Treideln

Beim Treideln wird das Boot vom Ufer aus am Ufer entlanggeschleppt. Dabei soll es aber nicht ans Ufer herangezogen werden. Das ist nur möglich, wenn man eine Wasserströmung am Boot entlang dazu benutzt, das Boot vom Ufer weg zudrücken. Eine solche Strömung am Boot entlang erreicht man,

  1. wenn man das Boot gegen die Fluß-Strömung bewegt,
  2. wenn man das Boot ohne Fluß-Strömung schnell bewegt,
  3. wenn man das Boot in einer schnellen Fluß-Strömung so weit zurückhält, das ein ausreichender Unterschied zwischen Boots- und Strömungsgeschwindigkeit entsteht.

Zum Treideln reicht die übliche Bugleine nicht aus. Man benötigt dazu eine Leine von etwa 25 bis 30 Meter Länge. Nur wenn man nah an einem geraden Ufer ohne Steine im Wasser entlang treideln kann, reicht auch eine kürzere Leine.

Wie in der Zeichnung zu sehen, bildet man ein Zugdreieck mit zwei Seiten Leine (gestrichelte Linie) und einer Seite Boot so, dass der gegen die Strömung gerichtete Bug vom Ufer weg zeigt.

Gegen die Strömung

Wird das Boot gegen die Strömung geschleppt, so drückt ein Ruderer es zunächst am Bug mit einem Skull oder Riemen vom Ufer ab. Dann zieht der treidelnde Ruderer das Boot mit der Leine stromauf.

Ohne Strömung

Wird das Boot ohne oder gegen sehr geringe Strömung geschleppt, muss der treidelnde Ruderer schnell loslaufen. Er kann dabei von einem Ruderer mit einer zweiten Leine unterstützt werden, die am Schlagplatz und am Heck befestigt wird. Beim Start sollten mindestens zwei Ruderer am Ufer Paddelhaken bereithalten, um damit das Boot vom Ufer wegzudrücken, wenn der Versuch mißlingt, beim Laufen eine ausreichende Strömung am Boot entlang zustande zu bringen.

Mit der Strömung

Wird das Boot stromab getreidelt, so hat man vorher gegen die Strömung angelegt, und der Bug zeigt auch wieder, wie in der Zeichnung zu sehen, stromauf. Der Bug wird mit Skulls oder Riemen so weit wie möglich vom Ufer abgedrückt. Dabei zieht der treidelnde Ruderer das Boot ein wenig stromauf, bis er sicher ist, dass die Strömung das Boot vom Ufer abhält. Erst dann beginnt er ganz langsam stromab zu gehen (nunmehr entgegen dem größeren Pfeil am Ufer in der Zeichnung). Er kann etwas schneller gehen, wenn das Boot dabei draußen bleibt. Er muss sofort ganz langsam werden oder stehen bleiben, wenn das Boot sich dem Ufer nähert, der Unterschied zwischen Fluß- und Bootsgeschwindigkeit zu klein geworden ist.

Stromabtreideln ist also nur möglich, wenn der schleppende Ruderer mit dem Boot wesentlich langsamer gehen kann, als der Fluß fließt. Abwartstreideln in der Bootsgasse siehe „Bootsgassen“.

Wenn man den Steuermann beim Treideln im Boot lässt, kann er mit Vom-Uferweg-Steuern unterstützen, was mit dem Zugdreieck erreicht werden muss: Bug schräg zur Strömung gerichtet.

Stand: 13.06.2010