Kinder- und Jugendschutz in der Ruder-Union Arkona

Gewalt und sexueller Missbrauch sind ein gesellschaftliches Phänomen, das sich durch viele Lebensbereiche zieht und leider auch vor dem Sport nicht Halt macht. Von Tätern ist bekannt, dass sie meist strategisch vorgehen und sich gern dort aufhalten, wo sie leicht Kontakt zu Kindern und Jugendlichen aufbauen können. Hier gilt es, die Aufmerksamkeit auch in den Sportvereinen und zu schärfen, um Kinder und Jugendliche vor sexueller Gewalt möglichst wirksam zu schützen.

von Werner Fromm (Ruder-Union Arkona Berlin 1879 e.V.)
31.03.2011 - 12:14 Uhr

Nachdem im vergangenen Jahr der Missbrauchsskandal schwerpunktmäßig in  Internatsschulen, konfessionellen Einrichtungen, etc. monatelang die Schlagzeilen beherrschte, ein runder Tisch ins Leben gerufen wurde und drei Bundesministerien beschäftigte, setzte  der Vorstand der Ruder-Union Arkona unverzüglich dieses Thema auf seine Tagesordnung, um Mitglieder, Übungsleiter, Jugendbetreuer zu sensibilisieren, um  für den Verdachtsfall gewappnet zu sein.

Im ersten Schritt wurde von allen Jugendbetreuern und Übungsleitern das erweiterte Führungszeugnis eingefordert, damit bei deren Auswahl neben der fachlichen Qualifikation auch besonders auf die persönliche Eignung geachtet wird.

Mit Beginn der neuen Ausbildungssaison wurden in einem zweiten Schritt nun weitere Maßnahmen in Angriff genommen. Zunächst wurden Mitte März diesen Jahres alle Betreuer, die im Verein Kontakt mit Kindern und Jugendlichen haben, zu einer Vorstandssitzung eingeladen, in der ein kürzlich in der ARD gezeigter 30-minütiger RBB-Film „Der Trainer war der Täter“ präsentiert wurde, in dem das Gefahrenpotenzial für Missbrauch im Sport beeindruckend erläutert wurde.

Im dritten Schritt hat Arkona eine Vertrauensperson als Beauftragte für den Kinderschutz benannt, die Beschwerden entgegennimmt und zu der Kinder und Jugendliche permanent Zugang haben. Sie ist dem 1. Vorsitzenden direkt unterstellt und wird nun im vierten Schritt Informationsveranstaltungen für Kinder- und Jugendliche, Eltern sowie Jugendbetreuer organisieren.

Bisher gab es in der Ruder-Union Arkona weder Missbrauchs- noch Verdachtsfälle. Die in Angriff genommenen  Maßnahmen haben rein präventiven Charakter, sollen Kinder und Jugendliche schützen aber auch den Jugendbetreuern eine gewisse Sicherheit im Umgang mit den Nachwuchskräften vermitteln.