Lagerung von Booten und Zubehör
Wie man diese Halle nun zur Unterbringung von Booten und Material nutzt, hängt von der Anzahl der einzelnen Bootsgattungen ab. In Abb.110 sind die für die Lagerung der Boote wichtigen Abstandsmaße der Auflagen angegeben:
Für das unterste Lager bei Gigs benötigt man 80 cm, damit bei einer kieloben Lagerung noch 20 cm für ein Rolllager zur Verfügung stehen , die auch unbedingt nötig sind, damit die Dollen nicht den Boden berühren. Die weiteren Abstände sollten jeweils 60 cm betragen, um die Gigs ohne Probleme einlagern zu können. Daraus ergibt sich eine obere Auflagenhöhe für das 4. Boot von 2,00 m. Will man noch ein 5. Lager nutzen, benötigt man rollbare Treppenstufen.
Bei Rennbooten reichen für das untere Lager 75 cm und für die übrigen 55 cm Abstand. Es empfiehlt sich jedoch auch hier, den größeren Abstand zu wählen, da die Gefahr der Beschädigungen dadurch gemindert und doch nicht viel Raum gewonnen wird, da das 5. Lager bei Rennbooten mit 2,40 m Höhe für viele Ruderer nicht mehr ohne Hilfen zu erreichen ist.
Entsprechend diesen Maßen müssen nun auch die Schienen zur Aufnahme der Bootsträger an den Außenwänden oder dem Hallengerüst befestigt werden. Abb. 113 zeigt die Anordnung der untersten Schienen, wobei die genauen Auflage-höhen beachtet werden müssen. Die Schienen sollten in Abständen von 2 m an den Wänden mit Abstandshaltern befestigt sein, damit eine Verwindung bei Belastung nicht möglich ist. Verlangt die Stahlgerüstkonstruktionen einen größeren Abstand, müssen senkrechte Schienenstücke eingeschweißt bzw. verschraubt werden, die zur Versteifung dienen.
Bei den Konstruktionen der Bootsträger haben sich ausziehbare Systeme durchgesetzt. Die Zulieferer bieten sehr unterschiedliche Modelle an, die jedoch alle ihren Zweck erfüllen. Für die Vereine, die das Glück haben, geschickte Handwerker in ihren Reihen zu finden, soll ein gängiges Modell zum Nachbau vorgestellt werden (siehe Baublatt).
Für das Boden-Rolllager kann man Bauabfälle nutzen. Einige Kanthölzer bleiben immer auf der Baustelle zurück oder lassen sich schnell im Baumarkt besorgen. Eine Bauzeichnung ist in Abb.114 beigefügt.
Natürlich lassen sich diese Bootslager auch aus Metall anfertigen. Im Handel sind verschiedene Modelle zu bekommen.
Auch für die Ruderaufhängung gibt es etliche Möglichkeiten. Falls die Hallenhöhe 4 m unterschreitet, muss eine spezielle Grube bei der Bauplanung berücksichtigt werden (siehe Abb. 115). Die Gestelle können aus Eisenrohr gebogen werden( siehe Abb. 116), was aber nur in einer Schlosserwerkstatt erfolgen kann. Zum Selbstbau besser geeignet ist das im Baublatt dargestellte Modell ( siehe Abb.116b). Es lässt sich an die Wand schrauben oder an der Hallenkonstruktion befestigen.
Die Ordnung in der Bootshalle ist eine wichtige Voraussetzung für den reibungslosen Ruderbetrieb. Alle Zubehörteile sind übersichtlich an gekennzeichneten Stellen aufgehängt oder gelagert. Mustergültig ist das beim Osnabrücker Ruderverein gelöst worden. Ein Artikel von Ludwig Ellerbrake aus dem Rudersport Nr. 1 / 1980 zeigt dies. Jeder Verein wird hier seine spezielle Lösung finden, die auch auf den Hallenbau abgestimmt sein muss.
Wer Ordnung hält, ist zu faul zum Suchen!
Wenn Ordnung eingerichtet ist, müssen alle sie nur erhalten. Es geht darum, dass jedes Ding im Bootshaus seinen beschrifteten Platz bekommt.
Diese Einrichtung kann nicht nur aus einigen Nägeln bestehen, die man irgendwo hinschlägt. Mit Liebe zum Detail müssen wir uns Gedanken machen und das Zubehör den Booten zuordnen. Diese installierte Ordnung kann leicht mit einem Blick auf Einhaltung und Vollständigkeit kontrolliert werden.
Abb.117: Das klassische Regiepult mit Fahrtenbuch und Kuli-Halterung , Reparatur- und Schädenbuch, Hausstreckenskizze mit Kilometerangaben der üblichen Fahrtenziele, Klammerbrett für Bootsreservierungszettel für Tages- und Wanderfahrten; Schaukasten mit Ruderbrilleninfo, Bootshausordnung, wichtigen Telefonnummern und weiteren Aushängen; Dollenputzpapier, Bootslappen , Eimer mit Lederlappen oder Aufnehmern zur Bootstrocknung. In manchen Vereinen werden Computer als Fahrtenbücher eingesetzt, welche die Auswertung für die Fahrtenstatistik (auch zur Meldung an den DRV) ungemein erleichtern. Die entsprechende Software "efa - elektronisches Fahrtenbuch" wir hier beschrieben und kann kostenlos heruntergelanden werden. Gelegentlich stehen noch Gießkannen zum Abgießen der Boote zur Verfügung, um Wasser- und Abwasser-kosten zu sparen.
Abb.118: Aufhängung für Steuer und Rückenlehnen, soweit diese lose und nicht fest eingebaut sind. Eine genaue Beschriftung mit den Bootsnamen ist unbedingt notwendig. Wenn es sich einrichten lässt, sollten auch alle anderen dem Boot fest zugeordneten Zubehörteile (Bug- und Heckbodenbretter, Zusatzrollbahnen mit Rollsitzen für fußgesteuertes Rudern) hier eingeordnet werden. Lässt sich das aus Platzgründen nicht einrichten, können diese Dinge auch direkt bei den Booten untergebracht werden.
Abb. 119: Der Schlüsselkasten in der Werkstatt ermöglicht eine Kontrolle der Ausgabe für alle verschließbaren Schränke und Fächer in der Bootshalle und im Clubhaus.
Das übersichtliche Anbringen weiterer Zubehörteile, die nicht den Booten fest zugeordnet werden können, ist für die Überprüfung der Vollständigkeit und den schnellen Einsatz bei Bedarf unbedingt zu empfehlen.
Erstellt nach Vorlagen von Ludwig Ellerbrake und Hans Rath.
















