Falko Nolte gewinnt die Silbermedaille bei der EM 2011
Falko Nolte aus Potsdam rudert im Männer-Einer bei den Ruder-Europameisterschaften 2011 zur Silbermedaille. Mit fünf Booten nahm der Deutsche Ruderverband an der EM 2011 teil, die in diesem Jahr vom 16. bis 18. September in Plovdiv (Bulgarien) stattfanden.
Die Ergebnisse im Überlick:
- Silber im Männer-Einer: Falko Nolte (Potsdamer RG)
- Platz 4 im Frauen-Zweier: Nadja Drygalla (Olympischer RC Rostock), Ulrike Sennewald (Olympischer RC Rostock)
- Platz 6 im Männer-Achter mit Steuermann: Carl Nicolai Jürgens (Wassersportverein Godesberg 09/11 (WSVG)), Andre Sieber (Pirnaer RV), Markus Kuffner (Berliner RC), Marco Neumann (RC Magdeburg im SC Magdeburg), Philipp Naruhn (HRV Böllberg/Nelson), Hanno Wienhausen (RTHC Bayer Leverkusen, Ruderriege), Thomas Protze (Potsdamer RG e.V.), Philipp Karnatz (Olympischer RC Rostock), Steuermann Albert Kowert (Osnabrücker RV)
- Platz 9 im Frauen-Einer: Juliane Domscheit (Potsdamer RG)
- Platz 11 im Männer-Zweier: Hendrik Bohnekamp (RK am Wannsee Berlin), Martin Rückbrodt (Der Hamburger und Germania RC)
update: 23:15
Am Finaltag zeigte sich der Himmel zunächst bedeckt und es wehte ein leichter Seitenwind, sodass die Fairness-Kommission für die A-Finals eine neue Bahnverteilung verfügte. Für die rund 5000 Zuschauer, die bei freiem Eintritt für eine tolle Stimmung sorgten, war dies ein Vorteil, denn die nach den Vorentscheidungen stärksten Boote ruderten vor der Tribüne.
Die Bedeutung der Regatta wird auch durch die Live-Übertragung der Rennen im bulgarischen Fernsehen und auf EUROSPORT deutlich. Insbesondere die ost- und südeuropäischen Nationen nutzten die Veranstaltung, um in den olympischen Bootsgattungen Medaillen zu sammeln und Mannschaften für das kommende Jahr zu testen.
Das kleine Team des DRV, dass aus Perspektivkräften bestand, startete mit den B-Finals im Frauen-Einer und Männer-Zweier ohne in den Tag. Hendrik Bohnekamp und Martin Rückbrodt versuchten, am Start an der Spitze zu rudern. Im Verlauf des Rennens konnten sie jedoch das Tempo nicht halten. Das Rennen gewannen die Ungarn Juhacz/Simon mit kontinuierlichen Teilstrecken vor den lange führenden Niederländern und Spanien. Rang 4 ging an Russland vor dem DRV und Bulgarien.
Im Finale stand die Revange für Bled auf der Agenda. Diesmal mussten die Italiener den Brüdern Gkountoulas aus Griechenland vom Start weg den Vortritt als Europameister lassen. Ihnen folgte Serbien, das sich kontinuierlich im Rennverlauf auf Platz drei vorgearbeitet hatte.
Auch Juliane Domscheit ging das B-Finale schnell an und führte zum ersten Streckenviertel. Die Estin Pajusalu passierte Domscheit jedoch zur Streckenhälfte gemeinsam mit Erika Bello (Italien). Im weiteren Verlauf ruderte die Nordeuropäerin dann an die Spitze und hatte im Ziel einen deutlichen Vorsprung vor Italien und Deutschland. Die weiteren Platzierungen gingen an Frankreich, Rumänien und Bulgarien.
Im Finale gab es mit Weltmeisterin Mirka Knapkova eine überragende Favoritin. Die Tschechin fuhr ihr eigenes Rennen, führte zur Streckenhälfte mit gut 8 Sekunden vor Julia Levina (Russland) und musste sich nicht voll verausgaben, um auch den Kontinentaltitel zu errudern. Mit zwei Längen Rückstand kam dann die Litauerin Vistartaite auf Rang 3.
Im Männer-Einer ruderte Falko Nolte eine beherzte Startphase und führte nach 500m das Feld vor Mindaugas Griskonis an. Der Bundespolizist musste den Litauer dann aber ziehen lassen und konnte sich darauf konzentrieren, die Silbermedaille vor dem Kroaten Mario Verkic zu verteidigen. Im Ziel lag der Potsdamer dann gut zwei Längen vor Kroatien und zwei Sekunden hinter Litauen. Dahinter dann Polen, Russland und die Niederlande.
Nadja Drygalla und Ulrike Sennewald hatten einen schwachen Start und lagen zunächst am Ende des Feldes der Zweier ohne. Im weiteren Verlauf kamen sie besser in Tritt und ruderten auf Rang 4. Die Lücke zu den Medaillen, die an die klar dominierenden Rumäninnen (Doppeleuropameisterinnen und WM-Fünfte) vor Weißrussland und Italien gingen, war jedoch nicht mehr zu schließen..
