Werralandrallye und Wesermarathon 2011

Jedes Jahr wieder und doch immer anders – die „schönste Schinderei im Frühjahr“.

von Doris Himmelsbach (Berliner Ruder-Club Hevella)
27.05.2011 - 10:08 Uhr

Dieses Jahr hatte der Termin 06./07.05.2011 außer der Europäischen Rheinregatta noch den „Tag des Rudersports“, an dem der RC Tegel sein 125jähriges Jubiläum feiert, als Konkurrenzveranstaltung. Trotz diesem wichtigen Termin hat sich der LRV Berlin entschlossen seine Gemeinschaftsfahrt zum Wesermarathon durchzuführen. Es sind in den einzelnen Vereinen immer nur wenige, die an einer solchen Rudertour Spaß haben. Wir  konnten trotzdem noch mit zwei Vierern und einem Einer und unserem festen Landdienst Hendrik aus Storkow starten. Dabei waren:

  • Benedikt Nethe, Märkischer Ruderverein (Fahrtenleiter für die Jugend)
  • Doris Himmelsbach, BRC Hevella (Fahrtenleitung)
  • Hendrik Nöcker, Storkow (fester Landdienst)
  • Karin Otto, Darmstädter RV
  • Jörg Baumgärtl, PRG Berlin
  • Elke und Frank Maschkiwitz, Esslinger Ruderverein
  • Maike Dußling, Clever Ruderverein
  • Paul Brenker, Märkischer Ruderverein Berlin
  • Daniel Kage, Märkischer Ruderverein Berlin
  • Alexander Teichmann, RU Arkona Berlin
  • Alexander Melchert, Märkischer Ruderverein Berlin

Werralandrallye

Die Osterfahrer aus Berlin hatten uns vor den anstrengenden Umtragestellen gewarnt. Aber wir wollten es trotzdem wissen. Und da wir für die Werra zwei Landdienste hatten, würden die Umtragestellen nicht das große  Problem für uns sein. Außer uns waren nur noch Christoph Stephan aus Neuss mit seinem Vierer und ein Zweier ohne aus Lübeck unterwegs und natürlich viele Kanuten. Der Veranstalter sprach von ca. 400 Teilnehmern.

Die Werra hatte absolutes Niedrigwasser. Die Schleuse in Eschwege passierten wir noch ohne Schwierigkeiten. Das Schleusenpersonal von der DLRG und Mitgliedern der Kanuvereine Eschwege und Witzenhausen gaben uns Ruderern einen Schub Wasser mit, in dem sie nach dem Runterschleusen die Schleusentore oben leicht öffneten. So kamen wir problemlos über die Schwelle vor der Schleuse. Vielen Dank für die Hilfe. Es wurde uns mitgeteilt, dass die Schleuse in Bad Soden Allendorf gesperrt ist, also eine Umtragestelle mehr.

Damit unser Boot keinen Schaden bekam, entschieden wir uns dann nach längerer Diskussion für den längeren Weg des Umtragens. Da unser Landdienst mithalf, war es kein großes Problem die beiden Vierer umzutragen. Nach dieser Aktion war dann das Ziel in Witzenhausen schnell erreicht. Dort stärkten wir uns an dem leckeren Essen, das der Kanuverein vorbereitet hatte und ruderten zügig weiter, da wir nicht wussten, was uns an den nächsten Umtragestellen erwartete. Den Flutgraben passierten beide Boote problemlos.

Dann war die Umtragestelle „Am letzten Heller“ erreicht. Hier wird gebaut. Vor und hinter der jahrelang unbenutzten Schleuse war Schotter aufgeschüttet worden. Die Bootswagen sind somit nur ein kurzes Stück zu benutzten, denn über den Schotter wird besser getragen. Bei dem Niedrigwasser ging die Umtragestelle steil bergab. Mit Hilfe unseres Landdienstes konnten wir bald weiterrudern.

An dem letzten Wehr in Hann.-Münden wurden hinter den alten Schleusentüren zwei Turbinen gesetzt. Vor den Turbinen gibt es jetzt quer rüber einen Steg – es kann also nichts passieren an der Umtragestelle. Da das Wehr mit Schotter zugeschüttet worden ist, besteht jetzt keine Querströmung mehr und wir konnten unsere Boote problemlos rausnehmen, ohne Angst haben zu müssen, dass sie über das Wehr runter gezogen werden.

Schnell war die Jugendherberge in Hann.-Münden erreicht. Ich hatte noch genügend Zeit meinen Maas-Einer für den nächsten Tag auszurüsten und Probe zu rudern. Die Herbergsleitung, Gerda und Jürgen Hoffmann, bewirteten die Teilnehmer des Wesermarathons leider zum letzten Mal, da sie aus gesundheitlichen Gründen, die Tätigkeit aufgeben müssen. Beim Abendessen und Frühstück wurde jeder satt und es hat allen gut geschmeckt. Wir waren beim Frühstück um 4:30 Uhr eine der ersten Gruppen und konnten dann auch kurz nach 5 Uhr fast als erste Boote ablegen, ganz ohne Gedränge am Steg. Vor uns legte nur Christoph mit seinem Vierer ab.

Obwohl ich einen guten Start und genügend Vorbereitung für den Wesermarathon hatte, lief die Regatta wegen gesundheitlicher Probleme doch nicht so wie ich es geplant hatte. Das Wetter war super, nicht zu warm, kein Regen und Schiebewind den größten Teil der Strecke. Mein Boot lief super, auch in den Windstücken und den Wellen der Motorboote, nur leider nicht so schnell wie sonst. Ich hatte mir so eine Zeit von ca. 10 Stunden ausgerechnet, gebraucht habe ich aber  12 Stunden. Etwas enttäuscht von mir und ziemlich fertig kam ich im Ziel in Hameln an.

Das Boot mit Bene, Teichi, Alexander, Paul und Daniel kam nach knapp 11 Stunden als erstes Ruderboot im Ziel an. Eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass zwei von ihnen als Neuling dabei waren. Herzlichen Glückwunsch und weiter so.

Unser zweites Boot mit Jörg, Karin, Maike, Frank und Elke kamen kurz danach ins Ziel. Super Leistung.

 Laut Veranstalter waren es nur 1.500 gemeldete Teilnehmer bei diesem Wesermarathon. Vor einigen Jahren war es gut doppelt so viele. Allerdings ging es nicht ganz so hektisch zu wie früher und man fand problemlos einen Parkplatz am Kanuverein. Belohnt wurde die erfolgreiche Teilnahme mit Aufkleber und Medaillen.

Da wir noch auf Gerd warten mussten, der mit Wolfgang Pott unterwegs war, kam der Bootstransport mit etwas Verspätung in Hameln los und wir erreichten Berlin erst um 23 Uhr. Aber auch die Bahnfahrer von uns kamen nur mit einigen Problemen zu Hause an.

Vielen Dank an Hendrik für seinen Landdienst. So geht es doch alles etwas einfacher.

Auf Wiedersehen bis zum nächsten Jahr? Dann übernimmt wieder der Kanuverein aus Hann.-Münden die Organisation, Termin ist der 06. Mai 2012.