30. Juni 2011 | Wettkampfsport | von Katrin Splitt

Handicaprudern: Deutsches Meisterschaftsrudern in Brandenburg

Die ersten deutschen Meister im LTA 2x heißen Anke Molkenthin (Waginger Ruderverein) und Kai Kruse (RV Favorite Harmonia Hamburg). Die erstmalig ausgetragene Meisterschaft fand innerhalb der Jahrgangsmeisterschaften 2011 des Deutschen Ruderverbands auf dem Beetzsee in Brandenburg an der Havel statt. Das zweitplatzierte Boot war mit Christiane Quirin (Breisacher Ruderverein) und Marcus Klemp (Ribnitzer Sportverein 1919) besetzt, die vor der Berliner Renngemeinschaft Clara von der Grün (Berliner Ruder-Clubs Hevella) und Martin Lossau (Ruder-Club Tegelort) ins Ziel kamen.

Das ausgetragene Rennen im LTA Doppelzweier (leg – trunc – arms/ Bein + Oberkörper + Arme) ist hierbei keine offizielle Bootsklasse im internationalen Handicap-Rudern.  Um jedoch den sehbehinderten Sportlern ebenfalls die Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft zu ermöglichen, wurden durch den Cheftrainer des Bereichs Handicap im DRV Thomas Böhme drei Mannschaften an den Start gebracht. „Es ging darum, jeweils einen sehbehinderten Sportler mit einem körperbehinderten gemeinsam im Kleinboot starten zu lassen. Die Distanz von 1.000 m ist hierbei an die offizielle Wettkampfdistanz auf internationalen Regatten angepasst.“ Kommentiert Thomas Böhme die Richtlienen. „Eine Austragung der Deutschen Meisterschaft im Handicap-Bereich ist ein weiterer Schritt zur Integration und Entwicklung in der „Breite“ unserer Disziplingruppe. Das Publikum der Jahrgangsmeisterschaften  hat diesen begeistert aufgenommen und die Rennen von der Tribüne aus verfolgt.“

Das zweite Rennen der Handicap-Mannschaft an diesem Wochenende war das der Männer-Festsitz-Einer (AM1x, arms – shoulders / Arme + Schultern). Hier gingen Daniel Sturm (Hallsche RV Böllberg-Nelson v. 1884) und Johannes Schmidt (RV Undine Offenbach) an den Start der 1.000 m Strecke. Nur aus den Armen heraus gerudert, konnte sich Johannes Schmidt  einen beeindruckenden Vorsprung errudern und vor seinem Konkurrenten die Ziellinie passieren. Das Rennen der Einerfahrer war keine offizielle Deutsche Meisterschaft und diente in diesem Jahr noch als Erprobungsmaßnahme sowie als nationale Qualifikation. Ein entsprechender Antrag liegt dem DRV jedoch für die kommenden Jahre bereits zur Abstimmung vor.