Bundesliga: Minden-Münsteraner Ruder-Allianz erwacht aus langem Winterschlaf

von Alina Sachtleben
10.03.2011 - 11:52 Uhr

Bundesliga-Achter startet Saison 2011 in Amsterdam

Minden (sachtleben) Ein leichtes Plätschern des Bootes beim Einsetzen ins Wasser ist zu vernehmen. Die acht Ruderinnen greifen sich ihre Riemen, setzen sie ein und auf das Kommando der Steuerfrau „Mannschaft – stößt ab!“ stoßen acht Beine im Einklang das Ruderboot vom Steg und der Achter gleitet die ersten Meter über das Wasser. Das Bundesliga-Team „Melitta-Achter Minden“ kann nach einem langen Winter endlich wieder auf dem Wasser zusammen trainieren. Aus Minden vom Bessel-Ruder-Club sind die ehemaligen Bessel- und Herderschülerinnen Sarah Schwier, Ann-Christin Meier, Inken Neppert, Melanie Lukas, Tanja Wolschendorf und Alina Sachtleben im Kader des Achters vertreten. Diese sechs Frauen bilden seit mehreren Jahren den Kern des Mindener Frauenachters. Schon wie in der Saison 2010 geht der Frauenachter auch dieses Jahr erneut eine Kooperation mit dem Ruderverein Münster vom Landesleistungsstützpunkt Westfalen ein und komplettiert mit Hilke Müller, Lisa Thiem, Sybille Ellermann, Karoline Müller und Hannah das Team von der Weser.

So startet der Melitta-Achter dank der Unterstützung durch den namensgebenden Sponsor mit einem erweiterten Kader von 13 Frauen in die dritte Saison der flyeralarm Ruder-Bundesliga. Die Mindener Herderschülerinnen Jördis Waterbär und Katharina Kleegrewe sind aus dem Juniorenbereich des Bessel-Ruder-Clubs zu den Frauen hinzugestoßen und wollen die Mannschaft tatkräftig unterstützen. Der erweiterte Kader erlaubt es der Mannschaft auch während der laufenden Renntage noch Umbesetzungen vorzunehmen und so beispielsweise im Finale mit zwei ausgeruhten Ruderinnen an den Start zu gehen. Zudem kann auf eventuelle Ausfälle schneller reagiert und ein konstant hohes Leistungsniveau gewährleistet werden. Nach aktuellem Planungsstand wird zum ersten Renntag der Ruder-Bundesliga am 14. Mai das Feld der 1. Frauenliga prall gefüllt mit 16 Teams in die Saison starten. Die Gegnerinnen des Achters Minden-Münster kommen dabei aus allen Teilen der Bundesrepublik, so sind u.a. Ruderhochburgen wie Hamburg, Berlin, Dresden und Krefeld mit Achtermannschaften vertreten. Aus diesen vier Städten ist auch mit der größten Konkurrenz zu rechnen. Der Alsterachter aus Hamburg ist sowohl 2009 als auch 2010 als offizieller Liga-Champion aus der Saison heraus gegangen.

Durch zahlreiche Umbesetzungen in den gegnerischen Booten ist es allerdings schwierig Einschätzungen für 2011 abzugeben. Außerdem ist das Wettkampfprinzip Ruder-Bundesliga nur schwer vorhersagbar. Auf der kurzen 350m-Sprintdistanz muss jeder der circa 45 Schläge perfekt sitzen, um ein Rennen gewinnen zu können. Jeder kleinste Patzer, sei er durch Witterungseinflüsse von außen oder durch technische Fehler von innen ausgelöst, kann für den Rennausgang entscheidend sein. „Unsere Startlizenz haben wir erhalten und die Saisonfinanzierung ist gesichert. Nun wollen wir versuchen an die Vorjahressaison anzuknüpfen und peilen eine Platzierung im oberen Mittelfeld an.“ lässt Steuerfrau Ann-Christin Meier forsch verlauten, welche mit ihrer Mannschaft 2010 auf Platz 6 landete.

Um dieses Ziel zu erreichen startet der Melitta-Achter bereits am kommenden Wochenende auf der ersten Vorbereitungsregatta, dem Heineken Roeivierkamp, in Amsterdam. An zwei Renntagen gilt es die vier Distanzen über 5000 m, 2500 m, 750 m und 250 m erfolgreich zu absolvieren. Dieser Wettkampf bildet einen guten Übergang zwischen den Langstreckendistanzen, die hauptsächlich zur Verbesserung der Ausdauerathletik im Winter gefahren werden und den Kurzstrecken, die im Sommer auf dem Programm stehen. Der Melitta-Achter startet hierbei als einziges Deutsches Boot in der Grachtenstadt. Die Mannschaft wird hierbei von Sophie Borchert von der Ruder-Gesellschaft Hansa Hamburg verstärkt. Gemeinsam mit ihr gehen Katharina Kleegrewe, Sarah Schwier, Jördis Waterbär, Alina Sachtleben, Inken Neppert, Hilke Müller und Schlagfrau Tanja Wolschendorf an den Start. Steuerfrau Ann-Christin Meier wird das Team an den Steuerseilen unterstützen und hat deshalb natürlich großes Interesse daran ihre Mannschaft in der finalen Trainingseinheit zu betreuen, um sie dann auch in der niederländischen Hauptstadt optimal leiten zu können. Das seichte Plätschern soll dann schließlich aufbrausen, wenn der Bug des Melitta-Achters die Wellen der Amstel teilt.

Das Was-ist-Was der RBL

  • Die Ruder-Bundesliga ist ein im Jahre 2009 ins Leben gerufenes Wettkampfprinzip, welches sich aus der 1. und 2. Bundesliga der Männer, sowie der 1. Bundesliga der Frauen zusammensetzt.
  • An fünf Renntagen können die knapp 50 Achterteams aus ganz Deutschland auf der kurzen 350m-Sprintdistanz Punkte sammeln.
  • Die Kurzstrecke ist extrem publikumswirksam, da die Strecke vom Start bis zum Zieleinlauf – im Gegensatz zur klassischen 2.000m-Strecke -  komplett einsehbar ist.
  • Die Ausrichter streben an, einen Großteil der Renntage in den Innenstädten deutscher Metropolen wie Hamburg und Frankfurt stattfinden zu lassen, um den Rudersport in Deutschland wieder präsenter werden zu lassen. Dazu werden die Rennen im Minuten-Abstand gestartet und mit Techno-Klängen untermalt. Jeder Renntag verspricht ca. 100 spannende Zielentscheidungen, welche der Zuschauer hautnah miterleben kann.