Werkzeuge für die Werkstatt
Natürlich muss auch das geeignete Werkzeug zur Verfügung stehen. Nun sind dem ungehinderten Werkzeugkauf zwar keine Grenzen gesetzt. Doch es stellt sich die Frage, ob tatsächlich alle Geräte und Maschinen gebraucht werden, die der Handel bietet. Nachfolgend wird nur auf die Werkzeuge eingegangen, die im Rahmen der Konzeption dieses Buches, also für kleine Änderungen und Reparaturen notwendig sind. So wichtig wie die Anschaffung des Werkzeugs ist jedoch auch die Aufbewahrung. Kleinmaschinen und scharfes Werkzeug sind grundsätzlich unter Verschluss zu halten und nur im Bedarfsfall auszuteilen.
Folgende Kleinmaschinen gehören in jede Werkstatt und können z.T. auch die oben genannten Groß-maschinen ersetzen:
- Hand-Winkelschleifer mit Schleif- und Trennscheiben für Holz und Metall
- 2-3 kleinere Handbohrmaschinen mit ausreichend Metall- und Holzbohrern
- Akku-Bohrschrauber mit 2. Akku, Ladegerät, sowie biegsamer Welle und Bit-Satz
- Schwingschleifer und/oder Exzenterschleifer
- elektrische Bandschleifmaschine
- elektrischer Handhobel, der auch stationär eingesetzt werden kann
- elektrische Stichsäge mit Holz- und Metallsägeblättern
- stationäre Schleifmaschine (Schleifstein)
- Heißluftpistole
- Kleinkompressor mit Spritzpistole
Das eigentliche Handwerkzeug besteht aus vielen Kleingeräten für unterschiedliche Arbeiten an Holz und Kunststoffen.
Die wichtigsten Geräte und Werkzeuge für Arbeiten an Kunststoffbooten sind:
- Nylonroller, um damit das Harz aufzutragen und Plüschroller für die Entlüftung dünner Matten und Gewebe
- Flach- und Rundpinsel jeder Breite und Stärke werden für die Harz-Verarbeitung benötigt. Mit ihnen nehmen wir das Harz aus dem Topf, Tupfen die Matte und entlüften sie (nie streichen). Mit diesem Pinsel werden nur kleine Flächen laminiert, an die man mit der Fellwalze nur schwer herankommt. Flachpinsel (mit höchstens 40 Millimeter Borstenlänge) dienen zum Auftragen von Feinschichten und Anschlussanstrichen.
- Scheibenroller eignen sich ebenfalls zum Entlüften des Laminats.
- Japanspachtel (groß, mittel, klein) benötigen wir, um kleine Löcher "zu stopfen".
- ein Gefäß für das Harz ist das wichtigste Stück in der Werkstatt. Dafür ist jeder Behälter aus PE geeignet. Völlig ausreichend sind leere Joghurtbecher. Wichtig ist, dass sich ausgehärtete Harzreste leicht herausbrechen lassen.
- eine Schere und/oder ein Küchenmesser brauchen wir, um das Gewebe auf die passende Größe zu schneiden.
- Zum Schleifen des ausgehärteten Laminats eignet sich für Trockenschliff am besten kunstharzgebundenes Schleifpapier.
- Für den Nassschliff ist jedes Wasserschleifpapier geeignet, wobei sich die Körnung nach dem Verwendungszweck bestimmt.
- Zum Bearbeiten ebener und nach außen gewölbter Flächen sind Schleifklötze aus Kork ideal. Wer hat kann auch seine alten Schwimmwesten und Rettungsringe klein schneiden und für diesen Zweck verwenden. Empfehlenswert sind auch Klötze aus Gummi, in die das Papier eingespannt wird. Sie werden oft in Autolackierereien verwendet.
- Zum Bearbeiten ausgehärteter Laminatränder brauchen wir noch eine Raspel und zwei Feilen für feineres Arbeiten.
- Zum Durchtrennen ausgehärteter Laminate kann auch eine Flex mit Trennscheiben für Metall und Stein verwendet werden s.o.. Zur Not kann man sich auch mit einem alten Eisensägeblatt behelfen.
- zum Bohren, Sägen und Fräsen sind nur Werkzeuge zu verwenden, die für die Metallverarbeitung vorgesehen sind.
- Mit einem scharfen Messer (beispielsweise einem Teppichmesser mit austauschbaren Klingen) schneiden wir schließlich überstehende Laminatränder ab, wenn das Harz an- bzw. ausgehärtet ist.
- Erforderlich sind außerdem noch einige Rührstäbe. Man schneidet sich hierfür mehrere dünne Holzleisten auf Vorrat zu.
Die wichtigsten Geräte und Werkzeuge für Arbeiten an Holzbooten sind:
- zumindest ein Fuchsschwanz oder eine andere Feinsäge,
- mehrere Schraubzwingen verschiedener Längen, "Bastlerzwingen" und Federklemmen.
- drei Stecheisen (8, 12 und 20 Millimeter breit)
- Abziehstein
- zwei Raspeln (grob und fein)
- ein Hobel (Putzhobel) und eventuell ein Taschenhobel (Miniausgabe)
- ein beidseitig abgerundeter Schiffshobel/ Schrupphobel(siehe Abb.145)
- Ziehklingen und Dreikantschaber.
