Deutscher Ruderverband

Der Deutsche Ruderverband (DRV) ist der größte und einer der erfolgreichsten Ruderverbände der Welt. Der DRV wurde 1883 in Köln gegründet und ist der älteste Verband des deutschen Sports, der allein aus Gründen sportlicher Betätigung und sportlicher Organisation gegründet wurde. In der nationalen Rangliste gehört Rudern zu den besonders erfolgreichen Sportarten. Rudern ist im Olympischen Wettkampfprogramm fest verankert und seit 1896 eine der Kernsportarten. Allerdings fiel die olympische Regatta in Athen den damaligen Wetterverhältnissen zum Opfer, weshalb sich erst 1900 Ruderer in die Siegerlisten eintragen durften.

Ein wichtiger Meilenschritt in der Entwicklung unserer Sportart waren die ersten Frauenwettbewerbe, die 1976 in Montreal Bestandteil der Olympischen Spiele wurden. Die Renndistanz betrug zunächst 1000m und wurde 1985 durch den Weltruderverbandes (FISA) auf die Distanz von 2000m verlängert, welche die Männer seit der Gründung rudern.

Mit den Paralympics in Peking 2008 ist Rudern Bestandteil dieser Wettbewerbe für Sportler mit Behinderungen (Handicaps) geworden. Damit findet das Bemühen um Universalität des Rudersports und die Verbreitung in alle gesellschaftlichen Bereiche ihren vorläufigen Höhepunkt.

Auf diesen Erfolgen basierend, erfreuen sich der deutsche Rudersport und damit der DRV eines wachsenden öffentlichen Interesses. Dieses erreichte im Jahr 2007 den letzten Höhepunkt, als über 65.000 Zuschauer die Rennen an der Strecke in München-Oberschleißheim verfolgten. Die Sportart Rudern hat sich so kontinuierlich von seiner Randsportposition weiterentwickelt und ist in den vergangenen Jahren verstärkt in das öffentliche Medieninteresse getreten. Dies wird durch sehr hohe Fernseh-Einschaltquoten bei ARD und ZDF bei Weltcup-Regatten und Weltmeisterschaften untermauert.

Neben dem Leistungssport sind Wanderrudern und Breitensport wichtige Säulen unserer Sportart und bilden das Rückgrad der Vereine. Schließlich ist die Mehrheit unserer Mitglieder in diesem Segment engagiert. Dies verwundert nicht, denn Rudern ist eine der wenigen Sportarten, die im gesamten Leben ausgeübt werden können. Dabei kann sich jede Sportlerin, jeder Sportler im Rahmen des eigenen Leistungsvermögens betätigen und so körperlichen Ausgleich finden.

Als „Verband der Vereine“ ist der DRV basisdemokratisch organisiert. Der Rudertag, die Vollversammlung der über 600 Mitgliedsvereine, wählt alle zwei Jahre den Vorstand und bestimmt die Grundzüge der Verbandsentwicklung. Dadurch unterscheidet sich der DRV in seiner Struktur erheblich von der Mehrheit der Sportfachverbände. Der föderalen Struktur unseres Landes folgend, gibt es auf dieser Ebene selbstverständlich auch die Landesruderverbände, die die Interessen in der Region bündeln. Deren Vorsitzende tagen jährlich mit dem Vorstand des DRV, um gemeinsam Programme zu entwickeln und sich in wichtigen Fragen auszutauschen.

Gestärkt wird der DRV in seiner Arbeit wesentlich durch die öffentliche Hand. Hier sind in erster Linie das Bundesministerium für Inneres und Sport mit den Mitteln der Sportförderung, das Auswärtige Amt, aber auch die Polizei des Bundes sowie der Länder oder die Bundeswehr zu nennen. Unsere Sportlerinnen und Sportler profitieren im erheblichen Maß von der Stiftung Deutsche Sporthilfe, die mit ihren Mitteln zum Lebensunterhalt der Athleten beiträgt, dem DOSB und dem Ruder-Club Deutschland Stiftung Rudern. Danebn unterstützen Firmen und Ausrüster wie Concept2, NEW WAVE und Empacher die Arbeit des DRV.