Gerhart Beyer verstorben
Am 1. Mai 2011 verstarb kurz vor Vollendung seines 98. Lebensjahres Gerhart Beyer, Ehrenmitglied des DRV, in Fürstenwalde. Mit ihm verliert der Deutsche Rudersport einen seiner ältesten Zeitzeugen sowie einsatzfreudigsten und verdienstvollsten Ruderkameraden, der sich über viele Jahrzehnte hinweg dem Rudersport gewidmet hat.
Ob Wettkämpfer, Funktionär oder Wanderruderer – wer im DRSV der DDR kannte ihn nicht? Bereits als Schüler rudernd entwickelte sich seine Begeisterung im RV “Leipziger Sturmvogel”. In mehreren Boots- und Leistungsklassen war er erfolgreich als Rennruderer am Start.
Nach dem 2. Weltkrieg aus der Gefangenschaft zurückgekehrt, widmete er sich sofort dem Wiederaufbau des Rudersportes in der damaligen sowjetischen Besatzungszone. Wie er und viele andere Rudersportler in Ost- und Westdeutschland diese gewaltige Aufbauarbeit bewältigen konnte wurde von ihm in mehreren anschaulichen Beiträgen mit dem Titel “vor 50 Jahren” dargestellt. Von seinen vielen erfolgreichen Tätigkeiten seien nur einige hervorgehoben: nach 1945 half er bei der Vermessung, Registrierung und Sicherstellung der noch vorhandenen Boote, Bootsmaterialien und Produktionswerkzeuge. Er baute die Messstrecke in Feldberg auf, organisierte den Bau der ersten neuen Boote nach dem Krieg 1951 und war technischer Leiter bei der EM der Frauen, bei zwei Verbandstreffen des DRSV sowie bei Wettkämpfen der Freundschaft. Außerdem war er bei nationalen Regatten als Kampfrichter im Einsatz.
Als Gerhart Beyer auf eigenen Wunsch auf dem vierten Verbandstag 1978 aus dem Präsidium als Ehrenmitglied verabschiedet wurde, stellte er klar, dass ein beschauliches Pensionärsleben für ihn nicht in Frage kommt – nun widmete er sich Beiträgen wie Regattaberichten und Artikeln zu seinem Lieblingsthema “Bootsbau”. Für seine Mitarbeit am Ruderlehrbuch der DDR erhielt er den “Guths-Muths-Preis” und als einer der wenigen ehrenamtlichen Funktionäre des DRSV konnte er sich mit dem Titel “Verdienter Meister des Sportes” schmücken. Auch in seinen letzten Lebensjahren war sein Interesse am nationalen und internationalen Rudersport ungebrochen. Seine persönliche Korrespondenz mit vielen Ruderkameraden wird fehlen!
Quelle: Rudersport 6/2011
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