Sitzung des DRV-Präsidiums mit Blick auf das Eis

Mit Blick auf die gefrorene Fulda kam das DRV-Präsidium im Bootshaus des RV Kurhessen-Cassel 1890/1911 zu seiner 361. Sitzung zusammen. Die Kälte, die Deutschland in diesen Tagen erfasst hat, galt jedoch nicht für die Beratungen, die gelegentlich kontrovers geführt wurden, aber von ruderkameradschaftlicher Herzlichkeit geprägt waren.

  • Prof. Dr. Daumann referiert zum QS-Projekt

    Prof. Dr. Daumann referiert zum QS-Projekt

von Dag Danzglock
08.02.2012 - 11:00 Uhr

Mit der olympischen Saison hat der Leistungssport einen besonderen Stellenwert. So berichtete Cheftrainer Hartmut Buschbacher zum Stand der Vorbereitung und dem Vorgehen zur Besetzung der Boote. Hierbei wurden Rückfragen beantwortet, bevor das Präsidium die Nominierungsvorstellungen zur Kenntnis nahm. Für das Gremium hat die Transparenz für die Aktiven die besondere Bedeutung, „denn die Unklarheiten vor Peking 2008 sollen sich nicht wiederholen“, so eines seiner Mitglieder. Die sportfachlichen Details werden von den Experten entschieden.

Schatzmeister Torsten Gorski konnte einen ausgeglichenen Jahresabschluss 2011 vorlegen. In den Haushaltsansätzen für die kommenden Jahre wird zudem Vorsorge für definierte Risiken getroffen. Das Präsidium beschließt über die Vorschläge in der nächsten Telefonkonferenz im März.

Mit einem detaillierten Vortrag stellte Prof. Dr. Daumann (Uni Jena) die Ergebnisse zum Projekt „Qualitätsmanagement (QM) in Sportverbänden“ vor. Die Untersuchung wird durch das Bundesinstitut für Sportwissenschaften gefördert und stellt den Verbänden Instrumente für QM-Maßnahmen zur Verfügung. Der DRV hatte sich unter Federführung von Claudia Hassmann mit drei weiteren Sportfachverbänden beteiligt. „Im nächsten Schritt werden wir prüfen, was wir davon in sinnvoller Weise für unseren Verband und damit unsere Vereine nutzen können“, lautet ihre Bilanz. „Klar ist jedoch, dass auch ehrenamtliche Organisationen ihre Abläufe prüfen und optimieren sollten. Die Anforderungen sind hier deutlich gestiegen und werden durch ein standardisiertes, angepasstes und anwendbares QM-System unterstützt."

Zukünftig werden die Ehrenvorsitzenden wieder an den Präsidiumssitzungen teilnehmen. Damit revidierte das Gremium seine Entscheidung aus dem März 2008. Vorangegangen waren Gespräche zwischen Vorstand und Ehrenvorsitzenden, in denen die Entwicklung erörtert wurde.

Der Deutschen Ruderjugend ist es gelungen, den DRV als Träger im Bundesfreiwilligendienst (BuFDi) zu positionieren. Hierzu wurde bereits im Januar eine Vereinbarung mit der Deutschen Sportjugend geschlossen. Damit gehört der DRV zu den wenigen Sportfachverbänden, die diese Aufgabe übernehmen können. Es ist vorgesehen, den Verbandsmitgliedern bis zu 25 Plätze zur Verfügung zu stellen. Diese können über einen Zeitraum von 12 bis maximal 18 Monaten an Personen ab dem 18 Lebensjahr vergeben werden und stehen als Unterstützung in einem breiten Spektrum zur Verfügung. Dafür wird ein Taschengeld gewährt, das der Bund bezuschusst.  Als Starttermin ist der 01. September vorgesehen. Details zu den Rahmenbedingungen werden bis Mai veröffentlicht.

Breiten Raum der Beratungen nahm der Antrag des RC Potsdam zur Aufnahme in den DRV ein. Hier hatte es im Vorfeld intensive Diskussionen gegeben, da der Verein von ehemaligen Mitgliedern der Potsdamer RG mit der Begründung gegründet wurde, dass dort keine Förderung des Leistungssports erfolge. Der RCP richtet sich wesentlich auf den Leistungssport aus und wird von hauptamtlichen Trainerinnen und Trainer getragen. Seine Vorsitzende – Kathrin Boron- hatte bis zu ihrem Rücktritt am 03. Februar den Bundesstützpunkt Potsdam geleitet. Im Vorfeld hatte es mehrere Gespräche von Siegfried Kaidel, teilweise unter Beteiligung des DOSB, mit den Beteiligten aus beiden Vereinen, des Landesruderverbandes und der Landesregierung gegeben, um eine einvernehmliche Lösung zu finden.
Nach intensiver Beratung empfahl das Präsidium mit Mehrheit dem Vorstand, der Aufnahme aus rechtlichen Gründen zu entsprechen. Dieser Empfehlung ist der Vorstand, der nach dem Grundgesetz des DRV über einen Aufnahmeantrag zu entscheiden hat, am 04.02. gefolgt. „Wir sind mit der Entwicklung nicht glücklich, müssen aber rechtliche Vorgaben beachten“ so der DRV-Vorsitzende. „Der DRV als Dachverband hat hier ein Monopol und muss an die Aufnahme eines Mitgliedes andere Voraussetzungen knüpfen als seine Mitgliedsorganisationen.“

Vor der Berufung einer neuen Leitung des Bundesstützpunktes Potsdam wird es intensive Gespräche mit den relevanten Akteuren geben. Bis diese abgeschlossen sind, übernimmt Herwig Ritter die Aufgabe kommissarisch.

Im Bereich des Marketings hat Kerstin Förster den Flughafen München als Partner für DRV-Aktivitäten vor Ort gewinnen können. Außerdem wird der Rudertag in Ulm durch eine andere Firma, die ungenannt bleiben will, unterstützt. Der Rudertag selbst ist in das 125-jährige Bestehen des Ulmer RC Donau eingebunden und findet am 15. November an der Donau statt. Das Präsidium hat sich auf den Zeitplan für die anstehenden Aufgaben verständigt. Im April wird es die ersten Kommissionen für den Rudertag berufen und über Arbeitskreise entscheiden. Auch in diesem Jahr ist vorgesehen, die Unterlagen überwiegend elektronisch zu versenden sowie auf www.rudern.de einzustellen. Gleichzeitig sind Beiträge im der Verbandszeitschrift „Rudersport“ und Tischvorlagen vorgesehen.

Nach einer Telefonkonferenz im März wird das Präsidium am 27. April erneut in Kassel zusammenkommen.