Bundesliga 2011: Frauenachter aus Rauxel will den Kick spüren
Die Quereinsteigerinnen vom Rhein-Herne-Kanal wollen sich als Mittelfeldruderinnen etablieren
Die schwarz-weiß-grüne Gemeinschaft vom RV Rauxel avanciert in der RBL zum Vorzeige-Verein, da auch die Stadt und die Region das Bundesliga-Konzept ganzheitlich verkörpern und den Rudersport vorbildlich in der Öffentlichkeit präsentieren.
Der Frauenachter des Ruderverein Rauxel 1922 e.V. (RVR) freut sich auf seine zweite Saison in der flyeralarm Ruder-Bundesliga (RBL). In 2011 wird für die Frauen in schwarz-weiß-grün auch wieder der Spaß am Wettkampf enorm wichtig sein, aber vor allem ihr sportliches Ziel einer Platzierung in der oberen Tabellenhälfte steht im Vordergrund.
Die Frauen-Liga ist spannender denn je
2011 verspricht für die 1. Bundesliga der Frauen eine spannende Saison zu werden. Es haben sich neue Mannschaften gegründet, die Top-Mannschaften des vergangenen Jahres werden sich wieder einmal nichts schenken und alle Liga-Neulinge aus 2010 haben Erfahrung gesammelt und sich im Idealfall besser vorbereiten können – so wie der Frauenachter des RVR. „Kurz vor unserem RBL-Start 2010 wussten wir noch so gar nicht, wo wir stehen. In Frankfurt waren wir wahnsinnig nervös, denn nur einige von uns konnten ausreichend 350-m-Erfahrung vorweisen. Wir sind halt mehr so die Quereinsteiger“, berichtet Bugfrau Jeannine Balz. „Aus unserer ersten Saison haben wir aber einiges mitgenommen und wollen das auch entsprechend umsetzen.“
Neuer Trainer – Neue Begeisterung
Seit letztem Herbst hat Alexander Lücke, selbst RBL-Ruderer in der Männermannschaft des RV Rauxel, das Kommando übernommen und gestaltet die Trainingspläne der Frauen. „Natürlich lag im Winter der Schwerpunkt bei der Technikverbesserung im Boot, außerdem haben wir an der Grundlagenausdauer gearbeitet. Denn gerade da hat es im letzten Jahr bei der Mannschaft an Substanz gefehlt. Da wurden die 350m schon mal verdammt lang.“ Neben den üblichen Einheiten auf dem Wasser, dem Ruderergometer und auf der Laufstrecke, den Krafteinheiten im Hantelraum oder auch mal Sprinteinheiten in der Beach-Halle hieß es wieder auf zum Kickboxen. „Und Boxtrainer Isa Topal ist eins mit Sicherheit nicht: zimperlich“, bestätigen alle Mädels, die regelmäßig zu Einheiten im Kendo auf der Matte stehen.
„Es geht um Koordination, darum Schnelligkeit, Biss und Kampfgeist effektiv einzusetzen. Wir hauen uns da ja nicht die Köpfe ein“, grinst Kira Soba, die gemeinsam mit Anna Jesenko neu zur Mannschaft gehören. „Obwohl, so ganz neu sind die beiden nicht“, erwähnt Julia Starystach, wichtige Kraft im Mittelschiff. „Die beiden sind eigentlich schon seit vorletztem Winter bei uns. Da haben sie gerade das Rudern für sich entdeckt und wir haben sie für uns entdeckt. Mitgereist sind sie sowieso fast immer. Zu uns gehören sie als schon länger.“
Drei lange Jahreszeiten liegen zwischen dem Finale der vergangenen Saison in Münster und dem Start der RBL 2011. Man quält sich durch den ganzen Herbst, durch noch längere Wintermonate, um im Frühling endlich wieder häufiger auf’s Wasser zu können und um sich langsam an die Sprintdistanz heranzutasten. „Das bedeutet u.a. Wiederholungen der Startsequenz und das ohne Ende, aber dafür liegen wir dann irgendwann tatsächlich am Start, warten auf grün und fliegen hoffentlich nur so raus“, freut sich Katrin Specka, die seit der letzten Saison schon im Mittelschiff der roten Lore sitzt (Bootsname des BBG-Achters).
„Ansonsten hat sich auch nicht allzu viel im Mannschaftskader getan“, sagt Team-Captain Magdalena Jakschik. „Uni und Job werden die eine oder andere mal von einer Regatta fernhalten, Anna und Kira sind von Anfang an dabei und zum Ende der Saison werden Margarete Jakschik und Hannah Bornschein dazu stoßen – beide willkommene Unterstützung.“ Unterstützung wird es auch wieder vom Streckenrand geben, „die Fans in schwarz-weiß-grün, Freunde und Verwandte, waren im letzten Jahr schon einfach genial und mit denen wird’s in diesem Jahr bestimmt auch wieder fantastisch“, so die Meinung der Mannschaft.



