Leitbild des Deutschen Ruderverbandes

Das Leitbild des Deutschen Ruderverbandes wurde von den Delegierten des 56. Deutschen Rudertages 2003 in Oberhausen verabschiedet. Es formuliert Grundsätze zur Positionierung und Arbeit des Verbandes und wird stetig fortgeschrieben.

Vorwort des Vorsitzenden

Von je her ist der Rudersport in sein gesellschaftliches, ökonomisches und kulturelles Umfeld eingebunden. In den letzten Jahren hat es hier zunehmende Veränderungen gegeben, die sich nicht nur positiv auf den Sport ausgewirkt haben und bis zu einer Korrektur bisher verbindlicher Auffassungen reichen können.

Wenn wir heute ein Leitbild vorlegen, dann hat dies zum Ziel, dem Rudersport ein gemeinsames, wertbewusstes und entschlossenes Handeln zu ermöglichen. Es soll beschrieben werden, nach welchen Grundsätzen wir Rudersport betreiben. Dies betrifft nicht nur den Verband, sondern ebenso die Vereine und ihre Mitglieder.

Im Laufe seiner Entwicklung hat sich der deutsche Rudersport auch auf politische Veränderungen einstellen müssen.

Insofern betonen wir nach dem weitgehend gelungenen sportlichen Zusammenwachsen von Ost und West, dass die Geschichte des Rudersports in der ehemaligen DDR ein Teil der historischen Entwicklung des heutigen vereinigten Deutschen Ruderverbandes ist.

Auch aus dieser Sicht ist es notwendig, mit einem Leitbild zusätzliche Orientierung zu geben. Es wird neben dem Grundgesetz und dem verbindlichen Regelwerk dazu beitragen, auf gesicherter Basis zu handeln und Antworten auf die Fragen der Zukunft zu finden.

Das Leitbild ist offen für Veränderungen. Der DRV weiß, dass es ständig fortgeschrieben und ergänzt werden muss.

Oberhausen 4. April 2003

Helmut Griep

Präambel

Der Deutsche Ruderverband (DRV) ist ein Verband der Vereine. Er ist die Interessenvertretung des deutschen Rudersports, seiner Vereine und Verbände sowie deren Mitglieder. Er bekennt sich zu seiner wechselvollen Geschichte. Er verfolgt langfristige sportliche und gesellschaftliche Ziele und definiert deshalb ein Leitbild mit verbindlichen Grundsätzen und entsprechenden Folgerungen für seine Arbeit.

I - Rudern ist eine der traditionsreichsten Sportarten und ein konstitutiver Teil der olympischen Bewegung.

Als Gründungsmitglied des Deutschen Sportbundes (DSB) und des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) sowie als aktives Mitglied des Internationalen Ruderverbandes (FISA) hat der DRV nationale und internationale Bedeutung. Er ist den olympischen Idealen verpflichtet, die von Frieden, sportlicher Kameradschaft, Fairness, gegenseitiger Hilfe und internationaler Verständigung geprägt sind.

II - Der Rudersport ist frei, unabhängig und gemeinnützig. Er steht in der Tradition des Amateursports.

Der DRV tritt auf allen Ebenen für die Freiheit und Unabhängigkeit des nationalen und internationalen Sports ein. Dies gilt besonders gegenüber politischen, weltanschaulichen und kommerziellen Interessen. Der Deutsche Ruderverband verfolgt gemeinnützige Ziele.

III - Rudern ist ein fairer Sport.

Der DRV strebt über seine Regeln und Veranstaltungen eine optimale Chancengleichheit an und macht Fairness zum handlungsleitenden Prinzip. Er lehnt Doping und regelwidrige technische Manipulationen ab und unterstützt entsprechende Kontrollmaßnahmen auf nationaler und internationaler Ebene.

IV - Rudern ist ein typischer Mannschaftssport.

Der DRV fördert Solidarität, Teamfähigkeit und Toleranz. Er tritt für die Stärkung sportlicher Interessen ein und orientiert seine Arbeit an der Jugend und an den Mitgliedern, die regelmäßigen Anteil an der Entwicklung des Verbandes nehmen.

V - Im Rudersport kommt der erzieherischen und bildenden Aufgabe des Sports hohe Bedeutung zu.

Der DRV tritt für alle Bestrebungen ein, Menschen zu selbständigen, verantwortungsbewussten Persönlichkeiten heranzubilden. Sie sollen im Sport positive Erfahrungen sammeln, die sie auf ihr gesamtes Leben übertragen und anderen weitergeben können. Auch die Konzepte zur Aus– und Weiterbildung im Deutschen Ruderverband sind diesen Zielen verpflichtet.

VI - Im Rudersport wird gesellschafts- und sozialpolitische Verantwortung übernommen.

Der DRV fördert den Einsatz seiner Vereine für Gemeinschaft und Geselligkeit. Er tritt für die Integration aller gesellschaftlichen Gruppen und eine Verbindung von Sport und Kultur ein. Dabei bezieht er insbesondere die Jugend mit ein.

Der Deutsche Ruderverband bietet innerhalb seiner demokratischen Strukturen ein Betätigungsfeld für ehrenamtliche Mitarbeit, in deren Rahmen Führungsaufgaben auf verschiedenen Ebenen erprobt und übernommen werden können. Er tritt für kooperative Führung ein, an der Frauen und Männer gleichermaßen teilhaben. Er befürwortet eine höhere gesellschaftliche und politische Anerkennung des Ehrenamtes in Vereinen und Verbänden.

VII - Rudern ist ein idealer Lifetime-Sport.

Der DRV fördert gleichermaßen Aktivitäten zur körperlichen Fitness und zum Leistungs- und Breitensport für alle Interessengruppen und Altersstufen. Er fördert ebenfalls den Rudersport für Behinderte, als Mittel der Rehabilitation und zur gesundheitlichen Prävention.

VIII - Rudern ist ein Sport in freier Natur und befindet sich mit ihr im Einklang.

Der DRV strebt eine umweltverträgliche Ausübung des Sports an. Er berücksichtigt und fördert die Ziele des Naturschutzes und nimmt seine Verantwortung für die Umwelt bei der Beratung, Planung und Durchführung rudersportlicher Veranstaltungen, beim Bau von Regattaanlagen und Sportstätten wahr. Er engagiert sich für die Schaffung und den Erhalt von Ruderrevieren und für die Sicherheit auf dem Wasser.

Der Deutsche Ruderverband ist offen für Veränderungen. Er wird sein Leitbild an zukünftigen Entwicklungen orientieren und entsprechend fortschreiben.

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