18. Juni 2014 | Wettkampfsport | von Falk Müller

Bundesliga: Emscher-Hammer fährt auf Angriff

Am kommenden Wochenende gastiert die PRODYNA Ruder-Bundesliga zum ersten Mal seit Bestehen des Sprint-Events in der Ruhrpott Metropole Dortmund. Auf dem ehemaligen Gelände der Hermannshütte, wo 140 Jahre lang Stahl gekocht wurde, befindet sich nun der Phoenix-See. An dem parallel zur Emscher neu angelegten Flachwassersee werden am Samstag um die 400 Sportler ihre Zelte aufschlagen und den Zuschauern packende Rennen liefern. Wieder mit dabei: Der Emscher-Hammer.

Nach dem schlechten Abschneiden vor gut drei Wochen in Frankfurt zum Saisonbeginn müssen die Mannen vom Rhein-Herne-Kanal Einiges wiedergutmachen. In der Main-Metropole kam die Renngemeinschaft aus den beiden Vereinen Ruderclub Hamm und Ruderverein 'Emscher' Wanne-Eickel/Herten nicht über einen zwölften Platz hinaus. Dies bedeutet momentan, dass die Mannschaft von Trainer Frank Wustmann nur einen Platz von einer Abstiegsposition entfernt ist. "Wir wussten, dass wir nicht unter die Top vier Boote fahren würden, aber dass wir so weit hinten liegen, damit hatten wir nicht gerechnet. Aber das hat uns auch die Augen geöffnet und wir haben noch einmal einige personelle Änderungen innerhalb der Mannschaft vorgenommen", erzählt Wustmann. Wustmann weiter: "Wir hatten in Frankfurt zu viel "tote Masse" an Bord. Heißt einfach: Die Mannschaft war im Schnitt zu schwer, einige wurden auf Diät gesetzt oder auch durch gleichstarke leichtere Ruderer ersetzt. Auch legen wir jetzt mehr Augenmerk auf die ruderische Technik. In Frankfurt war zum Teil einfach zu viel Gewalt dabei, also die vorhandene Kraft der Ruderer wurde nicht in Bootsgeschwindigkeit umgemünzt und somit verschwendet."

Videoanalyse bringt Klarheit

Doch das Trainergespann um Frank Wustmann und Athletik-Coach Gregor Hauffe hat sich noch etwas für die Ruderer einfallen lassen. "Wir haben unseren Focus jetzt mehr auf die gemeinsame Arbeit gelegt. Wir stimmen uns mit den Kraft- und Wassereinheiten ab, damit die Sportler nicht zu intensiv trainieren. Zum Beispiel gibt es jetzt wieder einen neuen Kraftplan, um dem Körper wieder andere Reize zu geben. Auch fahren wir jetzt gemeinsam im Motorboot hinterher, um Videoaufnahmen vom Training zu machen, um so besser an den individuellen Fehlern der Athleten arbeiten zu können. Denn wenn sie es mal von außen sehen, nehmen sie das ganz anders wahr", erläutert Hauffe die Maßnahme. Schlagmann Matthias Borghorst gibt ergänzend hinzu: "Wir haben dadurch ein ganz neues Gefühl für das Boot und den Durchlauf bekommen. Dadurch waren die letzten Einheiten sehr vielversprechend. Ich gespannt, wie wir das neu erlernte am Wochenende umsetzen können. Fest steht, wir werden alles geben und voll auf Angriff setzen!" Ein Erfolgserlebnis würde der Mannschaft mit Sicherheit gut tun, denn einige der Athleten kommen aus Dortmund und haben viele Freunde, Verwandte und Arbeitskollegen eingeladen, die Rennen mit zu verfolgen.

Wir sind der Emscher-Hammer!

Abschließend bleibt zu hoffen, dass die Ruhrpott-Crew ihren Heimvorteil nutzen kann und auf dem ehemaligen Stahlwerksgelände ihre mitgereisten Fans überzeugen kann. "Für mich als in Dortmund geborener, ist es eine ganz besondere Situation hier starten zu dürfen. Ich kenne noch das Bild von früher, wo dort noch die Fabrikhallen und Hochöfen standen. Und jetzt rudere ich mit den schnellsten deutschen Sprint-Achtern hier um die Wette. Aber ich bin recht zuversichtlich, was unser Endergebnis am Samstag angeht. Früher wurde hier in den Werken gehämmert, was das Zeug hält und nach der Schließung und den Abriss der alten Gebäude wurde die Emscher renaturiert. Was soll da noch schief gehen, immerhin sind wir der Emscher-Hammer!", fügt Ur-Dortmunder Niels Thielert lachend hinzu.

Kader für Dortmund:

  • Matthias Borghorst (RV Emscher)
  • Moritz Boeddinghaus (RV Emscher)
  • Felix Feldhaus (RV Emscher)
  • Ulf Siemes (RV Emscher)
  • Niels Thielert (RV Emscher)
  • Michael Reckzeh (RV Emscher)
  • Lovis Heinrich (RV Emscher)
  • Daniel Holert (RV Emscher)
  • Falk Müller (RC Hamm)
  • Alexander Palfner (RV Emscher)
  • Dominic Rosetto (RV Emscher)
  • Steuerfrau: Stefanie Winkelmann (RV Emscher)