13. Aug. 2019 | Fachressort Bildung, Wissenschaft und Forschung | von Dr. Gunnar Treff, Wissenschaftlicher Koordinator im DRV

Neues aus der Wissenschaft

Blutflussrestriktion (BFR) ist eine Trainingsmethode bei der Athleten – üblicherweise während des Krafttrainings - Gummibänder oder aufblasbare Manschetten um Arme oder Beine binden. Durch deren Widerstand wird vor allem der venöse Rückfluss des Blutes aus der Muskulatur vermindert und es kommt u.a. zu einem moderaten lokalen Sauerstoffmangel im Gewebe. Wissenschaftliche Studien und sportpraktische Beobachtungen haben gezeigt, dass sich so die Effektivität des Krafttrainings steigern lässt. Darüber haben sich mittlerweile auch Verbesserungen der Ausdauerleistung durch BFR gezeigt. Unklar war bislang, ob sich BFR im Rudertraining einsetzen lässt und wie es sich auf aerobe Kapazität und Maximalkraftfähigkeit auswirkt.

Prof. Dr. Lars Donath und Steffen Held von der Deutschen Sporthochschule Köln haben deshalb 31 gut bis sehr gut trainierte Ruderer in zwei Gruppen aufgeteilt und mit einer Gruppe dreimal pro Woche ein BFR-Rudertraining durchgeführt. Vor und nach dem 5-wöchigen Trainingsblock haben die Wissenschaftler die Veränderung der Maximalkraft und der maximalen Sauerstoffaufnahme (⩒O2max) auf dem Ruderergometer gemessen. Es zeigte sich keine Veränderung der Maximalkraft, aber eine unerwartet hohe Zunahme der ⩒O2max, die wiederum eine der wichtigsten Leistungsvoraussetzungen im Rennrudern darstellt.

Sollten sich diese auffälligen Ergebnisse in weiteren Gruppen bestätigen, könnte die BFR eine sinnvolle Erweiterung der Trainingsmethodik darstellen. Zunächst sind allerdings weitere Untersuchungen notwendig, die neben der Trainingswirkung auch Sicherheitsaspekte umfassen müssen.

Wir weisen darauf hin, dass BFR nur unter Begleitung geschulter Trainer durchgeführt werden sollte und empfehlen eine ärztliche Risikoabklärung.

Das Projekt wurde durch das Bundesinstitut für Sportwissenschaften unterstützt (AZ 072030/18-19)