Den Frauen-Doppelzweier gewannen die favorisierten Ukrainerinnen (Kozhenkova/Dementieva) klar. Serbien ruderte kontinuierlich auf dem zweiten Platz und will nun in Luzern 2012 die Olympiaqualifikation in Angriff nehmen. Enttäuscht wirkten die tschechischen Antosova-Schwestern, die mit Platz 3 sichtbar nicht zufrieden waren.
Litauen sicherte sich den Doppelzweier der Männer mit einem Start-Ziel-Sieg vor Serbien. Dort scheint der verhaltene Start und langgezogene Endspurt generelle Taktik zu sein, die diesmal mit Silber belohnt wurde. Bronze geht nach Russland, das in Bled nicht die Olympiaqualifikation errudern konnte.
Im Vierer ohne galt Griechenland als haushoher Favorit. Nach Silber in Bled schlossen sie die Saison nun mit einem ungefährdeten Sieg ab. Die Hellenen verwiesen Weißrussland und Italien auf die weiteren Medaillenplätze. Für die höher eingeschätzten Serben reichte es nur zu Rang 6.
Die amtierenden Weltmeisterinnen aus Griechenland ließen im Leichtgewichts-Frauen-Doppelzweier zu keiner Zeit Zweifel am Sieg in Plovdiv. Früh war auch klar, dass Großbritannien (Twymann/Dennis), die Nummer 2 im dortigen Ranking, Silber gewinnen würde. Rang 3 ging nach Italien.
Griechenland ruderte im Leichtgewichts-Doppelzweier der Männer zunächst in Führung, musste aber zur Streckenhälfte Italien vorbeiziehen lassen. Die letztjährigen Vizemeister aus Portugal gingen das Rennen gewohnt zurückhaltend an, kämpften sich dann jedoch an die Spitze heran. Abgerechnet wird aber auf der Ziellinie und hier hatten die Italiener Bertini/Luini fast zwei Längen Vorsprung vor Griechenland und Portugal.
Immer spannend ist der Vierer ohne für Leichtgewichte. Vizeweltmeister Italien war der klare Favorit und dieser Rolle wurde das Team voll gerecht. Zur Streckenhälfte lagen sie eine Länge vor Tschechien und Serbien. An dieser Reihenfolge sollte sich bis zum Ziel nichts mehr ändern.
Nach dem Doppelzweier sicherte sich die Ukraine auch den Doppelvierer der Frauen. Bereits nach 500m führte das Team bereits mehr als eine Länge vor Polen und Rumänien. Diese Reihenfolge hielten die Nationen ein. Polen konnte zwar den Abstand zur Ukraine verkürzen, jedoch das Team mit der blauen Kopfbedeckung nicht mehr gefährden.
Nationen mit großer Tradition gingen im Doppelvierer an den Start. Russland startete aggressiv in das Rennen und hatte schnell eine komfortable Führung herausgerudert. Enger wurde es drei Längen hinter ihnen. Estland, Tschechien, Polen und Italien kämpften um die Medaillen. Im Ziel dann mit Abstand von jeweils einer Länge Russland, Estland und Polen auf den Medaillenrängen.
Der Frauen-Achter ist und bleibt eine Domäne der Rumäninnen, die im Jahr rund 11 Monate zusammengefasst werden. Gut zwei Längen dahinter Weißrussland Die Ukraine sicherte sich mit einem tollen Endspurt Bronze.
Der Abschluss dieser Meisterschaft war dem Männer-Achter vorbehalten. Hier ruderte Polen zum vierten Titel in der fünften Auflage dieser Meisterschaften. Dahinter ein spannender Kampf zwischen Tschechien, Vizeweltmeister U 23, und der Ukraine um die Medaillen. Auf der Ziellinie konnte das junge Team aus unserem Nachbarland einen Vorsprung von 0,15 Sekunden verteidigen. Das Team des DRV kam über Rang 6, den es zu allen Zwischenzeiten einnahm, nicht hinaus. Am Ende war der Abstand auf die Rumänien mit einer Länge deutlich. Rang vier ging an Russland.
Erfolgreichste Nation der EM war Italien mit sechs Medaillen (2/1/3), vor Griechenland, der Ukraine, Tschechien und Serbien mit jeweils vier Medaillen. Griechenland konnte dabei sogar drei Titel errudern. Der DRV nimmt gemeinsam mit Großbritannien Rang 11 ein.
Das Ergebnis zeigt, dass auch die EM mittlerweile ein hohes sportliches Niveau erreicht hat. Sicher ist diese Meisterschaft geeignet, um Teams gezielt zu entwickeln. Ab 2013 wird sie Ende Mai ausgetragen und weiter an sportlicher Bedeutung gewinnen.
- Links:
- Ergebnisse: 80.83.47.230/results_461.html
- Weltruderverband: worldrowing.com





