12. Juni 2005 | Wettkampfsport | von Stephan Gerlach

31. Hessische Rudermeisterschaften, Eschwege, 11./12.06.2005

Bericht + Ergebnisse



Eschwege: Beim 31. Hessischen Meisterschaftsrudern 2005, zwei Wochen vor den nationalen Juniorenmeisterschaften gelegen, konnten sich die Nachwuchsathleten nochmals der Konkurrenz stellen. Der Regattaveranstalter konnte sich über gute Meldeergebnisse in den Alterklassen 15/16 und 17/18 Jahre freuen.

Jaqueline Platzek vom Schulruderzentrum Kassel stellte sich als mehrfache Juniorenmeisterin des Vorjahres der Konkurrenz. Gemeinsam mit Desire Heß, Alisa Nientiedt und Lena Pfannkuche (Rgm. SRZ/RG Wetzlar) erarbeitete sich Platzek einen Vorsprung im Juniorinnen-Doppelvierer heraus, der bis zur Ziellinie ausgebaut wurde. Im Einer dominierte Vereinskameradin Pfannkuche. Sie konterte die Angriffe von Miriam Höner (RG Wiesbaden-Biebrich), die sich im Finish mit Platz zwei begnügen musste. Im Leichtgewichtsbereich überzeugten Galina Reimche und Laura Romero (Rgm. Limburger CfW/RC Möwe Großauheim). Ihr Doppelzweier überquerte mit drei Sekunden Vorsprung die Ziellinie. Die Nordhessen verteilten im leichten Einer der Juniorinnen B die Medaillen unter sich: Gold ging an Laura Feldner (SRZ), Silber an Ilda Hujdur (Tgm. RKC/WG), Bronze an Laura Reinhardt (Eschweger RV). Für ihren Erfolg im Doppelzweier lobte Trainer Detlef Heinemann „seine“ Juniorinnen A. Kathrin Fleischer und Charlotte Tobey (SRZ) hatten sich in einem 6-Boote-Feld behauptet. Sie siegten vor dem Frauen-RV Freiweg und der Renngemeinschaft Limburg/Wiesbaden.

Bereits auf den Juniorenregatten deutete sich die Leistungsstärke von Joachim Dey und Max Held an. Auf dem Werratalsee unterstrichen die beiden Aktiven vom RV Kurhessen-Cassel ihre gute Form mit Siegen im Junior-Doppelzweier A, im Leichtgewichts-Junior-Einer A (Held) und im Junior-Einer B (Dey). Der Medaillenregen gibt Selbstbewusstsein, dennoch wissen die Sportler und das Trainerteam, dass noch einiges zu tun ist, um in Duisburg die Früchte des harten Trainings zu ernten. Nicht nur Marcel Hacker hat sich durch die Regattasprecher anhören müssen, dass Frauenrudervereine starke Männer eine sportliche Heimat geben, auch Jan-Hendrik Casper, der für den Frauenruderverein Freiweg Frankfurt, wird mit dieser Anspielung leben müssen. Im Skiff er 17/18jährigen überzeugte er vollends. Durch einen Vorlaufsieg mit schnellster Zeit legte er sich die Favoritenbürde auf, der er im Finale auch gerecht wurde. Casper konnte sich nochmals steigern und wurde mit 5:57,18 Minuten Hessischer Juniorenmeister 2005. Großboote zählen zu den Höhepunkten einer jeden Regatta, die Teamarbeit kann die Zuschauer in ihren Bann ziehen. Ein Bord-an-Bord-Kampf kann das Interesse am Ufer nochmals steigern. So war es auch im Juniorvierer A. Drei Boote rangen um die Führung. Erst auf der zweiten Streckenhälfte setzte sich Joshua Hellemeier, Robert Kämper, Jan Richter und Ewgeni Schneider von der Konkurrenz ab. Der Titel ging an die Renngemeinschaft RG Wiesbaden-Biebrich/Frankfurter RG Borussia. Bei den Junioren B dominierte der Weilburger Ruderverein. Erbe, Lüke, Strieder, Wetzig und Steuermann Novak fuhren ein überlegendes Rennen. Auch im Leichtgewichtsbereich gab es einen großen Vorsprung. Die Trainingsgemeinschaft Hanauer RC/Hohe Landesschule Hanau siegte mit 12 Sekunden.

