Nach einem bitteren Jahr will Sebastian Schmidt zurück ins Paradeboot
Olympiavorbereitung in Italien schon voll im Gange - Versetzung in den Vierer brachte „wertvolle Einsichten“

2011 im Vierer bei der WM am Start: Sebastian Schmidt (rechts)

Der Deutschlandachter beim Weltcup in Hamburg 2011 mit Sebastian Schmidt auf der der Schlagposition.

Weltmeister 2010 mit dem Deutschlandachter in Neuseelannd

Weltmeister 2009 mit dem Deutschlandachter in Poznan

Sebastian Schmidt beim Weltcup in München beim Interview
Der Heimaturlaub zum Jahreswechsel war für die deutschen Ruderrecken nur kurz. Gleich Anfang Januar brachen sie wieder ins italienische Camp nach Sabaudia auf, um die zweite große Etappe in der Vorbereitung auf die Sommerspiele 2012 in London in Angriff zu nehmen. Drei Wochen lang werden 90 Kilometer südlich von Rom nun wieder Kondition und Grundlagen gebolzt, nachdem die Ruderer dort schon im Dezember 18 Tage lang schufteten.
„Auf sechs, sieben Stunden Training pro Tag kommen wir da bestimmt und auf insgesamt mindestens 500 Ruder-Kilometer, wobei wir ebenfalls sehr viel Rad fahren und natürlich das Krafttraining nicht fehlt“, berichtet Sebastian Schmidt. Der 26-Jährige vom Mainzer Ruderverein fühlt sich von dem straffen und Schweiß treibenden Programm besonders angespornt, nachdem er in der vorigen Saison nach einer Panne bei einer der internen Leistungsüberprüfungen im April seinen Platz im Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes (DRV) räumen musste. Als Schlagmann mit dem Achter 2009 und 2010 noch Weltmeister, musste Sebastian Schmidt zusehen, wie die Kollegen 2011 in Bled/Slowenien den goldenen WM-Hattrick perfekt machten, während er im Vierer ohne Steuermann auf Rang fünf einkam.
„Das alles war schon sehr frustrierend und hat mich gewurmt“, gesteht Sebastian Schmidt, der an der Universität Bochum im siebten Semester Medizin studiert und wie alle Auswahlruderer am Bundesleistungszentrum in Dortmund trainiert. Er ist heilfroh, dass sämtliche DRV-Boote nach jeder Saison aufgelöst werden und zu Beginn eines neuen Jahres alles wieder bei Null beginnt. „Jeder kann sich nun aufs Neue für das große Boot anbieten, für jeden gibt es dieselbe Ausgangssituation“, so Achter-Bundestrainer Ralf Holtmeyer. So funktioniert das System „Deutschlandachter“ seit 2008 äußerst erfolgreich.
Kein Athlet hat seinen Platz sicher. Für niemanden gibt es Garantien. Jeder muss sich neu beweisen. Dieser unbestechlichen Formel verdankt der Achter seit der Pleite bei den Spielen 2008 in Peking, als er den letzten Platz belegte und förmlich unterging, sein großartiges Comeback.
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