- ein Anschlagwinkel und/oder verstellbarer Winkel
- Gehrungslade oder Gehrungssäge
- Senker für Schraubenköpfe
Sonstige Werkzeuge und Hilfsmittel:
- Stahlbandmaß mit zwei Meter Länge und eines mit zehn Meter Länge
- einen Zollstock mit ausziehbarem Metallmessstab
- eine Wasserwaage
- eine Eisensäge
- Feilen
- drei Hämmer verschiedener Größe
- Metallsäge
- einen Satz Maulschlüssel (vor allem für Muttern der Größen 10, 13, 17, 19 und 22 Millimeter
- Knarren-Satz mit Nüssen
- Rohrzange, Flachzange, Seitenschneider und Kneifzange
- Maurerschnur
- Lötlampe zum Richten von Auslegern
- Gummihammer
- Bolzentreiber und Körner
- Stück Eisen-Platte als Richt-Fläche
- Stück Doppel-T-Träger als Kleinamboss
- ein mobiler Staubsauger sollte in der Werkstatt nicht fehlen. Ratsam sind Geräte, die sich nicht nur für das Aufsaugen von trockenem "Sauggut" eignen, da wir den Staubsauger nicht nur zum Aufräumen brauchen sondern, auch Schleifen und Lackieren.
Werkzeuge schärfen
Hobelstähle und Stech- bzw. Stemmwerkzeuge haben Schnittflächen, die mit einer Grundfase versehen sind. Es empfiehlt sich diese "schräge" Fläche im Winkel von 45 Grad an einem Schleifbock nachzuschleifen. Das bedeutet: Dieser Teil der Schneide wird auf die Schleifscheibe aufgelegt. Dabei entsteht meist ein Schleifgrat an der Rückseite der Fase, also auf der ebenen Seite des Eisens. Der kann nachträglich entfernt werden.
Beim Schleifen ist ferner zu beachten, dass der Stahl durch die große Wärmeentwicklung ausglüht (Blau- bzw. Schwarz-Färbung. Deshalb soll der Stahl während des Schleifens nur ganz leicht angedrückt und außerdem öfter mit Wasser gekühlt werden. Anschließend wird das Eisen auf einem Abziehstein mit etwas Öl oder Petroleum geschliffen. Dabei muss es ebenfalls im 45-Grad-Winkel angelegt werden. Zum Schluss muss noch der Grat an der Rückseite des Eisens entfernt werden. Dies geschieht, indem man das Eisen flach mit der Rückseite über den Abziehstein führt. Der Prozess muss gegebenenfalls solange wiederholt werden, bis an der Fase und der Rückseite kein Grat mehr mit dem Fingernagel zu spüren ist.
Zu beachten ist, dass beim Hobelstahl leicht die Ecken gebrochen werden. Das ist als Ergebnis jedoch nicht gewollt. Wir wollen doch glatte Flächen mit dem Hobel erhalten. Nur der Schrupphobel wird rund geschliffen. "Rund schleifen" bedeutet, dass die Schnittfläche nach außen gebogen ist.(siehe Abb.145) Mancher Hobel wurde schon dadurch verdorben, weil ein Laie den Hobelstahl nicht herausbekam und deshalb mit dem Hammer auf die Schneide schlug. Wenn nun aber der Stahl festsitzt, kann man trotzdem schlagen und zwar mit einem kurzen, harten Schlag auf den Schlagkopf. Er befindet sich je nach Hobel hinten oder oben. Durch die Massenträgheit beim kurzen, harten Schlag auf diese Stellen lockern sich Stahl und Holzkeil. Das genaue Wiedereinsetzen von Holzkeil und Hobelstahl erfordern Augenmaß, Übung und Fingerspitzengefühl.
Auch Sägen kann man schärfen. Man verwendet dafür Dreikantfeilen. Das Problem dieser Arbeit ist nicht das etwas mühselige Bearbeiten der Zähne, sondern das seitliche Ausbiegen der Zähne mit dem Schränkeisen. Das ist erforderlich, damit die Säge nicht klemmt. Allerdings sollte das Schränken von einem Fachmann vorgenommen werden. Berücksichtigt man dann noch die Kosten für eine neue Säge im Vergleich zu der erforderlichen Arbeit, so ist von einer Überholung der Sägen ab- und dem Neukauf zuzuraten.
Ähnliches lässt sich auch über Bohrer sagen. Wir unterstellen dabei, dass in den meisten Vereinen statt Holzbohrer jene für Stahl verwendet werden. Da die sich aber in Holz kaum abnutzen und überall für wenig Geld erhältlich sind, ist ebenfalls ein Neukauf sinnvoller.
Weit öfter ist ein anderes Werkzeug ein Reparaturfall: Schraubendreher werden gern auch als Ersatz für Stecheisen und Brechstangen und sogar als Meißel verwendet. Das Ergebnis ist bekannt. Damit der Schraubendreher wieder für seinen eigentlichen Zweck benutzt werden kann, muss die Spitze zu einem gleichmäßigen Körper mit parallelen Kanten geschliffen werden. Das Werkzeug sollte danach mit wenig Spiel exakt in den Schraubenschlitz passen. Als Beispiel ist ein neuer Schraubendreher hilfreich.
Erstellt nach Vorlagen – Heike Hoffmann BBG Berlin und Ludwig Ellerbrake.

