Gewerbliche Angebote
Bei dem vergleichsweise geringen Bedarf an neuen Einsetz- und Anlegeplattformen für den Rudersport ist es erstaunlich, überhaupt auf Anbieter gewerblicher Serienprodukte zu stoßen. Die nachfolgenden Informationen betreffen Steglösungen, die eigentlich für andere Anwendungen entwickelt und dann für den Einsatz als Rudersteg abgewandelt und übernommen wurden. Wie lange diese Angebote auf dem Markt wirklich verfügbar sind, muss im jeweiligen Fall geprüft werden.
Stege aus zusammensteckbaren Kunststoffwürfeln
Diese Lösung betrifft einen Steg, der sich durch die beliebig häufige Verbindung von hohlen Kunststoffwürfeln mit einer Kantenlänge von ca. 50 cm herstellen lässt. Die Würfel tragen an ihren Ecken angegossene Ösen aus dem gleichem Material und passen beim Zusammenstecken übereinander, um sich dann mit darauf abgestimmten großen Kunststoffschrauben so fest miteinander verbinden zu lassen, dass aus den Containern eine geschlossene Fläche gebildet wird. Mit diesem "Jetfloat"-System lassen sich schwimmende Plattformen jeder gewünschten Breite und Länge herstellen.
Die bei ca. 50 cm Kantenlänge für die Anwendung als Ruderbootssteg viel zu hohe Lage im Wasser kann dadurch auf das optimale "Freibord"-Maß von 10 - 15 cm eingestellt werden, dass man eine geeignete Anzahl Container über vorhandene Schraubverschlüsse flutet und so dem Steg die geeignete Eintauchtiefe gibt. Es gibt speziell für Ruderboote und Kanus aber auch flachere Container für flache Vorbaustufen. Die Kippsicherheit kann man mit zunehmender Breite des Steges erhöhen. Eine profilierte Oberfläche auf der nach oben weisenden Fläche der Container macht den Steg rutschsicher. Allerdings muss man sich an die leicht nach oben gewölbten Flächen der Würfel gewöhnen, die dem Steg eine leicht "buckelige" Oberfläche verleihen. Für schnell realisierbare Einrichtungen erscheinen sie als erwägenswerte Alternative.
Stege aus Aluminium- oder Edelstahlelementen
Seit Jahrzehnten sind Angebote verschiedenster Firmen für höchstwertige Ruderstege auf dem Markt. Die äußerst robusten und praxiserprobten Stege sind nicht nur bei finanzstarken Vereinen, sondern bereits in sehr großen Zahlen von Behörden auch an Wasserwanderwegen und anderen touristischen Wassersportzentren eingesetzt worden.
Das für den Bau von Marinas entwickelte und hervorragend durchdachte System basiert auf günstig gestalteten, flachen Aluminium- oder Edelstahl-Auftriebskörpern, die sich in verschiedenen Längen und Breiten zu fest verbundenen Stegelementen zusammenbauen lassen. Auf die Schwimmkörper aufgelegte Holzroste bilden den Laufbelag. Umlaufende Schwalbenschwanzprofile dienen sowohl zur Befestigung von Fenderleisten, Sliprollen u.ä. als auch zur Verbindung mehrerer Stegelemente zu längeren Stegeinheiten. Dabei sind durch die universelle Nutzung des Schwalbenschwanzprofils Anschlüsse über Gelenke als auch starre Kopplungen möglich. Mit den gleichen Mitteln werden Zugangsbrücken angelenkt oder Anschlagpunkte für Verankerungen gebildet. Für die Schwimmkörper werden die Verwendung einer "seewasserbeständigen" Aluminiumlegierung mit höchster Korrosionsfestigkeit oder Edelstahl angegeben. Besondere Beachtung einer Korrosionsgefahr ist jedoch bei sauberen, sauerstoffhaltigen Wässern - etwa in Talsperren - geboten, da auch diese Alu-Legierung nicht sicher gegen den in solchem Medium auftretenden "Lochfraß" infolge Sauerstoffkorrosion beständig ist.
Eine ausführliche Beschreibung wurde bereits 1986 im RS Nr. 8, S. 179 u. 180 gegeben. Es ist verständlich, dass so hochwertige Produkte, die zudem nur in relativ geringen Stückzahlen zu vertreiben sind, ganz erheblich höhere Preise haben als in Eigenarbeit erstellte Holzstege. Es muss jedem Verein überlassen bleiben, ob für die teure aber langfristig beständigere Lösung eine vertretbare Finanzierung aufgebracht werden kann.


