JWM Eton - Halbfinale und Finale am 6.8.2011
Zunächst starteten heute sechs Mannschaften des DRV in den Halbfinals. Gleich vorweg: alle hielten sich schadlos und qualifizierten sich für die Finalläufe am Sonntag.
Den Auftakt bildeten Malte Daberkow und Hannes Staffeldt im Junioren-Zweier-ohne. Vom Start weg setzten sich die beiden gemeinsam mit Griechenland und Spanien von den weiteren Verfolgern ab und hatten zur Streckenhälfte das Finalticket schon so gut wie sicher. An der Spitze lieferten die beiden Riemer sich einen Kampf mit den Griechen bis hin zur Ziellinie. Letztlich behielt das griechische Boot knapp die Oberhand und der deutsche Zweier-ohne zog mit Platz zwei sicher ins Finale morgen. Auch dort dürfte das hellenische Boot der härteste Gegner im Kampf um die Medaillen sein, außerdem fahren Spanien, Rumänien, Serbien und Südafrika mit.
Das nächste Halbfinale mit deutscher Beteiligung war das des Juniorinnen-Doppelzweiers. Julia Leiding und Constanze Sydow fuhren von Anfang an beherzt an der Spitze mit, gemeinsam mit den Booten aus Litauen und Spanien. Während diese beiden Nationen sich in der Führung immer wieder abwechselten, lag das deutsche Boot lange auf Platz drei. Doch so komfortabel vor den weiteren drei Booten, dass an der Finalqualifikation nicht gezweifelt werden musste. Im Endspurt gelang es den deutschen Skullerinnen noch, die Spanierinnen abzufangen und sich somit Platz zwei zu sichern. Dieses war das deutlich schnellere Halbfinale, so dass man sich für morgen berechtigte Medaillenhoffnungen machen darf. Mit an den Start gehen noch Litauen, Spanien, Kanada, Frankreich und Südafrika.
Kai Fuhrmann und Dennis Sittel ließen im Junioren-Doppelzweier vom ersten Startschlag an keinen Zweifel daran aufkommen, dass der Weg ins Finale nur an ihnen vorbei führt. Auf ihrer Mittelbahn kontrollierten sie das Rennen zu jeder Zeit und ruderten konsequent vor den Franzosen und Tschechen her. Das weitere Feld wurde durch das hohe Tempo schnell abgehängt. Auf dem letzten Streckenviertel zogen die beiden Skuller scheinbar mühelos noch mit fast einer Bootslänge davon und reservierten sich dadurch eine Mittelbahn für das Finale morgen. Dann tritt der deutsche Doppelzweier gegen Frankreich, Tschechien, Slowenien, Großbritannien und die Schweiz an.
Im Junioren-Doppelvierer zeigten Maximilian Schäfer, Ole Daberkow, Finn Schröder und Rene Stüven, dass sie den Hoffnungslauf positiv genutzt haben, um sich noch besser aufeinander abzustimmen. Mit einem vom Rennkommentator als „rocket start“ bezeichneten Auftakt setzten sich die vier sofort an die Spitze des Feldes und gaben diese Position auch nicht mehr her. Bis ins Ziel ruderten sie knapp mehr als eine Bootslänge Vorsprung heraus und starten somit morgen ebenfalls auf einer Mittelbahn gegen die Niederlande, Ungarn, Italien, Rumänien und Neuseeland.
Die beiden Einerfahrer des U-19 Nationalteams behielten weiterhin ihre weiße Weste. Zuerst qualifizierte sich Anne Beenken im Juniorinnen-Einer souverän für das Finale morgen. Zu allen Zwischenzeiten wurde sie als Führende notiert und konnte auf dem letzten Streckenabschnitt sogar schon entspannt an der Spitze rudern. Mit sichtlich viel Spaß gewann sie ihren Lauf. Möge sie diesen auch morgen gegen Tschechien, Lettland, Irland, Dänemark und Italien haben!
Stephan Riemekasten im Junioren-Einer tat es ihr sogleich nach. Auch er legte sich gleich mit den ersten Schlägen in Führung und baute diese bis ins Ziel weiter aus. Ebenso souverän kontrollierte auch er, was seine Gegner sich alles einfallen ließen und konterte alle Spurts erfolgreich. Dass er sich auch noch mit der schnellsten Halbfinalzeit auf die Mittelbahn ruderte, wird ihn morgen hoffentlich weiter beflügeln. Dann rudert er gegen die Skuller aus Lettland, Griechenland, Irland, der Ukraine und der Schweiz.
Die aktuellen Finalzeiten entnehmen Sie bitte www.worldrowing.com, da wegen aufziehenden Gewitterfront die Startzeiten nochmals nach vorne verlegt wurden.
Nach einer wirklich kurzen Pause wurde es mit den ersten Medaillenentscheidungen richtig spannend.
In seinem letzten Rennen dieser Titelkämpfe ging der Juniorinnen-Vierer-ohne mit Svenja Leemhuis, Karen Kiesewetter, Claudia Henrich und Sandra Dinter hoch motoviert in das erste Finale des Tages. Nach den ersten 500 Metern lag der Vierer auf Platz drei und bei den zahlreichen Fans kam schon etwas Jubel auf. Doch dann begannen die Italienerinnen und auch die Neuseeländerinnen damit, sich immer besser zu positionieren und verdrängten das deutsche Boot immer mehr. Die vier Deutschen gaben bis ins Ziel alles, doch was sie auch taten, es reichte nicht mehr, um entscheidend an die Medaillenplätze heranzukommen. Am Ende belegte die Mannschaft Platz fünf mit respektvollem Abstand nach vorne. Weltmeisterinnen wurden Die Amerikanerinnen vor den Britinnen und den Neuseeländerinnen. Italien und Kanada rahmten das deutsche Boot auf den Plätzen vier und sechs ein.