In der Wertungsklasse der Männer und Frauen waren deutlich schlankere Meldefelder als bei den Junioren zu verzeichnen. Mit vier Titeln setzte der für den Weilburger RV startende Jens Gerlach seine Siegesserie bei Hessischen Rudermeisterschaften fort. Der 31jährige dominierte die Konkurrenz im Leichtgewichts-Männer-Einer, im Masters-Einer und Doppelzweier (mit Arne Schäfer, RG Kassel 1927) sowie im gemischten Doppelzweier, den er in Renngemeinschaft mit dem Schulruderzentrum Kassel (Jana Felder) für sich entschied. Der Titel im Männer-Doppelvierer ging für viele Zuschauer überraschend deutlich an Pascal Ludwig, Christoper Nübel, Jan Ruppert und Christoph Thiem (Rgm. Limburger Club für Wassersport, RC Möwe Grossauheim, RG Wetzlar). In den Kleinbooten setzte sich die RG Kassel 1927 mit Maik Feldmann (SM 1x A) und Rene Flaschmann/Dennis Ziegler (SM 2x A). Bei den U-23-Männern war Simon Gawlik vom Ruderclub Nassovia Höchst das Maß aller Dinge. Mit 5:38,94 Minuten blieb er uneinholbar.

Die Hessische Ruderjugend trug in Eschwege ihren Landesentscheid im Jungen- und Mädchenrudern aus. Die Jüngsten stellten sich auf der Langstrecke, auf der 1000-Meter-Distanz und in der Geschicklichkeit der Konkurrenz. Landesjugendleiter Frank Reppe zeigte sich zufrieden über die gute Meldefelder. Mit 7 ersten Plätzen war der Ruderverein Friedrichsgymnasium Kassel wieder besonders erfolgreich. Erfreulich waren die Entwicklungen beim Limburger Club für Wassersport, der RC Nassovia Höchst und dem Frankfurter RC Fechenheim. Die Anzahl ihrer Kinderruderer konnten gegenüber den Vorjahren gesteigert werden. In der Vereinswertung bekam das FG aus Kassel ernsthafte Konkurrenz. Die nominierten Mannschaften für den Bundesentscheid der Jungen und Mädchen treffen sich vor ihrem Zielwettkampf nochmals. Dieses Meeting ist für die Hessische Ruderjugend sehr wichtig. Einerseits soll nochmals an der Rudertechnik gefeilt werden, andererseits wollen sich die Hessen in Köln als ein starkes Team präsentieren. Da ist es wichtig, dass sich der Nachwuchs aus Süd-, Mittel- und Nordhessen kennenlernt.

Seit 1990 werden die Hessischen Rudermeisterschaften auf dem Werratalsee durchgeführt. Die Seenfläche vor den Türen Eschweges und Meinhards ist damit zu einem festen Begriff im Rudersport des Landes geworden. Wenn in naher Zukunft durch letzte Kiesbaumaßnahmen nochmals eine deutliche Vergrößerung der Seenfläche eintritt, verfügt der Landesverband über eine 2000-Meter-Trainingsstrecke, die die Attraktivität des bereits vorhandenen Ruderreviers nochmals deutlich steigert. Hierauf wies Bürgermeister Jürgen Zick bei seinem Besuch an der Regattatrecke ausdrücklich hin. Darüber hinaus werden in Abstimmung mit dem Hessischen Ruderverband und mit Unterstützung des Landes Hessen weitere Investitionsmaßnehmen zeitnah realisiert, um die sportlichen Wettkampfbedingungen in Nordhessen weiter zu verbessern. Trotz schwieriger Windverhältnisse bot der aus einer Kiesgrube entstandene See gute Ruderbedingungen. Der Gegenwind verhinderte jedoch schnelle Rennzeiten. Insbesondere im Kinderbereich war es schwer, die Boote auszurichten. Kleinere Zeitverzögerungen waren die Folge, die jedoch sportlich fair hingenommen wurden. Dass die Landesmeisterschaften 2005 wieder eine gelungene Veranstaltung wurde, dafür sorgten die zahlreichen Helferinnen und Helfer des Eschweger Rudervereins, denen die Freunde aus Kassel hilfreich zur Seite standen. Ihren gebührt ein ganz besonderer Dank.