Bundesliga 2011: Ein Blick hinter die Kulissen


12 Mitarbeiter auf 32 Quadratmetern

Beim Blick hinter die Kulissen der RBL-Geschäftsstelle wird deutlich, dass sich ein junges Team für den Gipfelsturm einspielt

Seit Februar 2011 bereichern wieder bis zu zwölf neue Gesichter das Kernteam der Ruder-Event GmbH, das sich für die operative Umsetzung des Projekts Bundesliga verantwortlich zeichnet und dazu beiträgt, dass sich das Liga-System von Jahr zu Jahr weiterentwickelt. Die tatkräftige Unterstützung und die einzelnen Vorlieben für Sport, Medien, Design und Management, die die jungen Nachwuchskräfte mitbringen, ist die Strategie der REG. Die angehenden Absolventen geben wertvolle Impulse und tragen Saison für Saison zum Gelingen der Deutschland-Tournee und des öffentlichen Auftritts bei. Im Interview gibt Geschäftsstellenleiter Nils Budde Einblicke in die Arbeit hinter den Kulissen.

Bundesligamagazin: Auf der offiziellen Homepage der RBL stellen Sie Ihren Lesern alle neuen Praktikanten jeweils im Interview vor. Diese Serie schien bis Ende April nicht abzureißen. Wie haben sie die zu besetzenden Stellen beworben, wie war der Rücklauf und wie viele Bewerbungsgespräche haben Sie geführt, um das Geschäftsstellen-Team für die bevorstehende Saison komplett zu haben?

Nils Budde: Bei der Suche sind wir sehr strukturiert und zielgerichtet vorgegangen. Wir haben zunächst viele persönliche Kontakte zum jeweiligen Career Service der Universitäten und Fachhochschulen aufgebaut und haben darüber hinaus natürlich Gelegenheiten genutzt, bei Firmenkontaktmessen präsent zu sein. Der direkte, persönliche Kontakt hat sich dabei immer als gute Grundlage erwiesen, ein positives Image zu vermitteln. Die Anzahl der rund 50 Bewerbungen für vier verschiedene Teilbereiche hat uns in unserer Vorgehensweise bestätigt. Mitte November vergangenen Jahres haben wir zunächst mit Einzelgesprächen begonnen. Aufgrund der Vielzahl der Bewerbungen sind wir in der Folge bis Mitte Januar zu Gruppengesprächen übergegangen. Assessment-Center würde ich es nicht nennen, aber die Richtung ging dorthin.

Bundesligamagazin: Sie sprechen von verschiedenen Teilbereichen, die im operativen Geschäft der RBL notwendig sind und für diese Sie Nachwuchskräfte suchen. Welche sind dies und welche Aufgaben und Ziele bringen Sie damit in Verbindung?

Nils Budde: Nach unseren Vorstellungen wollen wir das attraktive Wettkampfformat dahingehend weiterentwickeln, dass es auch den Vorstellungen der Medien entspricht und den Rudersport mehr in die Öffentlichkeit bringt. Die Bundesliga verkörpert Rudern als Lifestyle und Achterrudern als neues Lebensgefühl. An dieser Umsetzung arbeiten wir in einem Team aus Sport- und Eventmanagern, Mediendesignern, Content Managern sowie Nachwuchskräften aus dem Bereich Public Relations.

Bundesligamagazin: Wenn man einen Vergleich zum Rudersport zulässt, so scheint sich Ihr Team nach einem halben Jahr immer dann aufzulösen, wenn das Zusammenspiel so richtig optimiert ist. Ist das eine Dauerlösung?

Nils Budde: Ich gebe zu, dass unser System nicht nur Vorteile mit sich bringt. Zum einen erhalten wir durch unsere neuen Mitarbeiter stetig neue Ideen und Impulse, zum anderen müssen diese natürlich immer wieder neu eingearbeitet werden. Ich würde uns ganz klar als Ausbildungsbetrieb bezeichnen. Wir arbeiten intensiv daran, diese Einarbeitungszeit so kurz wie möglich zu halten. Trotz der Abkehr nach einem halben Jahr lebt die RBL grade von diesen engagierten Studenten, die sich im Rahmen ihrer sechs monatigen Praxissemester bei uns engagieren.

