Pararudern – Rudern für Menschen mit Behinderung

Silber bei den Paralympischen Spielen 2012: Handicap-Mixed-Vierer mit Steuerfrau: Kai Kruse, Tino Kolischer, Astrid Hengsbach, Anke Molkenthin mit Steuerfrau Katrin Splitt.
Silber bei den Paralympischen Spielen 2012: Handicap-Mixed-Vierer mit Steuerfrau: Kai Kruse, Tino Kolischer, Astrid Hengsbach, Anke Molkenthin mit Steuerfrau Katrin Splitt. Im Hintergrund auf dem Katamaran: Trainer Thomas Böhme mit Betreuerin Sandra Germain.

Pararudern: Rudern mit Handicap

Dr. Michael Sauer ist Ruderer mit großer Überzeugung und vollem Engagement - und er hat eine Beinprothese. Im Video spricht er über seine große Leidenschaft. 2007 wurde er Weltmeister im gesteuerten Vierer und 2008 ruderte er mit seinen Teamkollegen bei den Paralympischen Spielen in Peking auf Platz 4.

Quelle: YouTube, AOK Baden-Würrtemberg

Was ist Rudern der Behinderten?

Wir sprechen vom Pararudern bei Menschen mit körperlichen, geistigen, seelischen oder Sinnes-Beeinträchtigung, bzw. Menschen, die aufgrund von erworbenen oder angeborenen Behinderungen dauerhaft, oder aufgrund von Krankheit in ihrer Leistungsfähigkeit längerfristig beeinträchtigt sind.

Als Zielsetzungen für diese Menschen werden genannt: gesundheitliche Aspekte wie Stressabbau, körperliche Fähigkeiten erhalten bzw. verbessern, soziale Teilhabe ermöglichen, Selbstbewußtsein aufbauen, Leistungserfahrungen vermitteln, Tagesstruktur und Wochenstruktur gewährleisten. In einer Zeit, wo immer mehr Menschen arbeitlos werden, sind die Leistungschwächeren vom Verlust des Arbeitsplatzes besonders stark bedroht. Hier müssen sich auch die Vereine ihrer sozialen Verantwortung stellen.

Und was hat der Verein davon?

Zunächst einmal eine Reihe neuer Mitglieder, soziales Prestige, neue mögliche Sponsoren, neue Betätigungsfelder und nicht zuletzt: ein neues Lernfeld des sozialen Miteinanders von unschätzbarem Wert. Krankheit und Behinderung kann jeden zu jeder Zeit treffen.

Weshalb sollen Menschen mit Behinderung ausgerechnet rudern?

Rudern bietet als Sportart neben dem Mannschaftserlebnis vor allem das Naturerleben, es bietet ein lebenslanges Sportreiben bei einer ganzkörperlichen Belastung mit äußerst geringem Verletzungspotential! Die zyklische Bewegungstruktur der Sportart eignet sich ebenfalls für Menschen mit Beeinträchtigungen, zumal die Lerngeschwindigkeit und später die Bewegungsgeschwindigkeit optimal auf ihre Verhältnisse angepaßt werden kann. Feste Strukturen, wie ein Ruderverein sie bietet, oft mit integrierter Geselligkeit, kann die soziale Integration ermöglichen.

Rudern als Breitensport

Rudern mit behinderten Menschen hat im DRV bereits Tradition. Innerhalb der Vereine existieren seit vielen Jahren verschiedene Gruppen, z. B. Rudergruppen mit taubblinden, körperbehinderten, geistigbehinderten, psychisch kranken/behinderten und lernbehinderten Menschen. Viele erinnern sich noch an die Aktion „Vierer mit“, als Rudergruppen speziell mit blinden und sehgeschädigten Menschen aufgebaut wurden. Mit dem Ziel, diese Rudersportler in den Breitensport zu integrieren.

Gehört das Pararudern zum Breitensport oder doch eher zum Leistungssport? Meistens sind die zum Teil seit Jahrzehnten bestehenden Gruppen freizeitsportlich engagiert. Für diese Gruppen hat sich 1995 ein Arbeitskreis „Rudern der Behinderten“ gebildet.

DOSB-Strategiekonzept

Der DOSB hat ein Strategiekonzept mit konkreten Zielen zur Umsetzung von Inklusion im und durch Sport vorgelegt.

Selbstcheck

Selbstcheck „Inklusion – Teilhabe und Vielfalt“ der Deutschen Sportjugend, um sich dem Thema Inklusion im Kinder- und Jugendsport zu nähern.

Index für Inklusion

Der Index für Inklusion des Deutschen Behindertensportverbands ist ein Wegweiser für das Thema Inklusion im und durch Sport.

Bootsklassen im Wettkampfsport

Seit 2013 gibt es fünf Bootsklassen

  • AS Frauen-Einer (ASW1x)
  • AS Männer-Einer (ASM1x)
  • TA Mixed-Doppelzweier (TAMix2x)
  • LTA Mixed-Doppelzweier (LTAMix2x) – nicht paralympische Bootsklasse
  • LTA Mixed-Vierer mit Steuermann (LTAMix4+)

Dabei bedeuten A engl. arms: Arme, S engl. shoulder: Schulter, T engl. trunk: Rumpf, L engl. legs: Beine und bezeichnet, welche Körperteile sie benutzen können. Also AS nur Arme und Schulter, der Rumpf wird nicht eingesetzt.

Die TA- und LTA-Boote werden gemischtgeschlechtlich gerudert. Alle Rennen werden über 1000 Meter ausgetragen.

Nationalmannschaft

Para-Nationalmannschaft im Internet

Regeln

Wettkampfregeln und Ärztliche Bestätigung für Pararuderer.