WM 2003, 1. Finaltag
Männer Vierer-ohne
Zum Abschluss des ersten Finaltages bei diesen Ruder-Weltmeisterschaften nochmal Bronze. Eigentlich Grund zur Freude bei Sebastian Thormann, Paul Dienstbach, Philipp Stüer und Bernd Heidicker, aber eher verhaltene Reaktionen, konnte der WM-Titel vom letzten Jahr doch nicht verteidigt werden. In einem äusserst spannenden Rennen auf höchstem Niveau mussten sich das deutsche Quartett letztlich nicht nur den Kanadiern geschlagen geben, sondern wurden im Endspurt noch knapp vom letztjährigen Vizeweltmeister Großbritannien auf der Ziellinie abgefangen. Vierter die WM-Dritten2002 Italien.
Gold: Kanda (05:52.91); Silber: Groß Bretannien (05:53.54); Bronze: Deutschland (05:55.13)
Frauen Doppelzweier
Sie ist wieder da! Kathrin Boron zeigt im Finale in "ihrer Bootsklasse" gemeinsam mit Partnerin Britta Oppelt ein eindrucksvolles Comeback. Als inzwischen eingespieltes Team präsentieren sich die beiden Deutschen pünktlich zum Finaltag, legen sich gleich am Start an die Position zwei, dicht hinter den Neuseeländerinnen. Und auf den letzten Metern kämpfen sie sich sogar noch an das führende Boot heran. Doch zwei Sekunden Rückstand können nicht mehr aufgeholt werden. Die Silbermedaille bei dieser WM, über die sich die beiden Deutschen freuen können. Dennoch ein lachendes und ein weinendes Auge bei Kathrin Boron: "Jeder weiss, dass ich Gold holen wollte. Es war ein Kampfrennen, aber die Silbermedaille ist ein schöner Lohn für all die Strapazen. Die WM war Zwischenstation auf dem Weg nach Athen und wir haben noch Reserven. Damit gehe ich optimistisch ins nächste Jahr".
Gold: Neuseeland (06:45.79); Silber: Deutschland (06:47.57); Bronze: Russland (06:49.50)
Männer Einer
Es war nicht sein Wasser und vielleicht auch nicht sein Tag - und trotzdem hat er eine hervorragende Leistung abgegeben. Silber für Marcel Hacker! "Es war ein perfektes Rennen. Tufte war heute einfach besser.", resümiert Hacker direkt nach dem Rennen. Und besser kann wohl niemand auf den Punkt bringen, was in diesem Finale gezeigt wurde: Drei Rudergiganten, die pünktlich zur Weltmeisterschaft Unglaubliches zeigten. Rudern in seiner schönsten Art, kraftvoll und gleichzeitig elegant. Schade für Hacker, dass seine Arbeit am Ende nicht mit Gold belohnt wurde. Tufte (Norwegen) vor Hacker, vor Cop (Slowenien). Für Athen die besten Vorzeichen. Denn schließlich wissen alle, dass Marcel Hacker die Angreiferposition noch besser gefällt, als die Verteidigung.
Gold: Norwegen, Olaf Tufte (06:46.15); Silber: Deutschland, Marcel Hacker (06:47.47); Bronze: Slovenien, Iztok COP (06:48.31)
Frauen Einer
Dreikampf par excellence. Die Weißrussin übernimmt am Start die Führung, die Bulgarin überholt bei 1500Metern. Immer dicht dabei: Katrin Rutschow-Stomporowski. 500 Meter vor dem Ziel kann aber auch sie ihr Boot an Ekatarina Karsten vorbeischieben. Deutlich in Führung jedoch: Die Bulgarin. Doch Rutschow-Stomporowski ist auch mit ihrem zweiten Platz mehr als zufrieden: "Das war heute das, was ich konnte!"