Bundesligamagazin: Was verdienen Praktikanten bei Ihnen und wie ist das Praktikum aufgebaut?

Nils Budde: In der Regel verlegen die Studenten für ihr Praxissemester ihren Lebensmittelpunkt für ein gutes halbes Jahr nach Hannover, sodass sie hierfür je nach Lebensumständen Aufwandsentschädigungen erhalten. Allerdings darf man auch nicht unterschätzen, dass es bei einem Engagement bei der RBL nicht immer nur um Geld geht. Unser großer Vorteil ist es, dass sich die Studenten nicht nur neues Wissen aneignen, sondern die zahlreichen einzelnen Teilbereiche und Aufgaben eigenverantwortlich bearbeiten. Dadurch fällt ihnen der Übergang ins spätere Berufsleben sehr viel leichter, weil sie mit entsprechenden Herausforderungen und Situationen bereits vertraut wurden. Im Einarbeitungszeitraum von gut zwei Monaten werden sie selbstverständlich intensiv betreut. Sie leisten bei uns wertvolle Entwicklungsarbeit und sind aufgefordert, viele Dinge zu  hinterfragen. Ich behaupte, dass man solche Möglichkeiten in diesem Umfang in größeren Unternehmen mit gewachsenen Strukturen in dieser Form nicht oft vorfindet. Ihre Entwicklung zu begleiten ist unglaublich spannend für uns alle.

Bundesligamagazin: Gibt es die Möglichkeit bei Ihnen wissenschaftliche Abschlussarbeiten rund um das Thema Bundesliga zu schreiben?

Nils Budde: Wir begrüßen es ausdrücklich, wenn Studenten, die sich sechs Monate mit dem Projekt RBL auseinandersetzt haben, sich abschließend noch einmal wissenschaftlich mit einem Thema auseinandersetzen. Unser Praktikant Tony Kasten hat beispielsweise mit seiner Bachelor-Arbeit mit dem Thema „Teilnehmerzufriedenheit“ einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung geleistet, indem er die Sportlerinnen und Sportler der Saison 2010 zum Saisonfinale umfangreich befragt hat und die zahlreichen Aussagen für uns in Form von Handlungsempfehlungen aufgearbeitet hat. Wir sahen uns dadurch in vielen Punkten bestätigt, aber wissen auch, dass wir in einigen Bereichen noch einmal nachlegen können

Bundesligamagazin: In Ihren RBL-Pressemitteilungen konnte man auch einen Beitrag über  eine Kooperationen mit einer Projektgruppe der Ostfalia Hochschule Salzgitter zum Thema „After Row Party“ verfolgen. Was versprechen Sie sich von den Kooperationen mit den Hochschulen?

Nils Budde: Die Zusammenarbeit mit der Ostfalia Hochschule in Salzgitter trägt bereits seit Gründung der RBL Früchte. Eine Projektgruppe aus dem Studiengang Sportmanagement hat sich der Aufgabe angenommen, eine Marketingstrategie für die After-Show-Partys der RBL zu entwickeln und diese gemeinsam mit unseren Mitarbeitern umzusetzen. Die frischen Ideen der fünf angehenden Sportmanager sollen dazu beitragen, dass unsere abendlichen Abschlussveranstaltungen noch besser von RBL-Teilnehmern, Fans, Freunden und sportiven Gästen der Umgebung besucht werden.

Erst vor kurzem ist es uns sogar gelungen, mit der Fachhochschule Schweinfurt/Würzburg eine neue Kooperation einzugehen. Hierbei werden acht Studenten des Fachbereichs Medienmanagement das Format „RBL TV“ entwickeln und alle Renntage als Filmteam mit Kameras begleiten.