Die gleiche Platzierung erzielte auch der Junioren-Vierer-mit. Jan Kruppa, Leon Zacharopoulos, Gwinyai Machona, Torben Johannesen und Steuermann Christoph Duehring starteten zunächst verhalten und passierten die 500-Meter Marke als Drittplatzierte. Dann mussten sie aber erst die Neuseeländer an sich vorbei lassen und schließlich auch noch die Ukraine. Auf den letzten Metern hatte das deutsche Boot einfach nicht mehr genug Kraft, so dass sie trotz gutem Rennen nicht in den Medaillenkampf eingreifen konnten. Weltmeister wurde Australien vor Neuseeland, Italien und der Ukraine. Großbritannien kam hinter Deutschland auf Platz sechs ein.
Michelle Lauer und Lena Klemm begannen diese Welttitelkämpfe im Juniorinnen-Zweier-ohne nicht besonders erfreulich. Nach einem völlig versiebten Vorlauf mussten sie sich im Hoffnungslauf erst selbst wieder beweisen, dass sie es besser können. Offensichtlich nahmen sie daraus eine hohe Motivation mit ins Finale. Sie ruderten stets auf dem dritten Rang, mussten sich nur nach 1500 Metern auf Platz vier notieren lassen. Doch dann nahmen sie ihr Herz in die Hand und zeigten sich und allen Zuschauern das, was sie am besten können: ihren Endspurt. Immer weiter arbeiteten sie sich nach vorne, passierten zunächst wieder die Rumäninnen und dann auch noch die Griechinnen. Lediglich die Italienerinnen waren schon zu weit weg. Doch die beiden Mädels aus Trier sicherten sich fulminant die Silbermedaille und machten sich so zu Vize-Junioren-Weltmeisterinnen. Dies konnten sie zunächst selber gar nicht glauben.
Im Junioren-Vierer-ohne gingen Maximilian Johanning, Malte Jakschik, Johannes Weißenfeld und Lukas Müller nach ihrem Halbfinalsieg als Titelfavoriten ins Finale. Dass sie diese Rolle gerne annahmen, bewiesen sie mit einem Blitzstart, der sie nach 500 Metern schon mit über 2 Sekunden in Führung brachte – und das vor den Zweiten. Die vier ließen aber auch weiterhin nicht locker und vergrößerten ihren Vorsprung derart, dass sogar Wasser zwischen ihnen und ihren direkten Verfolgern war. Der letzte Rennabschnitt wurde dann fast schon zu einer Triumphfahrt und nach dem Überqueren der Ziellinie konnten sie gar nicht schnell genug an den Steg kommen, um sich endlich gegenseitig zu gratulieren. Junioren-Weltmeister im Vierer-ohne, da strahlten vier Jungs um die Wette. Silber ging an Spanien, Bronze an Rumänien und die weiteren Plätze belegten Belarus, Serbien und Kroatien.
Franziska Kreutzer, Anne Marie Kroll, Rona Schulz und Shirin Brockmann waren klare Favoriten im Juniorinnen-Doppelvierer. Wie die Feuerwehr preschten sie aus den Starblöcken und führten schon nach wenigen Schlägen das Feld an. Kein anderes Boot konnte das hohe deutsche Tempo mitgehen. Kontinuierlich arbeitete das deutsche Quartett am Ausbau seiner Führung, was über fünf Sekunden Vorsprung schon zur Streckenhälfte erklärt. Als die vier in Zuschauernähe kamen, genossen sie schon fast ihre Siegesfahrt und konnten es sich leisten, nicht an ihre Grenzen zu gehen. Glücklich strahlende Weltmeisterinnen legten kurz darauf am Siegersteg an. Ihre Nationalhymne nach der Siegerehrung zu hören genossen alle vier Ruderinnen sichtlich. Silber und Bronze gingen an die Niederlande und Rumänien. Die USA, Belarus und Italien belegten die weiteren Plätze.
Das letzte Rennen dieses ersten Finaltages war der Junioren-Achter. Jan Bernhard, Jakob Kaltenbach, Daniel Walter, Dirk Flessner, Moritz Bock, Nico Merget, Oliver Mittelstaedt, Finn Knüppel und Steuermann Leopold Bertz hatten sich viel vorgenommen für dieses Finale. Hinter den favorisierten Italienern schoben sie sich gleich nach dem Start auf Platz zwei. Dort hielten sie sich bis zur Streckenhälfte. Auf den zweiten 1000 Metern kam allerdings der britische Achter immer besser im Fahrt und überholte das deutsche Boot kurz vor der letzten Zwischenzeitnahme. Leopold Bertz feuerte seine acht Jungs unermüdlich an und die verkürzten zum Ziel hin den Abstand nach vorne auch noch einmal. Letztlich fehlte etwas mehr als ein Luftkasten zu Großbritannien und der deutsche Achter gewann die Bronzemedaille. Spanien, die USA und Tschechien belegten die verbleibenden Plätze.
Mit zwei Mal Gold, einmal Silber , einmal Bronze und zwei fünften Plätzen im Finale bezeichnete Lothar Trawiel diesen ersten Finaltag als „durchaus gelungen“.
Morgen wird es zwischen 10.30 und 12.00 Uhr noch sieben Mal spannend für Deutschland.









