DRV ist der Erfolgreichste Verband der WM 2003
Mit diesen Ergebnissen und 15 Medaillen (4 Gold-, 4 Silber- und 7 Bronzemedaillen) brachten die Weltmeisterschaften 2003 das beste Ergebnis für den DRV seit der Wiedervereinigung. Mit dieser starken Gesamtmannschaftleistung - davon acht Medaillen in den olympischen Booten - verteidigt der Deutsche Ruderverband zudem seine erste Position in der Nationenwertung vor den USA, Italien und Kanada - eine solide Ausgangsbasis für das Olympiajahr 2004.
Männer Achter
Es war nicht ihr Tag, es war nicht ihre Bahn und es war nicht ihr Rennen. Der Deutschland-Achter hat verloren!
Dass ein Medaillenplatz nur schwierig zu erreichen sein würde, hatte sich im Vorfeld bereits abgezeichnet: Mäßige Vorrennen und härteste Konkurrenz ließen die Medaillenhoffnungen im Laufe der Weltmeisterschaft immer kleiner werden. Im Finale dann aber die totale Ernüchterung: Der Wind frischt auf, Deutschland kann auf der Außenbahn nicht das umsetzen, was sie eigentlich wollen. Deutschland kommt zu keiner Zeit in Medaillennähe. Nur die ersten 500Meter liegt die Crew auf Rang vier, dann überholen Frankreich und Australien, für Deutschland bleibt leider nur Platz sechs.
Frauen Achter
"Ich freue mich so wahnsinnig auf das Rennen!", So Elke Hipler noch am Abend vor dem Achterfinale. Und die Freude konnte man ihr, Anja Pyritz, Maja Tucholke, Britta Holthaus, Susanne Schmidt, Nicole Zimmermann, Silke Günther, Lenka Wech und Steuerfrau Annina Ruppel buchstäblich beim Rudern ansehen. Vom Start an setzten sich die deutschen Frauen an die Spitze des Feldes, dominieren das Geschehen. Schlag um Schlag bringen sie Wasser zwischen sich und die Rumäninnen. Es spielen sich zwei Rennen in einem ab: Vorne geben die Deutschen eine Ruderlehrstunde, eine Länge dahinter kämpfen die Rumäninnen und Kanada um Rang zwei. So dann auch der Zieleinlauf: Deutschland klar vor Rumänien, Kanada auf Rang drei.
Männer Doppelvierer
Zweite Goldmedaille des Tages und was für eine. Nach verhaltenen Saisonergebnissen und Vorlaufleistungen, gelingt dem deutschen Quartett mit André Willms, Stephan Volkert, Marco Geissler und Robert Sens in grandioser Art und Weise die Verteidigung des Weltmeistertitels. Vom Start an setzen sich deutschen Männer an Position eins, bauen diese aus, wie man es von ihnen gewohnt ist. Auf den Punkt genau präsentieren sie sich in Topform. Ein Start-Ziel-Sieg und damit eine phantastische Goldmedaille, welche die Vorfreude auf Athen steigen läßt.
Frauen Doppelvierer
Haarscharf zwischen Nichts und Silber: Bronze für Peggy Waleska, Marita Scholz, Manuela Lutze und Kerstin El Qalqili. Am Start liegen sie noch klar auf dem letzten Rang. Vorne die Australierinnen, die das gesamte Rennen dominieren. Doch die Deutschen schieben sich Schlag um Schlag wieder ins vordere Renngeschehen. Rang drei bei der 1500Meter-Marke. Aber auch die Gegnerinnen schlafen nicht. Auf den letzten Metern liegen Weißrussland, Großbritannien und Deutschland alle auf Rang zwei. Der Zielleinlauf dann innerhalb einer Sekunde: Rang zwei für Weißrussland, Deutschland auf drei und Großbritannien als unglückliche Vierte.
Leichtgewichts Männer Vierer-ohne
Ein sehr schnelles Rennen: die Dänen gehen trotz des leicht aufkommenden Gegenwindes brachial aus den Blöcken, so wie man es nur von den Italienern gewohnt ist. Dahinter die Italiener. Das Deutsche Boot ist lange an sechster Position, arbeitet sich aber wie gewohnt bei der Streckenhälfte nach vorne. Zuerst überholen sie die Iren, die bis 1000 Metern noch an dritter Stelle lagen. Unterdessen Arbeiten sich die Nierderländer stetig vor und fahren an den Italienern vorbei. Das DRV-Boot will es den Holländern gleich tun, schafft es aber nicht, bis zur Ziellinie das italienische Boot zu überholen. Es bleibt der Vierte Platz für das DRV-Team.
