Team Deutschland-Achter: 200 Ruder-Kilometer pro Woche
Herbst-Training in Dortmund. Angenehme 13 Grad Celsius, Sonnenschein, ruhiges Wasser. Am Nachmittag tragen die Ruderer zum zweiten Mal am heutigen Tag ihr Boot zu Wasser. 20 Kilometer im Zweier. „In einer Woche kommen wir auf 200 Kilometer. An fünf Tagen jeweils 40“, rechnet Bundestrainer Ralf Holtmeyer vor. An den anderen beiden Wochentagen steht Krafttraining im Mittelpunkt.
Der 55-Jährige steht am Ufer und beobachtet die vorbeiziehenden Boote. Ausnahmsweise sitzt er nicht in seinem motorisierten Katamaran, denn auf dem Dortmund-Ems-Kanal sind für den heutigen Nachmittag Brückenbauarbeiten angekündigt. Statt der üblichen 12 Kilometer bis Henrichenburg ist das Trainingsrevier der Olympia-Kandidaten auf drei Kilometer geschrumpft. So pendeln die Zweier im ständigen Rhythmus am Ufer des Ruderleistungszentrums in Dortmund-Deusen vorbei – bis der Tageskilometerzähler die 40 erreicht hat.
Rudern für Olympia. Bundestrainer Ralf Holtmeyer hat einen Kreis von 16 Athleten beisammen, die um die Plätze in der deutschen Olympia-Flotte der schweren Riemen-Männer kämpfen. Es sind genau die Sportler, die auch bei der WM in Bled dabei waren. Seit gestern ist der Großteil in Dortmund für zwei Wochen zusammen, das erste konzentrierte Trainingslager auf dem Weg nach London 2012. Nur Gregor Hauffe fehlt, er muss für seine Ausbildung bei der Bundespolizei in Berlin sein, trainiert im Leistungszentrum Kienbaum, kommt nur an den Wochenenden nach Dortmund. Rene Bertram ist aufgrund eines wichtigen Seminars an der Hochschule ab dem morgigen Mittwoch dabei.
Holtmeyer will 16-er Kader noch ergänzen
Das Pensum wird einen Monat nach Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs angezogen. Denn es geht um viel. Jeder will dabei sein in London. In Achter, Vierer und Zweier sind insgesamt 15 Plätze zu vergeben, dazu werden zwei Ersatzleute ein Olympia-Ticket erhalten. Bis dahin ist es aber noch weit, bis dahin wird Holtmeyer weiterhin noch genau hinschauen: „Den einen oder anderen will ich noch dazu nehmen“, verrät er und fügt hinzu: „Ich schaue mir alle weiteren Kandidaten genau an. Das geht nach Leistung.“
Bei der Sechs-Kilometer-Langstrecke am letzten November-Wochenende in Dortmund müssen sich alle Ruderer zum ersten Mal im Wettkampf beweisen. Dann geht’s von Anfang Dezember bis Mitte März für insgesamt acht Wochen in weitere Trainingslager nach Sabaudia (Italien) und Sevilla (Spanien). Auch in der Hoffnung auf angenehme Temperaturen und viel Sonnenschein, was sicherlich so manchen Kilometer auf dem Wasser leichter machen wird.
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