JWM Eton - Finale am 7.8.2011
Am letzten Tag dieser Weltmeisterschaften gab es noch sieben Mal die Chance auf Edelmetall für die deutschen Juniorinnen und Junioren. Auf Grund der Wettervorhersage wurden die Rennen nochmals vorverlegt und alle innerhalb von zwei Stunden über die Strecke gebracht.
Im ersten Finale des Tages starteten Malte Daberkow und Hannes Staffeldt im Junioren-Zweier-ohne. Nach den ersten 250 Metern hatten die beiden sich auf Position drei eingereiht, vor ihnen rangierten die Rumänen und die Spanier. An diesem Zwischenstand änderte sich auch zunächst nichts, wenn auch der griechische Zweier alles tat, um an das deutsche Boot heranzukommen. Erst bei 1500 Metern mussten Daberkow und Staffeldt ihrem hohen Anfangstempo Tribut zollen und die früh spurtenden Griechen passieren lassen. Der deutsche Zweier konnte dem Endspurt der drei Führenden nichts mehr entgegen setzen und belegte am Ende den undankbaren vierten Platz. Weltmeister wurde Rumänien vor Spanien und Griechenland, auf den Plätzen fünf und sechs kamen Serbien und Südafrika ins Ziel.
Ganz anders als im Halbfinale traten heute Constanze Sydow und Julia Leiding im Juniorinnen-Doppelzweier auf. Schon nach 100 Metern legten sie ihren Bug couragiert gemeinsam mit dem Boot aus Litauen an die Spitze und ruderten energisch vorne mit. Über den weiteren Streckenverlauf gelang es den beiden Deutschen, die Litauerinnen zu überholen und diese Führung auch zu kontrollieren. Auch der litauische Spurt zur Streckenhälfte wurde vom deutschen Zweier erfolgreich gekontert. Erst 500 Meter vor dem Ziel drehten die beiden Ruderinnen aus Litauen so richtig auf und gingen an den Deutschen vorbei. Auf den letzten 200 Metern schafften es Leiding und Sydow aber, die Silbermedaille erfolgreich zu verteidigen.
Dennis Sittel und Kai Fuhrmann hatten bislang in Eton im Junioren-Doppelzweier noch kein Rennen verloren. Sie begannen zwar ihr Finale heute mit einem nicht ganz perfekten zweiten Startschlag, aber alles was danach folgte, gelang den beiden prächtig. Zu Beginn des Rennens überließen sie den Franzosen die Tempoarbeit und schwammen mit diesem Boot an der Spitze mit. Doch schon vor Rennhalbzeit rauschten sie erst an das französische Boot heran und auch gleich vorbei. Die weiteren Boote fielen immer mehr zurück. Danach folgte der konsequente Ausbau der Führung bis ins Ziel, so dass Kai und Dennis mit drei Sekunden Vorsprung Junioren-Weltmeister wurden.
Beflügelt von seinem schnellen Halbfinale ging der Junioren-Doppelvierer mit Maximilian Schäfer, Ole Daberkow, Finn Schröder und Rene Stueven auf der Mittelbahn in sein Finalrennen. Die vier hielten das Tempo nach dem Start lange hoch, so dass sie den Kontakt zu den anderen Booten immer halten konnten. Die Neuseeländer versuchten es mit einer frühen Flucht, wurden aber zur Streckenhälfte zunächst von Rumänien überholt. Im rumänischen Fahrwasser zogen auch die Vierer aus Italien und Deutschland nach und nach an den Kiwis vorbei. Die Rumänen besiegelten ihre Ambitionen auf die Goldmedaille recht früh. Dahinter ging es aber zwischen Deutschland und Italien um Silber. 250 Meter vor dem Ziel lagen beide Boote genau gleich auf. Jedoch hatten die Italiener im Schlussspurt das größere Stehvermögen und zogen mit einem Luftkasten davon. Der deutsche Doppelvierer gewann somit Bronze.
Anne Beenken im Juniorinnen-Einer lag nach ihrem Sieg im Halbfinale ebenfalls auf der Mittelbahn am Start. Blitzschnell ging sie ihr Rennen an und führte schon nach 150 Metern. Danach kamen aber Irland, Lettland und Italien zunächst besser ins Rennen und Anne wurde zwischenzeitlich schon auf Rang vier notiert. Jedoch ruderten alle vier Skullerinnen innerhalb einer Sekunde, also nahezu gleichauf. Ab der Streckenhälfte nahm Anne ihre ganze Kraft und Ausdauer zusammen und begann, ihren Kontrahentinnen davon zu rudern. Zentimeter für Zentimeter schob die junge Saarbrückerin ihren Einer vor die Konkurrenz und überquerte die Ziellinie als Erste. Die Goldmedaille, der Titel der Junioren-Weltmeisterin und ein nicht enden wollendes Strahlen bei der Siegerehrung waren ihr verdienter Lohn.
Sofort im Anschluss lag Stephan Riemekasten im Junioren-Einer am Start. Gemeinsam mit dem Ukrainer legte er sich sofort in Führung und ruderte an der Spitze des Feldes mit langen, kräftigen Schlägen. Schon 500 Meter nach dem Start war Stephan alleine vorne und ruderte seinen Gegnern immer weiter davon. Zur Streckenhälfte waren es fast drei Längen, die er sich an Vorsprung erarbeitet hatte. Die zweite Rennhälfte wurde dann fast einsam für ihn, doch er konnte in Ruhe beobachten, wie hinter ihm der Ukrainer mit dem Griechen um die zweite Position kämpften. Zum Ziel hin schmolz Stephans Vorsprung wieder etwas zusammen, doch er hatte ja genügend, so dass er überlegen Junioren-Weltmeister wurde und genüsslich jubelnd die Arme zum Himmel strecken konnte.
Den goldenen Abschluss dieser Titelkämpfe bildete der Juniorinnen-Achter mit Luisa Uhlig, Elisaveta Sokolkova, Anne Dietrich, Juliane Bosse, Sophia Wüllner, Marisa Staelberg, Mara Kölker, Nadine Seehaus. Nach dem Sieg im Bahnverteilungsrennen startete das deutsche Boot auf der Mittelbahn im Drei-Boote-Feld. Heute erwischten jedoch die Rumäninnen den besten Start und waren nach 1000 Metern schon über drei Sekunden weg. Doch ab der Rennhälfte zeigten die deutschen Juniorinnen, dass der Bahnverteilungssieg keine Eintagsfliege war. Deborah Walter am Steuer fand genau die richtigen Worte, um ihre Mannschaft nochmal ordentlich zu motivieren. Aus einer dreiviertel Länge Rückstand wurde so auf dem allerletzten Streckenviertel erst eine kleine und dann eine immer deutlichere Führung. Bis zur Ziellinie hatten die deutschen Juniorinnen das rumänische Boot mit einer guten Bootslänge distanziert. Damit heimsten die neun Mädels den ersten Weltmeistertitel im Juniorinnen-Achter seit 2005 ein. Strahlende Gesichter und immer mehr Freudentränchen gab es bei der letzten Siegerehrung zu sehen.
Die hervorragende Ausbeute von sechs Goldmedaillen, zwei Silbermedaillen und zwei Bronzemedaillen, einem vierten und zwei fünften Plätzen, sowie allen 13 angetretenen Mannschaften im Finale bescherte dem DRV auch den Sieg in der Nationenwertung.














