Mit den Ruderbooten die Themse erobert...
Wie jedes Jahr scharte Sven Gerken einen bunten Haufen von 30 Sportlern und 6 Betreuern aus allen Teilen Deutschlands um sich, um die DRJ gebührend im Ausland zu vertreten. Dieses Mal war man auch noch angereist, um die Deutsche Juniorennationalmannschaft mit Schlachtrufen und Schlachtgesängen bei der Junioren-WM in Eton zu unterstützen.
Am Sonntag, dem 31. Juli ging es von Essen aus los; nach 11 Stunden Anfahrt kamen Bootstransport und großer Reisebus endlich in Wallingford an, dem ersten Quartier. Der Linksverkehr hat aber den sonst üblichen Einsatz von Kleinbussen als zu schwierig erscheinen lassen. So mussten wir immer mit dem Reisebus zum Etappenstart fahren, bei schmalen und verwinkelten Straßen auch für den Busfahrer ein Abenteuer!
Das Rudern begann dann am Montag in Oxford bei herrlichstem Wetter. 6 Gig-Doppelvierer machten sich auf die erste Etappe nach Wallingford. Dort wurden sie schon vom Landdienst erwartet und beim gemeinsamen Grillen klang dieser Tag aus. Die zweite Etappe ging dann weiter nach Reading, wo wir vom dortigen Vorstand und den englischen Jugendlichen sehr freundlich und warmherzig aufgenommen wurden. Pete und Anette, unsere Ansprechpartner in Reading, grillten für uns, und Anette bereitete am nächsten Morgen auch ein beinahe echtes englisches Frühstück zu. Die Liebhaber von Sausages und Bacon kamen in jedem Fall auf ihre Kosten!
Die dritte und leider auch schon letzte Ruderetappe (geplant waren vier) führte uns nach Marlow, wo wir unsere Boote eigentlich am dortigen Ruderverein über Nacht ablegen wollten, doch war das Bootshaus gerade in dieser Nacht komplett ausgebrannt. Die schwarzen, vor der Bootshalle liegenden Boote waren ein schreckliches Bild.
So mussten wir noch ein kleines Stück weiterrudern und gelangten an einen großen Campingplatz, wo wir unsere Flotte lagern durften. Wir fuhren mit der Gruppe dann zu unserem Campingplatz in Henley, wo wir die letzten fünf Nächte verbrachten. Hier wurden schnell die Zelte aufgebaut und es wurde ein wiederum leckeres Essen gekocht. Die Gruppe zeigte sich von ihrer besten Seite, denn wir bekamen von allen umliegenden Campern nur Lob dafür, dass wir doch so ruhig seien. Außerdem bewunderten englische Damen unsere Kochkünste und wollten das Rezept unserer Soße haben!
Am eigentlichen vierten Rudertag zeigte das englische Wetter, dass es seinen Ruf zu Recht hat: es schüttete wie aus Eimern. Am Vormittag besuchten wir das Rudermuseum in Henley – ein unbedingtes Muss für jeden Ruderer! Hier wird die Geschichte des Rudersports in einer sehr anschaulichen Weise gezeigt, inklusive vieler seltener Ruderboote. Anschließend wollten wir die letzte Etappe in Angriff nehmen, doch hat das Wetter leider weiterhin nicht mitgespielt. So sind wir kurz entschlossen nach Oxford gefahren und haben uns die eindrucksvolle Stadt angesehen – dort riss der Himmel dann auf und wir sahen sogar wieder die Sonne.
Der kommende Tag gehörte London. Nach einer Stadtrallye zur kurzen Orientierung machten die Jugendlichen dann bis zum Abend London unsicher. Die Stadt zeigte sich bei herrlichstem Sonnenschein von ihrer schönsten Seite und alle konnten neben vielen Eindrücken auch Souvenirs mit nach Hause nehmen.
Die letzten beiden Tage führten uns an die Regattastrecke der Junioren-WM in Eton, dem Dorney Lake. Dort werden 2012 die Olympischen Ruderwettkämpfe ausgetragen, und traditionell fand deshalb die Junioren-WM im Jahr davor auf der Olympischen Strecke statt. An beiden Tagen sahen wir spannende und teilweise auch sehr enge Rennen, und am Ende konnte sich die Gruppe der DRJ-Wanderfahrt gemeinsam mit der Junioren-Nationalmannschaft über 6 Goldmedaillen 2 Silber- und 2 Bronzemedaillen freuen! Damit siegte das deutsche Team klar in der Nationenwertung.
Mit diesen tollen sportlichen Erfolgen ging die diesjährige DRJ-Wanderfahrt zu Ende. Die meisten waren traurig, dass wir am Montag, dem 8.8. wieder die Heimreise antreten mussten; einige werden auch im nächsten Jahr wieder mit nach England fahren, wenn die DRJ mit 40 Jugendlichen die deutsche Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen mindestens genauso lautstark unterstützen wird. Solchermaßen angetrieben können die deutschen Ruderer sicherlich an die Ergebnisse der Junioren anknüpfen!





