Jugendrat in Berlin – Jeden Tag sitz‘ ich am Wannsee...

Zwei Mal im Jahr nehmen sich der Vorstand der Deutschen Ruderjugend und die Landesjugendleiter ein ganzes Wochenende Zeit, um sich zu ihrer gemeinsamen Sitzung zu treffen. Vom 25. bis 27. November war dieses Mal Berlin der Ort des Treffens. In den Räumen des Ruderklub am Wannsee boten sich ideale Möglichkeiten, um gemeinsam zu tagen. Seit der letzten Sitzung anlässlich des Bundeswettbewerbes in München war wieder eine umfangreiche Tagesordnung entstanden, die überaus produktiv bearbeitet wurde.

von Tanja Günder (Öffentlichkeitsarbeit)
28.11.2011 - 09:37 Uhr

Zentrale Inhalte waren die Finanzplanung der Deutschen Ruderjugend, die „Agenda 2020“ der Deutschen Ruderjugend, der Bundeswettbewerb für Jungen und Mädchen und die Berichte aus den Ländern.

Unter dem Tagesordnungspunkt Finanzen wurde der Jahresabschluss für das Jahr 2010 von den Landesjugendleitern entgegen genommen und in einem weiteren Schritt der Etat für 2012 verabschiedet. Die größte Investition im kommenden Jahr ist das Olympische Jugendlager, das die Deutsche Ruderjugend in Eigenregie auf die Beine stellt. Die Plätze dafür waren im Nu ausgebucht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus dem gesamten Bundesgebiet und blicken mit großer Vorfreude auf ein gemischtes Programm rund um Olympia. Kernpunkt des Jugendlagers sind natürlich die Ruderrennen auf dem Lake Dorney in Eton.

Im Rahmen der „Agenda 2020“ sollen Ziele und Aufgaben der Deutschen Ruderjugend zusammengefasst werden. „Wo stehen wir jetzt? Wo wollen wir hin? Wie soll sich die Deutsche Ruderjugend bis 2020 entwickeln?“, sind die Leitfragen, zu denen Wünsche und Ideen zusammengestellt wurden. Zusammengefasst haben sich drei Säulen für die zukünftige Arbeit der DRJ herauskristallisiert. Im nächsten Schritt werden diese und ihre einzelnen Arbeitsschwerpunkte nun strukturiert mit dem Ziel, die „Agenda 2020“ beim nächsten Jugendrudertag zu verabschieden.

Viel Zeit wurde den Beratungen zum Bundeswettbewerb gewidmet. Die bedeutendste Neuerung ist hier, dass das Rennprogramm um den Mixed-Doppelvierer mit Steuermann 13/14 Jahre erweitert wird. Diese Bootsklasse wird ab 2012 für die Dauer von drei Jahren als Erprobungsmaßnahme als Rennen Nummer 22 ausgetragen. So bietet sich für große Landesverbände die Chance, mehr Jungen und Mädchen zu nominieren und kleinere Landesverbände haben eine Meldealternative bei der Nominierung. Während der drei Jahre wird geprüft, ob die neue Bootsklasse sich etabliert, oder ob sie wieder aus dem Programm genommen wird. Im kommenden Jahr werden die Mixed-Doppelvierer des älteren Jahrganges beim Bundeswettbewerb in Wolfsburg erstmalig an den Start gehen. Die Wolfsburger freuen sich über den Zuschlag für die Ausrichtung der größten deutschen Ruderveranstaltung im Olympiajahr und stecken schon mitten in den Vorbereitungen.

Im Rahmen der Beratungen wurden auch verschiedene Änderungsvorschläge zum Ablauf des Bundeswettbewerbs diskutiert. Vorschläge, die eine grundlegende Änderung des Charakters des BWs zur Folge hätten, wurden dabei aber einstimmig abgelehnt. Der Zusatzwettbewerb wird von bisher zehn auf nun acht Stationen gekürzt. Das Ziel ist dabei, die benötige Zeit für die Durchführung zu verkürzen. Wie bei der neuen Bootsklasse wird auch bei dieser Änderung stetig die Effektivität geprüft.

Enorm wichtig ist bei den Sitzungen des Jugendrates der Austausch zwischen den Landesruderjugenden und dem DRJ-Vorstand. In einer regen Runde berichtete Moritz Petri aus der Vorstandsarbeit. Hier zeigte sich das breite Spektrum der Deutschen Ruderjugend vom Freizeit- und Schulrudern über den Leistungssport bis hin zur Gremien- und Verbandsarbeit. Anke Schulz verstärkt den Vorstand mit sofortiger Wirkung als kooptiertes Mitglied für den Bereich Lehre und Ausbildung. Dafür übernimmt Tanja Günder das neu gebildete Ressort Öffentlichkeitsarbeit. Die Landesjugendleiter informierten im Gegenzug den Vorstand und ihre Kollegen über die Arbeit in ihren Verbänden.

Abgerundet wurde das straffe Programm am Samstagabend durch eine gelungene Stadtführung durchs Zentrum von Berlin. Bei einem fast dreistündigen Rundgang wurden sonst verborgene Winkel Berlins und viele strahlende Lichter entdeckt. So kam auch der kulturelle Aspekt nicht zu kurz.

Die nächste Jugendratssitzung findet wieder anlässlich des Bundeswettbewerbs im Juli statt.