Zur Saison 2012 - Grußwort von Siegfried Kaidel


Liebe Ruderkameradinnen und Ruderkameraden,

zunächst darf ich Ihnen alles Gute für das Neue Jahr 2012 wünschen. Nach einem hoffentlich besinnlichen Weihnachtsfest und einer fröhlichen Silvesternacht dürfen wir nun gespannt sein, was uns das Neue Jahr 2012 bringt.

In meinem Editorial im „Rudersport“ 12/2011 hatte ich mich auf die Rückschau auf 2011 konzentriert und daran möchte ich nun anknüpfen. Der Jahreswechsel ist ja kein Bruch im Lauf der Ereignisse. Allerdings bietet er Gelegenheit, die Vergangenheit zu betrachten und neue Kräfte zu sammeln. So nehmen wir also neuen Tritt auf, um den aktuellen Jahreszyklus anzugehen. Dabei gilt es, bewährtes fortzuführen und gleichzeitig aus Fehlern zu lernen. Im Idealfall muss daher nicht alles neu erfunden werden, gleichwohl sind Anpassungen immer zu prüfen und falls notwendig vorzunehmen.

Im Hochleistungssport stehen wir in der entscheidenden Saison. Der aktuelle olympische Zyklus findet seinen Höhepunkt in der olympischen und paralympischen Regatta, auf die alle Bemühungen und Anstrengungen ausgerichtet sind. Ich bin zuversichtlich, dass wir  aus Peking 2008 gelernt und die notwendigen Grundlagen gelegt haben, damit unsere Aktiven auf der Strecke in Eton erfolgreich sein können.

Wanderrudern und Breitensport haben das einhundertjährige Bestehen ihres Ausschusses im vergangenen Jahr mit zahlreichen Ausfahrten und tollen Wanderfahrten begangen. 100 Jahre Ausschuss Wanderrudern belegen, welche Bedeutung dieses Segment im Rudersport hat. Hier bietet sich die Möglichkeit, Rudern in nahezu jedem Lebensalter auszuüben. Welche andere Sportart kann eine derartige Vielfalt bieten? Mit dem Tag des Rudersports am ersten Maiwochenende in Miltenberg und dem Wanderrudertreffen im September in Königs Wusterhausen stehen die beiden Saisonhöhepunkte fest. Dabei bin ich mir sicher, dass die Organisatoren ihr bestes geben werden, damit beide Ereignisse wirkliche Attraktionen werden.

Mit der FISA-Masters-Regatta erleben wir einen weiteren Höhepunkt in Duisburg im Wettkampfsport der Altersklasse. Durch die Vergabe der Veranstaltung an die Wedau-Regattabahn macht der Weltverband deutlich, welch großes Vertrauen die dortigen Organisatoren und die vorhandene Infrastruktur genießen. Immerhin handelt es sich um die größte Regatta der Welt und wenngleich es sich nicht um Weltmeisterschaftstitel geht ist es doch der zentrale Zielwettkampf für die Masters weltweit.

Verbandspolitisch von zentraler Bedeutung ist der Rudertag, den diesmal der Ulmer RC Donau ausrichtet. Während gesellschaftspolitisch basisdemokratische Elemente erst diskutiert und nur zaghaft angewendet werden, geht der DRV dieser Entwicklung klar voran. Im Verband der Vereine kann jedes Mitglied bei dieser zentralen Versammlung im November über die Ausrichtung des Verbandes und dessen Führungspersonal direkt entscheiden.

Neben den genannten Höhepunkten wird das vielfältige Angebot im DRV auch 2012 aufrechterhalten. Dazu zähle ich die Regatten oder Wanderfahrten ebenso wie Lehrgänge und Fortbildungsmaßnahmen. Noch immer werden die Veranstaltungen weitgehend ehrenamtlich organisiert. Dies scheint mir aber nicht immer allen Teilnehmern bewusst zu sein. Gelegentlich werden Anforderungen formuliert oder vermeintliche organisatorische Schwächen beklagt, die den Leistungen der Organisatoren nicht gerecht werden. Es ist selbstverständlich, dass Meldegelder erhoben werden und am Ende die Ausrichter zumindest nicht „draufzahlen“ wollen. Der Einsatz vieler Helferinnen und Helfer muss sich auch im Verein selbst rechtfertigen lassen. Wer die Kostenstruktur für solche Veranstaltungen unvoreingenommen betrachtet, erkennt, dass die Gebühren im DRV insgesamt gering sind. Auf dieser Grundlage sollten dann aber auch Erwartungen realistisch ausgerichtet werden und nicht denen für einen hochpreisigen Urlaub oder vergleichbare Veranstaltungen entsprechen.

Bei dieser Gelegenheit danke ich schon heute allen ehren- und hauptamtlichen Persönlichkeiten, die sich offen oder im Hintergrund für unseren Sport engagieren. Nur durch diesen Einsatz gelingt es, Freude am Rudern in allen Facetten zu vermitteln und selbst zu verspüren.

Ihr Siegfried Kaidel