Diversität im Rudersport

Vielfalt im Rudersport… ...geht uns alle an!

Im Juni 2021 sorgte der Torwart Manuel Neuer mit dem Tragen einer Regenbogenbinde im Zuge der Fußball-Europameisterschaft für großes Aufsehen und verdeutlichte so, dass der Sport alles andere als unpolitisch ist, wenn es um Toleranz gegenüber sexueller und geschlechtlicher Vielfalt geht – davon ist auch das Rudern nicht ausgenommen.

Genau aus diesem Grund beschäftigt sich die Deutsche Ruderjugend seit einem halben Jahr mit einer stärkeren Repräsentation von Vielfalt. Ein paar ehrenamtliche Teamer*innen haben – neben einem Regenbogen-T-Shirt im DRJ-Stil, das bereits auf dem BW sehr gut bei den Sportler*innen ankam – im Zuge dessen eine Workshopreihe erarbeitet, von der jede*r Ruderbegeisterte sich angesprochen fühlen kann und sollte!

Die Workshops haben im Januar und Februar 2022 erfolgreich stattgefunden und sind positiv bei Vereinen und Mitgliedern aufgenommen worden. Für unterschiedliche Zielgruppen war ein Themenschwerpunkt dabei, sodass individuell auf verschiedene Bereiche eingegangen und die Personengruppen sensibilisiert werden konnten. Dies war ein erster Auftakt das Thema Diversity im Rudern bekannt zu machen und Aufklärung zu betreiben. Dabei soll es aber keinesfalls bleiben, denn die Teilnehmer*innen haben viele Wünsche geäußert und Anregungen geliefert, wie es nun weitergehen kann. Daraus nimmt die DRJ vieles mit und geht nun nach und nach Aufgabenfelder an.

Es sollen weitere Personenkreise für diesen Themenbereich sensibilisiert werden und dies greifen wir gern mit auf. Da der Workshop für den U15 Bereich leider ausfallen musste, ist es unser Ziel, diesen bei den Jungen- und Mädchen Lehrgängen nachzuholen. Zudem werden wir das Thema im Bereich BFD und bei den Juleica-Lehrgängen als Workshop anbieten.

Wie oben bereits beschrieben, hat der DRJ-Vorstand im letzten Jahr beim BW Regenbogen-T-Shirts im DRJ-Stil getragen. Diese kamen und kommen immer noch so gut bei den Sportler*innen an, dass es diese demnächst käuflich zu erwerben gibt. Mit dem neuen Ausrüster haben wir die T-Shirts in Auftrag gegeben, sodass der Verkauf in Kürze, passend zu Beginn des pride month Juni, startet. Ihr dürft also gespannt sein.

Mittel- bis langfristig sind unsere Ziele die Jugendordnung entsprechend anzupassen bzw. eine einheitliche gendergerechte Sprache im Verband zu etablieren. Nach der Aufnahme von geschlechterneutralen Kinderrennen bis zur Altersklasse 11 Jahre und der sprachlichen Anpassung des Regelwerks der DRJ für das Kinderrudern stellt sich die Frage nach einem Regelwerk, welches Ruder*innen, die keinem der binären Geschlechter angehören, einschließt und ihnen ebenfalls die Chance bietet, sportlich aktiv zu sein und sich in Wettbewerben zu messen. Wir möchten weiter für dieses Thema sensibilisieren, öffentliche Workshops dazu anbieten und zukünftig auch Präsentationsmaterial für Vereine zur Verfügung stellen. Außerdem möchten wir ein Positionspapier erarbeiten, welches euch dabei unterstützen soll, das Thema bei euch im Verein zu implementieren, falls man hier auf Widerstand im eigenen Verein stößt. Einige Themen benötigen entweder Zeit, bis sie auf Akzeptanz stoßen bzw. brauchen Argumente, warum sie einen Platz im Sport benötigen. Dabei soll das Papier unterstützen.

Bei etwaigen Fragen, Unterstützungsanfragen oder Anregungen stehen von der DRJ Paula Scholz, Marc Hildebrandt und Vera Hemb gern zur Verfügung. Sie versuchen, euch bei euren Vorhaben zu unterstützen und helfen bei Workshopanfragen.

Gut zu wissen

Unter Diversität (engl.: diversity) verstehen wir in diesem Zusammenhang diejenige gesellschaftliche Vielfalt, die dadurch entsteht, dass sich verschiedenste Menschen verschiedenen geschlechtlichen und sexuellen Identitäten zugehörig fühlen können. Darunter fallen zum Beispiel Homosexuelle Menschen oder Menschen, deren geschlechtliche Identität nicht der entspricht, die ihnen bei der Geburt zugeordnet wurde.

Diversität:
Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt (beispielsweise Homosexualität oder transgender)

Queer:
Oberbegriff für Menschen, die ich nicht als heterosexuell und/oder mit dem ihnen bei der Geburt zugeordneten Geschlecht identifizieren

LSBTQIA*+:
Abkürzung für die Gemeinschaft aller queeren Menschen

Gender:
Eigene, vom biologischen Geschlecht unabhängige geschlechtliche Identität

Empowerment:
Explizite Befähigung gewisser, meist benachteiligter Gruppen, sich ihrer eigenen Fähigkeiten und Werte bewusst zu machen

Pride:
Selbstbewusster und stolzer Umgang mit der eigenen sexuellen und geschlechtlichen Identität

  • die eigene Sprache und Haltung hinterfragen (Schließe ich damit jemanden aus? Verletze ich damit ggf. jemanden?)
  • Ally = Unterstützer*in für queere Menschen sein
  • Vielfalt als Bereicherung ansehen und Willkommen heißen
  • Ausschreibungen und Anschreiben genderneutral formulieren
  • Bei Fragen an die entsprechende Stelle wenden (z.B. Diversity Beauftragte der DRJ, des Landessportbundes, der DSJ…)

Dateien

Pride Month Juni

Um eine Willkommenskultur zu schaffen, Toleranz zu fördern und Vielfalt sichtbar zu machen, scheint „Flagge zeigen“ eines der einfachsten und zugleich wirksamsten Mittel zu sein. Ob wir die Regenbogenflagge am Mast neben der Vereinsflagge hissen, als Anstecker am Kragen oder auf einem T-Shirt während einer Regatta tragen - sie alle zeigen, dass der Rudersport bunt ist, dass bei uns jede*r willkommen ist und sich niemand zu verstecken braucht.

Lasst uns also alle gemeinsam im Juni - dem „Pride Month“ - Flagge zeigen und uns zur Vielfalt bekennen!

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Paula Scholz

Beisitzerin (Breitensport/Aus- und Weiterbildung/Diversity)

Marc Hildebrandt
Marc Hildebrandt
  • Vorsitzender Deutsche Ruderjugend
  • Ansprechpartner für Prävention bei sexualisierter Gewalt im Sport
Mobil
+49 177 4315817
Vera Hemb
Vera Hemb
  • Referentin Deutsche Ruderjugend
  • Ansprechpartnerin für Prävention bei sexualisierter Gewalt im Sport
Telefon
+49 511 98094 32
Fax
+49 511 98094 25