4. Renntag der Ruder-Bundesliga in Hamburg

Der letzte August-Samstag lockte den Achtertross der 50 besten deutschen Clubachter in den Norden. Auf der zentral gelegenen Hamburger Binnenalster wurde der vierte Renntag der Deutschland-Tournee absolviert und dies vor einer äußerst imposanten Kulisse.

von Ruder-Event GmbH & Co. KG
30.08.2011 - 14:16 Uhr

Dem Gentleman-Sport Rudern angemessen, bekam die 1. Bundesliga der Damen in der Rennreihenfolge den Vortritt. Seit Jahren tobt an der Spitze ja der Kampf zwischen den Top-Teams aus Krefeld und Hamburg. Noch in Führung liegend musste sich das Krefelder Damen-Team den steten Angriffen der Hamburger Hausdamen erwehren und versuchen den knappen Punktevorsprung bis zum Saisonende zu retten. Nicht ganz überraschend qualifizierten sich beide Favoriten für das A-Finale und dem gut aufgelegten Hamburger Sportpublikum wurde ein echter Krimi geboten. Der Norddeutsche Rundfunk filmte insbesondere das „ewige Nord-West-Duell“ für den Sportclub. Vor heimischer Kulisse  am neuen Jungfernstieg ruderten die „Hamburger Deerns“ der RG Hansa Hamburg dann wie beflügelt und siegten, wie schon in Hannover zuvor ,erneut deutlich vor den Rivalinnen vom Niederrhein. Damit werden alle Fans der RBL ein spannendes und packendes Finale am 3. September in Krefeld um den Titel des „Deutschen Liga Champions“ erleben. Krefeld müsste gewinnen, um zum erstmals den Gesamtsieg an den Elfrather See zu holen und Hamburg muss ebenfalls gewinnen um Punktgleicheit mit den Krefelderinnen herzustellen. Dann hieße der Gesamtsieger jedoch Hamburg, da Hamburg dann 4 Rennen gewonnen hätte und Krefeld nur eines. Vielleicht kommt es aber doch ganz anders und Newcomer wie die Bronzeplatzierten der Bonner RG machen den Favoriten einen Strich durch die Rechnung. Denn auch die Rheinperlen, Heidelberg oder Rauxel und Berlin haben mittlerweile das Zeug fürs Treppchen.

Die Ostklubs Berlin, Rüdersdorf und Pirna derzeit auf den Aufstiegsplätzen

Auch in der zweiten Liga wird an der Spitze die Luft dünner, was die begehrten drei Aufstiegsplätze betrifft. Auf dem Hamburger Gewässer dominierte der Berliner RC die versammelte Konkurrenz und verteidigte die Tabellenführung sowie allererste Ambitionen für die 1. Bundesliga. Im Finale ruderte allerdings die Überraschungscrew des HRC Hannover in Bestbesetzung. Es reichte zwar nicht für den Hauptstadtachter vom kleinen Wannsee, aber nach der Bronzesensation vom letzten Renntag in Hannover, war auch die Silbermedaille von Hamburg eine echte Überraschung für die Niedersachsen. Auf Rang drei positionierte sich der Rüdersdorfer RV Kalkberge, der nun punktgleich mit Pirna auf den Plätzen zwei und drei liegt. Vierter wurde der RV Weser Hameln, der aber nun schon einen 3-Punkte-Rückstand  auf Rang drei hat und auf einen Fehler der Konkurrenz in Krefeld hoffen muss.

Der „Meister“ der 1. Bundesliga kann jetzt zuhause den Liga-Hattrick schaffen.

Die unumstrittende Nr.1 der letzten Jahre ist der Crefelder Ruderclub. Die Träger des Gelben Trikots beeindruckten Publikum wie Gegnerschaft erneut mit einer absolut hoch entwickelten Technik. Krefeld ist so ziemlich die einzige Mannschaft, die mit ihrem langen Schwungschlag bei hoher Frequenz auch am Ende nicht langsamer wird, sondern das Tempo, auch durch Zwischenspurts, beständig halten kann. Diese Renn- und Schlagstruktur unterscheidet den Krefeld-Achter aktuell von den weiteren Konkurrenten. Dennoch kann man sagen, dass sich die ärgsten Verfolger wie Mülheim, Münster und der Emscher Hammer langsam aber sicher an die „Unbezwingbaren Krefelder“ annähern. Für diese Saison dürfte sich der „Meister“ zum Finale jedoch sogar einen 6. Platz leisten und niemand könnte Ihnen die Trophäe mehr nehmen. Dahinter wird es allerdings sehr knapp und spannend um Silber und Bronze. Mülheim an der Ruhr erruderte mit dem zweiten Platz im A-Finale Saison- und Vereinsbestleistung in der RBL und liegt dadurch nur einen Punkt vor dem Münster-Achter. Das Team aus Münster unterlag im B-Finale dem Emscher-Hammer, der seine vierte Tabellenposition festigte. Im Abstiegskampf haben Bremen und Bad Waldsee nur noch theoretische Chancen dem Abstieg zu entrinnen. Wer als drittes Boot mit in die 2. Liga muss ist noch unklar. Aktuell liegt Osnabrück auf Rang 14 punktgleich mit Dresden und nur zwei Punkte hinter Hamburg. Auch bei diesem Trio wird sich am 3. September entscheiden, wie es weiter geht.

Insgesamt war es ein richtig schöner bunter Event-Tag im Herzen Hamburg mit einem Laufpublikum von 10-20.000 Zuschauern an der Binnenalster. Zahlreiche Prominente waren im VIP-Bereich zu erspähen. Unter anderem Hamburgs Sportsenator Michael Neumann, der zudem einen neuen Renn-Achter für die HSBA (Hamburg School of Business and Administration) taufte. Auch bei der feierlichen Siegerehrung an den Alex-Terrassen im Zielbereich übergaben prominente Vereins- , Stadt- und Verbandsvertreter die Pokale und Medaillen an die glücklichen und erschöpften Teams.

Nach einer kurzen Erholungswoche müssen die Bundesligisten nun noch einmal alle Kräfte bündeln und schon 7 Tage später, nämlich am 3. September in Krefeld, wieder ins Boot steigen. Am Ende des 5. Renntages stehen dann die Bundesliga-Champions, die Auf- und Absteiger 2011 fest. Alle Informationen unter www.ruder-bundesliga.de

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