40. Rheinmarathon ist auch der persönliche 40.
RCGD-Pressesprecherin Maren Derlien (MD) sprach mit RCGD-Mitglied Uli Heyse. Der 69-Jährige rudert in diesem Jahr zum 40. Mal die 42,8 Kilometer mit und ist der einzige Ruderer, der an allen Düsseldorfer Marathon-Regatten teilgenommen hat. Der 40. Rheinmarathon findet am Samstag, 08.10. statt (Start: Leverkusen, Ziel: Düsseldorf).
MD: Wann haben die Sportart Rudern überhaupt kennengelernt?
Uli Heyse: 1957 in Bremerhaven, wo ich damals lebte. Mein Bruder hat im Bremerhavener Ruderverein gerudert und ein Nachbar war dort Trainer. Meine Eltern haben mich zum Rudern hingeschickt, damit ich nicht mehr so viel dummes Zeug machen konnte. Naja, das mache ich heute eigentlich immer noch.
MD: Haben Sie Rudern damals als Leistungssport betrieben?
Uli Heyse: Ja, von 1958 an sechs Jahre lang, aber eher ländlich-sittlich. Wir haben also keine weit entfernten Regatten besucht, sondern waren zum Beispiel in Bremen, Lübeck, Hannover oder Emden.
MD: Wie kam es zur ersten Teilnahme beim Rheinmarathon?
Uli Heyse: Ich bin beruflich bedingt nach Mönchengladbach gezogen und kurz darauf, 1970, in den Ruderclub Germania Düsseldorf eingetreten. Germania-Mitglied Detlef Schlüter hatte mit mehreren Klubkameraden den Marathon ins Leben gerufen, da war klar, dass man da mitmacht.
MD: Nicht nur die Veranstaltung selbst hat 40.-jähriges Jubiläum, auch Sie mit ihrer 40. Teilnahme. Haben Sie jemals gesagt „so, das war’s, nie wieder“?
Uli Heyse: Ja, wie oft habe ich geschworen, das machst du nie wieder. Aber immer wenn es wieder so weit ist kann ich es einfach nicht lassen. Auch wenn mitten auf der Strecke alles weh tut, man machst du trotzdem immer weiter, jedes Jahr auf’s Neue. Das Schöne am Marathon ist, dass auch über die Grenzen des Vereins hinweg Freundschaften entstehen. Es ist toll, wer immer so alles da ist. Die Schweden und Iren sind schon langjährige Gäste. Ich freue mich immer wieder auf den Oktober.
MD: Haben Sie Erinnerungen an einen besonderen Marathon- Erfolg?
Uli Heyse: Nein, so richtig nicht. Man hat vielleicht mal Mannschaften geschlagen, die zuvor weit vor einem lagen. Die Bootsbesetzungen können sich dann aber auch geändert haben. Es ist keine Leistungsregatta in dem Sinne, sondern eher eine Willensregatta.
MD: In welchem Boot gehen Sie bei Ihrem Jubiläum an den Start?
Uli Heyse: Ich fahre mit Uwe Gerke, Peter Wilbert, Bernd Hoffmann und Steuermann Axel Peterkes im Doppelvierer, Durchschnittsalter 65 Jahre. Wir kennen uns alle schon Jahre lang.
MD: Wie bereiten Sie sich auf die Langstrecke vor?
Uli Heyse: Ich gehe zweimal in der Woche rudern. Außerdem machen wir Ruderfahrten in ganz Deutschland und auch Urlaube verbringe ich im Ruderboot. Es kommen um die 1500 Kilometer im Jahr zusammen. Das macht und hält fit.
MD: Gibt es einen Streckenabschnitt, den Sie am Liebsten mögen?
Uli Heyse: Den nach dem Ziel. Jetzt im ernst, die Gerade zwischen Hitdorf und Dormagen und die Gerade an Dormagen vorbei. Da bist du richtig im Schwung.
MD: Ein Blick in die Zukunft. Können Sie sich vorstellen, auch Ihr persönliches 50. Marathon-Jubiläumsjahr zu erleben?
Uli Heyse: Wenn mein Körper mir das erlaubt, selbstverständlich!
- Links:
- www.rcgermania.de
