Marburger Ruderverein: 100 Stunden rudern zum 100-jährigen Jubiläum

von Tilman Dörr
30.06.2011 - 12:38 Uhr

Zum 100-jährigen Vereinsjubiläum hatten sich die Marburger Ruderer etwas ganz besonderes ausgedacht: Sie wollten 100 Stunden ohne Unterbrechung rudern. Trotz Regen und Wind ließen sie sich nicht von dieser Idee abbringen und ruderten von Mittwoch um 10 Uhr bis Sonntag um 14 Uhr ohne Unterbrechung. Zahlreiche Aktivitäten an Land und vor allem auf dem Wasser begleiteten diesen Rudermarathon über fünf Tage hinweg. Neben Showtrainings der Wettkampfmannschaften boten die Sportler des Marburger Traditionsvereins u.a. eine Ruder- und eine Drachenbootregatta und Mitmachangebote für alle Interessierten. Am Donnerstag übergaben Daniel Riechmann, Vorsitzender des Marburger Rudervereins und Oberbürgermeister Egon Vaupel einen Achter des MRV’s an einen neugegründeten Ruderverein in Ungarn. Die ungarischen Sportler waren selbst den weiten Weg zur Übergabe nach Marburg gekommen, da sie dringend Bootsmaterial benötigen, aber selbst kein Geld haben, um Boote zu kaufen.

Nachdem der größte Teil des Sportevents am Samstag Nachmittag bereits geschafft war, boten die Ruderer beim Umzug von dem Lahnabschnitt in der Innenstadt auf den Abschnitt hinter dem Weidenhäuser Wehr eine spektakuläre Aktion: Fünf erfahrene Ruderer hoben ein Ruderboot über das Wehr, um den Umzug des Vereins in den 1970ern auf den unteren Abschnitt zu symbolisieren. Sie ruderten zunächst bis zur Wehrkante, um dort aus dem Boot auszusteigen und es zur Begeisterung der bei schlechtem Wetter leider wenigen Zuschauer über das Wehr zu heben.

Auch wenn Regen und Wind das gesamte Event prägten, waren alle teilnehmenden Sportler hellauf begeistert von der Aktion und zeigten auch in den Nachtstunden, dass sich Wassersportler von schlechtem Wetter nicht beeindrucken lassen. Selbst Mannschaften, die lange Jahre nicht mehr (gemeinsam) im Boot gesessen haben fanden sich noch ein Mal zusammen und ruderten einige Kilometer zusammen auf der Lahn. Logistische Unterstützung leisteten während der Aktion vor allem das Studentenwerk und die DLRG.

Am Samstag Abend feierten die Ruderer und Paddler im großen Festzelt auf dem Vereinsgelände sich und ihren Verein. Dabei wurden sie unterstützt mit Live-Musik von der Rockband „Candy from a stranger“ und im Anschluss von DJ Rakete. Den Abschluss der Jubiläumsaktivitäten bildeten die Taufe je eines Ruder- und eines Drachenbootes sowie der Festakt mit zahlreichen Vereinsmitgliedern und Angehörigen und weiteren geladenen Gästen sowie Festrednern aus Sport, Politik und Gesellschaft.