Zeichnerische Darstellung eines Bootskörpers
Für die zeichnerische Darstellung eines Bootskörpers sind drei Risse erforderlich:
- der Spantenriss = Ansicht von hinten und vorn
- der Wasserlinienriss = Ansicht von oben
- der Längsriss = Ansicht von der Seite
Der Spantenriss (Abb.17) entsteht, wenn man das Boot von oben nach unten in gleichmäßigen Abständen quer aufschneidet. Die Schnittränder ergeben den Querschnitt. Für unsere Boote wird der Spantenriss in natürlicher Größe gezeichnet, so dass der Bootsbauer die Querschnitte unmittelbar auf das Werkstück übertragen kann, ohne sie erst vergrößern zu müssen.
In der Zeichnung wird immer nur eine Bootshälfte dargestellt und zwar in der linken Hälfte die Schnitte des Achterschiffes – also vom Heck bis zum Hauptspant, in der rechten die Schnitte vom Hauptspant bis zum Bug. Die Schnitte werden nummeriert und zwar von hinten nach vorn. Der Schnitt am Heck ist das Nullspant, dann folgen Spant Nr. 1, 2 usw. bis zum Bug.
Der Wasserlinienriss (Abb.18) entsteht, wenn man ein Boot in Längsrichtung waagerecht aufschneidet. Der wichtigste Schnitt ist der in der Wasserlinie, also in der Ebene, bis zu der das Boot im Wasser schwimmen soll. Es ist die Konstruktionswasserlinie (KWL), die in ihren Umrissen als erstes beim Entwurf festgelegt wird.
Der Längsriss (Abb.19) entsteht, wenn man ein Boot in der Kielebene senkrecht aufschneidet und den Längsschnitt in einer der Bootshälften mehrfach wiederholt.
Die Risse können natürlich nicht unabhängig voneinander entworfen werden. Spantenriss -und Wasserlinienriss müssen aufeinander abgestimmt sein, d.h. ihre Schnittpunkte müssen eine harmonische Linienführung ergeben. Man nennt das: Die Linien müssen straken. Ergibt irgendeine Schnittstelle einen Buckel in einer Linie, so ist der Spantquerschnitt an dieser Stelle zu korrigieren. Wasserlinien- und Längsriss stellen daher in erster Linie Kontrollzeichnungen dar, die bestätigen, dass die aneinandergereihten Spantquerschnitte auch tatsächlich den gewünschten Linienverlauf ergeben.
Der weiteren Kontrolle des Spantenstraks dienen die Senten (Abb.20). Dies sind Schnitte, die von der Mittschiffsebene aus so durch die Rumpfhälften gelegt werden, dass sie die Spanten möglichst senkrecht schneiden.
Eine Zusammenstellung aller vorstehend beschriebenen Risse ist in Abb.20 wiedergegeben. Die zeichnerische Darstellung der Linien eines Sportruderbootes zeigt Abb. 21.
Nach diesen Rissen stellt der Bootsbauer nun mit Hilfe eines vom Computer gesteuerten Fräsers aus Holz oder Hartschaum eine Blockform her. Meistens muss dies in mehreren Abschnitten erfolgen, die später zusammengesetzt werden. Diese Blockform wird dann direkt zur Herstellung von formverleimten Holzschalen genutzt. Sollen Kunststoffboote hergestellt werden, nimmt man von dem Block noch eine Hohlform ab.







