Handhabung der Boote und des Zubehörs
Viele Schäden an den Booten und dem Zubehör lassen sich vermeiden, wenn richtig mit ihnen umgegangen wird.
Es beginnt mit der Lagerung. Alle Gigs und die Mannschafts-Rennboote sollten so kieloben gelagert werden, dass sie am ersten und letzten Spant des Mannschaftsbereichs unterstützt sind. Lediglich beim Achter benötigen wir 3, in der Höhe gleich eingemessene Unterstützungen. Renn- und Übungs-Einer können in entsprechenden Vorrichtungen auch kielunten oder in Gurtlagern auf den festen Luftkasten-Decks abgelegt werden.
Beim Herausnehmen der Boote aus dem Lager dürfen diese nur wenige Zentimeter angehoben werden, insbesondere dann, wenn die Lager nicht ausziehbar sind. Hebt man sie zu hoch, stößt die Bootshaut an die Dollenstifte der darüber liegenden Boote und bekommt Macken und Risse. Will man solche Schäden mindern, gibt man Plastik-Schutzkappen auf die Abschlussmuttern der Dollenstifte.
Beim Tragen der Boote kieloben fasst man nur am Dollbord bzw. an der Abschlussleite an und niemals an den Auslegern. Kielunten werden die Boote an der Gondelleiste, Querlagern oder speziellen Tragehilfen getragen. Die Diagonalverstrebungen sind hierfür zu schwach und brechen sofort. Gigs, die über Kiel ins Wasser geschoben oder auch vor dem Bauch abgesetzt werden, trägt man nur außerhalb der Ausleger am Bug- und Heckraum.
Das Einsetzen ins Wasser und Herausnehmen am Steg bergen auch einige Gefahren. Der Außenkiel darf dabei die Stegkante nicht berühren, sonst reißen die Kielleisten ab. Bei Rennbooten sind die Schwertflossen und Steuer sehr gefährdet. Also immer den Kiel vom Steg freihalten und weit vom Körper absetzen oder hochnehmen! Vor dem Aussteigen sind alle Rollsitze mit einer Gummischnur festzuklemmen oder auf festen Sitz der Sicherungen zu überprüfen, damit sie nicht beim Drehen herausfallen.
Auch beim Ein- und Aussteigen muss man – vor allem bei Anfängern – darauf achten, dass nur die Stellen betreten werden, die hierfür vorgesehen sind (Einstiegbretter, Bodenbretter oder Sandwich-Decks zwischen den Rollbahnen). Beim Umsteigen im Boot auf Wanderfahrten oder längeren Tagestouren läuft man auf „allen Vieren“ über die Gondel- oder Dollbord-Abschlussleiste und achtet sehr darauf, dass keine Diagonalstreben belastet werden.
Das Anlegen ist immer eine Aufgabe der ganzen Mannschaft und nicht nur des Steuermanns. Grundsätzlich wird gegen Wind und Strömung angelegt, da das Boot sonst zu heftig gegen den Steg gedrückt wird und Schaden nimmt. Alle Ruderer stoppen bei Bedarf ab und halten das Boot vom Steg ab. Viele größere Schäden entstehen beim Anlegen an Steinschüttungen und unübersichtlichen Stellen während einer Wanderfahrt. Grundsätzlich gilt hier für Ruderer aller Altersstufen: Vor dem Anlegen auf den Schiffsverkehr achten, mit dem Paddelhaken die Wassertiefe und eventuelle Hindernisse unter Wasser erkunden. Ausgestiegen wird an solchen Stellen immer durch das Wasser! Es steigen auch alle Ruderer aus, da bei Schiffsverkehr das Boot auf das Ufer gedrückt oder auf Grund gesetzt werden könnte, und sich nicht abhalten lässt. Hinzu kommt, dass ein hohes Mannschaftsgewicht beim Aufsetzen große Schäden in der Bootshaut verursacht.
An Land folgt dann die Säuberung. Schäden können beim Drehen der Boote entstehen, wenn keine klaren Anweisungen erfolgen und Ruderer aus diesem Grunde nicht an der richtigen Stelle zufassen. Auch darf niemals über den Böcken gedreht werden. Es könnten sich sonst die Metall- oder Holzrahmen in die Bootshaut drücken und größere Löcher entstehen. Beim Drehen mit Drehhilfen ist darauf zu achten, dass das Boot weit genug in der Schlaufe liegt und nicht herausrutschen kann!
Das Hereintragen in die Bootshalle nach dem Säubern erfolgt so, dass zunächst kontrolliert wird, ob alle Dollenbügel geschlossen sind, dann das Boot aus den Böcken angehoben wird, die Mannschaft damit soweit seitlich heraustritt, bis die Ausleger nicht mehr zwischen die Böcke ragen und erst danach damit in die Halle geht. Der letzte Ruderer am Heck achtet dabei auf mögliche Kollisionen der Ausleger mit den Torrahmen, während der Steuermann voraus geht.
Bei der Einlagerung ist ähnlich zu verfahren wie beim Herausnehmen. Nicht zu hoch anheben und ganz flach über dem Lager hereinlegen. Man achte dabei auf den richtigen Lagerpunkt. Er sollte mit einem kleinen Klebestreifen am Dollbord gekennzeichnet sein.
Skulls und Riemen sind immer mit den Blättern voraus zu tragen und am Wasser in dafür vorgesehene Gestelle zu legen. Auf dem Steg haben sie nichts zu suchen, da sie dort nur durch ungewolltes Darauftreten beschädigt werden. Bei Wanderfahrten achte man darauf, dass kein Sand an die Manschetten kommt. Die Dollen nutzen sonst zu schnell ab. Die Ruder sind dann soweit in die Gestelle zu hängen, dass sie nicht beim Anstoßen herausfallen können. Die Beschriftung sollte dabei immer zu sehen sein.
Steuer und weiteres Zubehör an die beschrifteten Stellen ablegen oder aufhängen.
Bei Bootstransporten die Boote auf dem Hänger durch Lager ähnlich unterstützen wie in der Bootshalle. Vorhandene Differenzen durch dünne Leisten ausgleichen. Die Spannbänder unmittelbar an den Bordwänden festzurren und verschnüren. Bei langen Transporten von Gigs zusätzlich eine Sicherung von einem Querlager zum Träger anbringen, damit beim Bremsen die Boote nicht verrutschen können.
Skulls und Riemen so im Kasten lagern, dass sie nicht bedeckt sind von Auslegern oder anderem Zubehör. Insbesondere Ultralight-Rennruder bekommen leicht Schlagstellen, an denen sie während des Ruderns brechen können.
Erstellt nach einer Vorlage von Ludwig Ellerbrake