Gold: Dänemark (06:10.46); Silber: Niederlande (06:12.24); Bronze Italien (06:13.04)
Leichtgewichts Männer Doppelzweier
Für Deutschland sind Ingo Euler und Manuel Bremer am start. Die Italiener Elia Luini und Leonardo Petinari sind die Titelverteidiger. Sie setzen sich in gewohnter weise mit hoher Schlagzahl und einem brachialen Beinstoß an die Spitze und sichern sich so ihre Goldmedaille. Dahinter fahren die Polen mit mehr als einer Bootslänge. Das Feld ist weit abgeschlagen und das deutsche Boot hat keine Chance, seinen fünften Platz aufzubessern.
Gold: Italien (06:30.60); Silber: Polen (06:33.12); Bronze Irland (06:35.90)
Leichtgewichts Frauen Doppelzweier
Erste Goldmedaille des Tages und erstes Gold in einer der olympischen Bootsgattungen bei dieser WM. In einem grandiosen Finale in der ersten olympischen Bootsgattung des Tage gelingt Marie-Louise Dräger und Claudia Blasberg der große Wurf. Nach starkem Start müssen sie auf den mittleren 1000m die Olympiasiegerinnen aus Rumänien sowie die letztjährigen Weltmeisterinnen aus Australien passieren lassen. In einem fulminanten Endspurt gewinnen sie jedoch die Spitze des Feldes zurück und sichern sich die Goldmedaille deutlich.
Gold: Deutschland (07:14.55); Silber: Astralien (07:17.28); Bronze: Rumänien(07:18.24)
Leichtgewichts Männer Doppelvierer
Jörg Lehnigk, Mathias Schömann-Fink, Nils Ipsen, Jens Wittwer gehen schnell mit den Italienern aus den Startblöcken. Die Azzuri können sich aber absetzen und halten ihre Führung bis ins Ziel. Eine Länge dahinter das DRV-Boot, das bis zur 1000 Metermarke noch vor den Australiern liegt, die sich dann nach 1500 Metern im Endspurt an den Deutschen vorbei schieben und auch den Italienern noch einen gehörigen Schrecken einjagen. Trotzdem freut sich das Quartett von Trainer Diethelm Maxrath nach einer starken kämpferischen Leistung über ihre Bronzemedaille.
Gold: Italien (06:07.10); Silber: Australien (06:09.36); Bronze: Deutschland (06:10.84 )
Leichtgewichts Frauen Doppelvierer
Start-Ziel Sieg für das Boot aus China. Das deutsche Boot mit Berit Carow, Stefanie Primus, Sandra Schnitzer und Ersatzfrau Katharina Fricke, die die Erkrankte Katharina von Khodolitsch ersetzt, kommt mit den Chinesinnen ebenfalls stark vom Start weg, muß aber den ersten schnellen 500m Tribut zollen und fällt auf den fünften Platz zurück. Durch die starke Führung der anderen Boote, gelingt es ihnen auch nicht mehr diesen zu verlassen.
Gold: China (06:36.43); Silber: Niederlande (06:40.95); Bronze: Australien (06:42.02)
Leichtgewichts Männer Zweier-ohne
Spannender Zweikampf zwischen dem deutschen Boot mit Frank Mager und Christian Gerlach und dem Boot aus Dänemark. Beide setzen sich recht schnell vom Feld ab. Dänemark ist bis 1000 Meter vorne, Deutschland eine halbe Länge dahinter. Dann greifen Frank und Christian an. Bis 250 Meter vor dem Ziel zeigt der Bildschirm immer wieder die beiden Bootspitzen, die sich immer wieder überholen. Dann setzten die Dänen ihren Spurt und gewinnen mit einer knappen Länge vor dem Deutschen Boot. Schöner Erfolg für die Beiden, seit langem wieder eine Medaille in dieser Bootsklasse für den DRV.
Gold: Dänemark (06:35.73);Silber: Deutschland (06:37.36) Bronze: USA (06:41.05)
Männer Vierer-mit Steuermann
Erstes Rennen - erste Medaille. Der deutsche Vierer-mit-Steuermann mit Arne Landgraf, Mathias Flach, Jan Bröer, Klaus Rogge und Steuermann Stefan Lier macht es spannend: am Start hinten liegend, kämpft sich das deutsche Boot über die Strecke vom fünften auf den dritten Platz vor und beschert dem DRV am zweiten und letzten Finaltag dieser Weltmeisterschaften die erste Medaille.
Gold für USA (6:04.68); Silber für Grossbritannien (6:05.82); Bronze für Deutschland (6:08.90)