Vierer ohne beendet WM als Fünfter
Platz fünf für den Vierer ohne Steuermann: Sebastian Schmidt, Toni Seifert, Filip Adamski und Urs Käufer stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben, hatten sie doch mit einer Medaille bei den Ruder-Weltmeisterschaften in Bled geliebäugelt. „Wir haben alles gegeben, aber es hat nicht fürs Podium gereicht“, sagte Sebastian Schmidt, der anerkennen musste, dass die anderen Nationen in dieser Bootsklasse stärker sind. Der Titel ging an die favorisierten Briten vor Griechenland (Silber) und Australien (Bronze). Vierter wurden die USA.
Im Gegensatz zum Halbfinale am Vortag fuhr das Quartett beherzt los und hielt zunächst den Kontakt zu den späteren Medaillengewinnern, der dann aber nach der 1.000-Meter-Marke abriss. Der Vierer kämpfte bis zum Schluss und hätte beinahe noch das US-Boot eingeholt. Hier fehlten vier Zehntel Sekunden, zur Medaille waren es aber über drei Sekunden.
Die Olympia-Qualifikation hatte der Vierer tags zuvor mit Platz drei im Halbfinale gesichert. „Das war unser Minimalziel. Die war ja nicht wirklich in Gefahr“, meinte Schmidt, während Filip Adamski nur eine Devise kennt: „Das lasse ich nicht auf mir sitzen. Jetzt wird angegriffen. London ist das Ziel, nicht so eine WM.“
Weitere Stimmen:
- Sebastian Schmidt: „Wir haben insgeheim mit einer Medaille geliebäugelt. Es war klar, dass es bei dieser Konkurrenz ein knallhartes Rennen wird. Viele Nationen richten ihr Augenmerk auf den Vierer ohne, vielleicht kann man deshalb schon ein bisschen zufrieden sein mit dem fünften Platz. Wir haben alle vor, im nächsten Jahr wieder Richtung Achter anzugreifen, aber im Moment reicht es mir.“
- Urs Käufer: „Wir sind erst mal gut mitgefahren. Aber da haben wir zu viele Körner liegen lassen, die wir hinten raus nicht mehr hatten, um den Rückstand aufzuholen. Bei 1.000 Metern sind die anderen Boote alle weggebrettert, obwohl wir uns eigentlich vorgenommen hatten, da einen Zahn zuzulegen.“
- Filip Adamski: „Das gibt es nicht, dass ich mich da so abledern lasse. Auch wenn wir schlecht gerudert sind – da wird jetzt angegriffen. Schon direkt nach Peking habe ich gesagt: Ich will nicht Weltmeister werden, sondern eine olympische Medaille. Es ist mir egal ob es der Achter oder Vierer sein wird, ich will in der erfolgreichen Bootsklasse sitzen.“
- Toni Seifert: „Es ging heute nicht mehr. Das ist traurig und muss man so hinnehmen. Jetzt mache ich erst mal Urlaub und dann gehen wir mit neuen Kräften ins Olympiajahr. Dann gilt es: Einfach besser machen.“
Vierer ohne Steuermann, Finale: 1. Großbritannien 5:55,18 Minuten, 2. Griechenland 5:57,20, 3. Australien 5:58,44, 4. USA 6:01,39, 5. Deutschland (Urs Käufer, Filip Adamski, Toni Seifert, Sebastian Schmidt) 6:01,78, 6. Niederlande 6:11,82.
