vizepräsident und DOSB Präsident), Katarina Witt (Olympiabewerbung München) und die Sportministerin des Landes Frau Dr. Martina Münch weitere Prominenz teilnahmen, zum besonderen Höhepunkt. Stadt und OK hatten dazu mit einem Fackelspalier, Gesangs- und Tanzdarbietungen sowie einem ausgewählten Buffet im Alten Rathaus für einen stimmungsvollen Abend gesorgt.
Das Treffen wurde durch den LRV Brandenburg und den Havel-Regatta-Verein unter Führung von Hartmut Duif ausgerichtet. Finanzielle Unterstützung leisteten der Bund, Land und Stadt Brandenburg sowie der DRV.
„Insbesondere die Stadt Brandenburg hat ihre besondere Verbundenheit mit dem Rudersport deutlich gemacht. Der FISA wurde eindrucksvoll das Interesse der Kommune an der WM 2015 vermitteltt“, bilanziert DRV-Vorsitzender Siegfried Kaidel die Veranstaltung. „Brandenburg und ganz Ruderdeutschland haben sich als tolle Gastgeber gezeigt. Wir danken den Organisatoren vor Ort und der öffentlichen Hand, besonders aber der Stadt, für ihre finanzielle und materielle Unterstützung, ohne ein solches Ereignis nicht zu stemmen ist.“
- Links:
- www.stadt-brandenburg.de


