Europameisterschaft in Plovdiv mit gutem Meldeergebnis
Seit 2007 werden im Rudern wieder Europameisterschaften ausgetragen. Damals hatten insbesondere die osteuropäischen Verbände eine derartige Regatta gewünscht, da sie über Erfolge auf Meisterschaften ihren Leistungssportetat finanzieren.
Für den DRV stellt sich diese Frage so nicht. Die Bundesförderung des Leistungssports bezieht sich auf ein Gesamtpaket mit der Zielveranstaltung „Weltmeisterschaft“, zusätzliche Mittel für die EM stehen nicht zur Verfügung. Daher hat der Verband bereits 2007 in Poznan (Polen) eher zurückhaltend gemeldet. Es kommt hinzu, dass der Termin nach der Weltmeisterschaft als wenig attraktiv gilt und bei vielen Athleten nach dem Zielwettkampf „die Luft heraus ist“. Lediglich 2010, als der DRV in Portugal fünf Titel erruderte, diente die EM als Vorbereitung auf die außergewöhnlich terminierte Weltmeisterschaft in Neuseeland.
In diesem Jahr gehen fünf Mannschaften in Plovdiv an den Start. Es sind Aktive, denen für das kommende Jahr die Perspektive zugetraut wird, in den Olympiakader zu rudern. Zudem ist die EM ein attraktiver Zielwettkampf für diejenigen, die nicht zum Team in Bled gehört haben. In den Events der Frauen sind das im Einer Juliane Domscheit und im Zweier ohne Nadja Drygalla und Ulrike Sennewald, die in Bled noch im Achter gerudert sind. Bei den Männern starten im Einer Falko Nolte, Hendrik Bohnekamp und Martin Rückbrodt im Zweier ohne und der Achter, der sich in Henley achtbar geschlagen hat, in der Besetzung Carl Nicolai Jürgens, Andre Sieber, Markus Kuffner, Marco Neumann, Philipp Naruhn, Hanno Wienhausen, Thomas Protze, Philipp Karnatz und Steuermann Albert Kowert. Der DRV beteiligt sich durch die Finanzierung des Bootstransportes und Organisation. Im Übrigen wird auf die sonst zum Team gehörende Unterstützung durch Bootsmeister, Physiotherapeuten, Leistungsdiagnostiker und ärztlichen Dienst verzichtet.
In Plovdiv (Bulgarien) stößt der DRV vom 16. – 18.09. auf Teams aus 28 weiteren Nationen. Das Meldeergebnis entspricht dem bis 2009 bekannten Umfang. In der Bewertung ist zu beachten, dass lediglich die 14 olympischen Bootsgattungen ausgetragen werden. Mit Ausnahme des Achters und Doppelvierers der Frauen werden in allen Rennen Vorentscheidungen ausgetragen. Mittlerweile sind alle führenden europäischen Rudernationen am Start. Um den Titel rudern unter anderem die Einer-Weltmeisterin Mirka Knapkova (Tschechien) ebenso wie die Bronzemaillengewinner im Männer-Zweier ohne Mornati/Carboncini aus Italien. Griechenland schickt seine Vizeweltmeister im Männer-Vierer an den Start und die Rumäninnen wollen im Achter nach der erfolgreichen Olympiaqualifikation den Titel erlangen.
In diesem Umfeld sind die Chancen des kleinen DRV-Teams schwer einzuschätzen. „Unsere Aktiven sind gut vorbereitet und werden alles geben“, so DRV-Sportdirektor Mario Woldt, “aber es wäre vermessen, Titel oder Medaillenplätze als Ziel anzugeben. Das Erreichen von Finalplätzen ist auf jeden Fall möglich. Die Verteidigung des Titels Gesamtsieger 2010 aus Portugal streben wir als Verband in diesem Jahr bewusst nicht an“.