Gold: Bulgarien (07:18.12); Silber: Deutschland, Katrin Rutschow-Stpomporowski (07:21.44); Bronze: Weisrussland (07:23.30)
Leichtgewichts-Männer-Achter
Start-Ziel Sieg für den deutschen Leichtgewichts-Achter, der mit einem starken Streckenschlag dieses WM-Finale deutlich dominiert. Die Italiener und die USA haben keine Chance, gegen die WM-Zweiten aus dem Vorjahr. Ein Fassungsloser Schlagmann Christian Dahlke nach dem Rennen: "Die Woche lief alles nicht so gut und ich hab mich eher schlecht gefühlt, aber heute hat jeder im Boot einen super Job gemacht. Ich glaube noch gar nicht, daß wir gewonnen haben."
Gold für Deutschland mit Bastian Seibt, Martin Räder, Joachim Drews, Martin Hasse, Carsten Borchhardt, Birger Schmidt, Matthias Hobein, Christian Dahlke und Steuermann Olaf Kaska (05:41.43); Silber für USA (05:43.95); Bronze für Frankreich (05:45.43)
Leichtgewichts-Männer Einer
"Ich habe nicht Silber verloren, sondern Bronze gewonnen!"
so Peter Ording nach seinem WM-Finale.
Peter geht sehr gut aus den Startblöcken und legt sich an die Spitze des Feldes. Der Italiener Stefano Basalini ist eine Länge hinter ihm. Doch nach der 1000 Meter-Marke greift der Azzuro an und schiebt sich mit konstant hoher Schlagzahl an Peter vorbei. Auf den letzten 500m passiert der Engländer Tom Kay mit einem riesen Endspurt Peter noch, der damit die Bronzemedaille gewinnt. "Mit meiner ersten WM-Medaille ist ein großer Traum für mich in Erfüllung gegangen," so Peter beim Anlegen an den Siegersteg.
Gold: Italien, Stefano Basalini, 06:59.65; Silber: Großbritannien, Tom Kay, 07:02.12; Bronze: Deutschland, Peter Ohrding, 07:05.36
Leichtgewichts-Frauen-Einer
Für Deutschland ist Janet Radünzel am Start. Mit im Finale auch Spanien, China, Kanada.
Und die Kanadierin setzt sich gleich vom Start an die erste Stelle. Position zwei für Janet Radünzel. Bis 1500 Meter kann sie diesen Platz verteidigen. Doch auf den letzten Metern fegt die Kroatin (bei 1000Metern noch auf Rang 5) mit einem fulminanten Endspurt an der Deutschen vorbei. Bronze für eine überglückliche Janet Radünzel: "Nach so einem Saisonstart hätte ich mit so einem tollen Ende nicht gerechnet."
Gold: Canada, Fiona Milne 07:52.87; Silber: Kroatien, Mirna Rajle 07:54.49; Bronze: Deutschland, Janet Radünzel 07:56.53.
Frauen-Vierer ohne Steuerfrau
Erstes Rennen, erste Medaille. Gleich zum Auftakt der beiden Finaltage bei den Ruder-Weltmeisterschaften in Mailand gelang Ulrike Stadlmayr, Dana Pyritz, Sandra Goldbach und Manuela Zander worauf man zwar gehofft, aber womit man nicht gerechnet hatten: WM-Bronze für das deutsche Quartett. Am Start noch hinten, holten sie bei 1500m auf und schoben sich auf einen souveränen dritten Platz.
Goldmedaille für USA 06:53.08; Silber für die Niederlande 06:54.42; Bronze für Deutschland 06:56.36.
Handicap Vierer mit Steuermann
Dieses Jahr erstmalig eingegliedert in die WM-Finalrennen vier Handicap-Bootsgattungen. Hier gelang dem deutschen Team im gesteuerten Vierer mit Silke Tampe, Phillipp Torwesten, Bernd Fromm, Markus Klemp und Steuermann Arne Maury ein souveräner zweiter Platz. Sieger in diesem Rennen Großbritannien, dritter Griechenland.