Bessel-Ruderer auch auf dem Asphalt in ihrem Element
Die Nürburgring-Nordschleife ist unter Rennfahrern als „grüne Hölle“ bekannt. Die 26 km lange Berg- und Talbahn in der Eifel war am vergangenen Wochenende Schauplatz der kombinierten Rad- und Laufveranstaltung „Rad + Run am Ring“ mit insgesamt ca. 11.000 Teilnehmern, darunter auch 5 Athleten vom Bessel-Ruder-Club, die sich fernab des Wassers sportlich beweisen wollten.
Die Veranstaltung begann am Samstagmorgen mit dem Hochwald-Nürburgringlauf über Distanzen von 5, 10 und 24,4 km. Patrick Amrhein hatte sich kurzfristig für einen Start über 10 km begeistern können. Die Distanz entspricht zwei Runden auf der GP-Strecke des Nürburgrings mit insgesamt 250 Metern Höhenunterschied. Mit einem sehr gleichmäßigen Tempo konnte sich Amrhein in der zweiten Runde sogar noch um einige Sekunden steigern und belegte nach 45:37 Minuten den insgesamt 37. Platz unter knapp 200 Teilnehmern, was in der Altersklasse M 20 den 12. Platz bedeutete. „Die Strecke war wirklich superhart. Viel länger hätte ich dieses Tempo nicht durchhalten können, aber die Anfeuerung der Zuschauer hat mich ins Ziel getragen!“ wusste ein völlig ausgelaugter Patrick Amrhein im Ziel zu berichten.
Gegen 13:15 Uhr am Samstagmittag startete dann der Höhepunkt des Wochenendes: Das 24-Stunden-Radrennen über die Nordschleife. Florian Zimmermann, Michael Gieseking und Christoph Knost vom Bessel-Ruder-Club hatten im Vorfeld Martin Lembcke, seines Zeichens Lehrer an der Sportschule Besselgymnasium und erfahrener Langstrecken-Rennradfahrer, für einen gemeinsamen Start in der Klasse der Vierer-Mannschaften begeistern können. Abwechselnd begeben sich die Athleten hier auf die fordernde, ca. 26 km lange Nürburgring-Nordschleife mit ihren mehr als 500 Höhenmetern, um innerhalb von 24 Stunden möglichst viele Runden zu absolvieren. Als Ziel war vor dem Start ausgegeben worden, am Ende 24 Runden zu schaffen. In den ersten Stunden des Rennens sorgte ein schneller Start der Mindener dafür, dass das Team bei Einbruch der Dunkelheit etwa 45 Minuten Vorsprung auf das anvisierte Ziel des Schnitts von einer Stunde pro Runde hatte. Nach Einbruch der Dunkelheit begann der schwerste Teil des Rennens. Nur die gefährlichsten Stellen der Strecke wurden durch Helfer des THW ausgeleuchtet, ansonsten hatte jeder Fahrer zusätzlich zur Schwere der Strecke noch mit der Dunkelheit zu kämpfen. So sorgten Krämpfe und ein Hungerast dafür, dass sich der Vorsprung auf das angepeilte Ziel bei Sonnenaufgang nur noch bei 20 Minuten lag. Doch auch einsetzender Regen am Sonntagvormittag konnte nicht mehr verhindern, dass die Bessel-Ruderer ihr Ziel erreichten. Nach 24:16:11 Stunden und 24 Runden erreichte Martin Lembcke als letzter Mindener Starter das Ziel. Die zurückgelegte Distanz entsprach damit ca. 624 km und ungefähr 12.500 Höhenmetern, was einem Stundenmittel von knapp 26 km/h entspricht. Das Bessel-Ruder-Club-Team belegte damit unter 646 Teams den 239. Platz. In der Altersklasse Männer reichte diese Zeit sogar zu Platz 28. „Wir sind mit unserer Leistung wirklich zufrieden. Es war ein hartes Stück Arbeit, “ so Michael Gieseking kurz nach der Zieldurchfahrt.
Mit Ludger Rasche nahm ein weiterer ehemaliger Mindener Ruderer an der Veranstaltung teil. Im zeitgleich stattfindenden Rennen zum German-Cycling-Cup über 150 km belegte er für den Osnabrücker Sport-Club nach 5:59:12 Stunden den 169. Platz.
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