Werkzeugschrank in der Bootshalle
In vielen Vereinen besteht ein großes Problem: Wie halten wir es mit dem Werkzeug? Es gibt
- den Verein A: Die Werkstatt ist offen, jeder kann jedes Werkzeug nehmen und jede Maschine benutzen. Jeder tut das auch, und in der Regel ist solch eine Werkstatt innerhalb eines halben Jahres keine Werkstatt mehr, sondern eine Rumpelkammer, in der man nichts mehr findet. Werkzeug ist dann auch keines mehr da (Es ist nicht gestohlen, sondern nur verlegt worden!).
- den Verein B: Er hat daraus die Lehre gezogen oder von Anfang an alles abgeschlossen. Oft hat dann nur der Bootsobmann den Schlüssel der Werkstatt. Das Mitglied in diesem Verein kann nur zur Selbsthilfe schreiten, wenn es sich eigenes Werkzeug hält.
- den Verein C: Er hat ein großes weißes Brett in die Bootshalle montiert und die wichtigsten Werkzeuge mittels Halterungen fein säuberlich angebracht. Die Anordnung wurde mit Umrisszeichnungen verdeutlicht. Der Fehler ist nur, dass auch hier – außer vielleicht einem einsamen Hammer oder Schraubenschlüssel – kein Werkzeug mehr vorhanden ist. Es ist verlegt worden, wie im Verein A.
Es ist durchaus möglich, dass bei guter Disziplin in kleinen Vereinen auch mit den vorgestellten Modellen Ordnung herrscht. Bessere Erfahrungen wurden jedoch mit einem Werkzeugschrank in flacher Ausführung gemacht (siehe Abb.153) mit Aufhängevorrichtungen und Umrisszeichnungen für das Werkzeug. Der Schlüssel, an dem ein ordentlicher Holzklotz befestigt ist, wird an jedes danach fragende Mitglied von der Ökonomie oder dem Hauswart ausgegeben. In Vereinen ohne Ökonomie kann der Schlüssel auch im Clubraum an einem geeigneten Platz aufgehängt sein. Wichtig ist nur, dass der Schrank abgeschlossen ist und der Schüssel etwas entfernt verwahrt wird. So ist gewährleistet, dass jeder, der Bootsarbeiten verrichten will, dieses auch tun kann. Womit ist dieser Schrank bestückt?
Der Inhalt des Werkzeugschranks besteht aus:
- mittlerem Hammer
- Metallblock zum Gegenhalten (Fäustel-Kopf)
- Wasserpumpenzange
- Kombizange
- Bolzentreiber
- Maulschlüssel 8 – 16 mm ( 10 u. 13 je 2X )
- Schraubenzieher je 1X Schlitz, Kreuz, kurz u. lang
- 2 Riggerschlüssel ohne Quergriff!
- Zollstock
- kleine Schraubzwinge
- Anlagemessgerät
- Kleinteile wie verschiedene Auslegerbolzen
- Sechskantmuttern, Stemmbrettschrauben, Holzschrauben, 1 Dolle, Unterlegscheiben, eine Ölkanne u. 2K-Kleber schnellfest.
Die meisten häufig anfallenden Arbeiten können mit diesem Werkzeug ausgeführt werden:
- Dollenstifte fetten
- Rollsitze fetten und ölen
- Lose Holzschrauben wieder einziehen
- Anlage einstellen
- Klemmringe festziehen oder neu einstellen
- Neue Auslegerbolzen einziehen
- Boote auf- und abriggern
- Dolle wechseln
- Lose Holzteile sofort wieder anleimen
- Fehlende Stemmbrettschrauben ergänzen
Alles Arbeiten für "Otto Normalverbraucher". Mit Hilfe dieses Werkzeugs kann auch mal einem jugendlichen Mitglied das Fahrrad repariert werden.
Eine weitere Verbesserung dieses Schrankes wäre eine Glasscheibenfüllung der Schranktür, um auf einen Blick eine Vollständigkeitsprüfung zu gewährleisten und um auch dem neuesten Neuling diese Hilfe zur Selbsthilfe deutlich vor Augen zu führen.
Erstellt nach einer Vorlage von Ludwig Ellerbrake.

